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Einstimmende Weisen und treffende Texte

Bischofswiesen - Zum traditionellen Adventsingen im voll besetzten Festsaal des Altenheims St. Felicitas hatten sich Heimbewohner, Betreuer, Nachbarn und Gäste eingefunden. Sie erlebten in Wort, Gesang und Musik eine alpenländisch geprägte Einstimmung auf den Heiligen Abend und Weihnachten.

Die Winkler Geigenmusi und der Frauenreuther Dreigesang gestalteten das Adventssingen im Altenheim St. Felicitas maßgeblich mit. Fotos: privat
Die Weisenbläser aus Bischofswiesen.
Adi Hölzl las besinnliche Texte vor.
Die Riemer Hausmusik.

Nach einer getragenen Weise durch die jungen Weisenbläser Franz und Felix eröffnete die Heimleiterin Cornelia Geistanger in ihrer offiziellen Begrüßung den musikalischen Reigen. Der Frauenreuther Dreigesang um Eva Maria Schwab spannte mit seinem Lied »Wann da Schnee« den Bogen von den herbstlichen Veränderungen zu den häuslichen, vorweihnachtlichen Vorbereitungen. Darauf brachte die Winkler Geigenmusi, die zu den treuen Musikgruppen von St. Felicitas gehört, begleitet von der stellvertretenden Heimleiterin Annette Croce mit dem Stückerl »An Waberl seiner« feine, sanfte Melodien zu Gehör.

Adi Hölzl hatte als routinierten Sprecher aus seinem reichhaltigen Fundus von vorweihnachtlichen Texten die richtige Mischung zur Einstimmung auf den Advent zusammengestellt und gab sowohl beim eher besinnlichen »Adventstress« als auch bei der heiteren »Ahnenforschung« Nachdenkliches zum Besten. Annette Croce hatte nicht nur Musikanten aus ihrer Heimat Inzell mitgebracht, sondern spielte bei der Riemer Hausmusik eifrig mit: beim Musikstück »A gmiatlicher Walzer« das zweite Hackbrett. Mit dem anspruchsvollen Lied von »Josef und Maria« stimmte der Frauenreuther Dreigesang auf die Herbergssuche ein. Passend dazu kam von Adi Hölzl das G'schichterl von der Volkszählung. Die vier Musiker der Winkler Geigenmusi konnten mit den Pongauer Weisen aus ihrem Tobi-Reiser-Repertoire ein harmonisches Vortragsspiel beweisen.

Vorfreude auf den Advent ohne Hast, Profit, seelischer Unruhe mahnte der Sprecher mit feiner, ruhiger Stimme an. »Alle Jahre wieder« vom Bläserduo und die Riemer Hausmusik stellte die Hirten vor. Beim Lied »Hoit's still Hiatabuam« sang Eva Schwab das Sopransolo, während die harmonisch passende instrumentale Begleitung Monika Nestle und Peter Brandner von der Winkler Geigenmusi oblag. Auch Adi Hölzl widmete sich in der zunächst traurig anmutenden »Hirtenlegende« dem weihnachtlichen Umfeld. Mit der »Hausorgel-Polka«, einem typischen Tobi-Reiser-Stückl, gelang der Winkler Geigenmusi zusammen mit Flötistin Croce ein weiterer beschwingter Beitrag, während man sich beim »Stad'n Walzer« der Riemer Hausmusik fast auf den Tanzboden versetzt fühlen könnte.

Mit Hölzls Text zum Stern von Bethlehem und dem Lied des Frauenreuther Dreigesangs »A oite Prophezeiung« wurden die Zuhörer dezent und unaufdringlich in das Geschehen der Heiligen Nacht eingeführt und die Riemer Hausmusik rundete dies mit einer staden himmlischen Weise ab. Vier Kerzen für Frieden, Geborgenheit, Liebe und Hoffnung hatte Adi Hölzl in seinem weiteren einfühlsamen Text, der genau auf die Kindheitserinnerungen wie auf die Bedürfnisse der Senioren abgestimmt war.

»Es wird scho glei dumpa« gehört eigentlich zu jedem Adventsingen; diesmal aufgespielt von den beiden Weisenbläsern aus Bischofswiesen. Genauso steht es mit dem Andachtsjodler, fein intoniert vom Dreigesang und danach mitgesungen von vielen freudigen Stimmen von Heimbewohnern, Heimpersonal und Betreuern im adventlich geschmückten Festsaal.

Fast wie im Fluge war eine vorweihnachtliche Stunde vergangen mit viel Nachdenklichem wie Heiterem und in harmonischer Abfolge der einzelnen textlichen wie musikalischen Beiträge waren alle tragenden Figuren der Weihnachtsgeschichte einschließlich der sie prägenden Landschaft aufgetreten. So kann Einstimmung auf Advent und Weihnachten überzeugend gelingen. Reichlicher, ja herzlicher Beifall dankte es allen Mitwirkenden. J.Sch.