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Einstand mit Vollgas

4.5
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Debüt mit Vollgas: Munich Take 4 gaben im Tres einen fulminanten Einstand.

Ja, da schau einmal her respektive hör einmal hin: Man war ja schon gespannt, was Munich Take 4 – nach der Eagles-Coverband Hotel California der zweite Tres-»Neuzugang« in der Herbst-Spielzeit – bei ihrem Debüt in Traunstein so drauf haben würden. Und sie hatten es, soviel sei vorweg verraten, so richtig drauf.


Außer einem eher locker besuchten Gig in Vachendorf hatte die Truppe aus dem Münchner Raum ja noch keine Gelegenheit gehabt, sich in unserer Region einen Fankreis zu erspielen. Weil aber an der Gitarre der Traunsteiner Polizeichef amtete, war zum einen das Aufkommen bestens gelaunter Ordnungshüter im Tres relativ hoch und demzufolge der Laden dann doch ziemlich voll; zum anderen zierte als weitere Folge dieser Personalie zu späterer Stunde ein aus dem Kolleginnenkreis gespendeter Tanga-String den Mikrofonständer des Chefgitarristen. Dieses Utensil hätte es aber eigentlich gar nicht gebraucht, um für das gewisse Rock'n'Roll-Feeling Im Tres zu sorgen – das lieferte die Band mit ihrem wuchtigen, aber stets transparenten und gut ausgesteuerten Sound dann doch lieber selbst.

Druckvoll ging's los, druckvoll ging's weiter und so blieb es auch bis zum Schluss. Zum großen Teil verantwortlich dafür war der exzellente, stets Vollgas fahrende Schlagzeuger Michael Kohnke mit seinem antreibenden, knallharten und dennoch äußerst präzisen Spiel, der sich bei einem CCR-Dreierpack auch noch als formidabler Sänger einführen durfte. Aber auch die anderen drei Bandmitglieder (Peter Wedler, Gesang, Gitarre, Keyboard, Peter Schober, Gesang, Bass, und Polizeichef Rainer Wolf, Gesang, Gitarre) gaben der flotteren Gangart alleweil den Vorzug und erwiesen sich mit ihren markanten Stimmen durch die Bank als Leadgesang-tauglich, sodass der Abend musikalisch keinerlei Wünsche offen ließ. Als besonderes »Zuckerl« gab's dann bei einem Programm, das von Eric Clapton über die Eagles, Blues Brothers, Beatles, Stones, Pink Floyd, Elvis oder Jethro Tull bis hin zu Deutschrock à la Bap reichte, immer wieder mal souverän-entspannt zelebrierte vierstimmige Gesangspassagen – einfach zum Dahinschmelzen schön.

Ein bisschen schade nur, dass bei dem Programm, bis auf einige den meisten Besuchern unbekannte Songs deutscher Provenienz, das Schwergewicht auf den absoluten Nr.1-Smash-Hits aus 50 Jahren Rock und Pop lag und damit damals wie heute eher selten zu hörende Songperlen aus der zweiten bis dritten Reihe kaum Eingang in die Setliste gefunden haben. Musikalisch und vom »Handwerklichen« gab's aber rein gar nichts auszusetzen am Debüt von Munich Take 4 im Tres. Hei.