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Einstand mit Gegenwind für Jürgen Reiner

Berchtesgaden – Damit hat er wohl gerechnet: Für seine Kritik am Geschäftsgebaren des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (siehe Artikel »Affenprinzip in der TRBK« vom 27. Juni) wurde Jürgen Reiner gleich auf seiner ersten TRBK-Sitzung am Dienstag abgestraft. Nicht nur, dass der Berchtesgadener Gemeinderat der Freien Wähler Schelte vom Vorsitzenden Stefan Kurz einfing. Bei seiner Wahl zum Nachfolger von Peter Wagenlehner im örtlichen Rechnungsprüfungsausschuss und im Verbandsausschuss bekam er auch eine stattliche Zahl von Gegenstimmen - sogar von politisch nahestehenden Kollegen.

Nicht viele Freunde hat sich Jürgen Reiner im Zweckverband mit seiner Kritik an der TRBK gemacht. Das bekam er am Dienstag gleich einmal zu spüren. Foto: privat

Stefan Kurz war diese Angelegenheit so wichtig, dass er sich unter dem Tagesordnungspunkt »Bericht des Verbandsvorsitzenden« ausschließlich diesem Thema widmete. Kurz bekräftigte, dass es »nur aus Berchtesgaden« Kritik am Verband gebe. »Kritik ist durchaus gut, aber sie muss sachlich sein«, sagte Stefan Kurz. Er habe deshalb kein Verständnis dafür, wenn »selbstbestimmte Tourismusfachleute Institutionen wie die BGLT oder die TRBK infrage stellen, ohne eigene Ideen zu haben«. Es gehe nicht an, aus der Ferne auf diese Institutionen und ihre Verantwortlichen einzuschlagen.

Die Aussagen in dem Artikel »Affenprinzip in der TRBK« dienten dem Tourismus im Berchtesgadener Land nicht. »Das schadet uns, denn solche Schlagzeilen lesen auch unsere potenziellen Gäste«, betonte Kurz und empfahl den Kritikern, »zuerst das Hirn einzuschalten«. Auch in Salzburg kämpfe man beispielsweise mit erheblichen Problemen, aber dort gehe nichts davon nach außen. »Es ist nicht gut, wenn man sich immer selbst schlecht redet.« Diskussionsbedarf gab es auf diesen Anpfiff hin keinen mehr.

Zuvor aber war Jürgen Reiner bereits von einigen seiner Verbandskollegen abgestraft worden. Zwar wählte ihn der Verband zum Nachfolger von Peter Wagenlehner in den örtlichen Rechnungsprüfungsausschuss und in den Verbandsausschuss. Doch es gab stattliche sieben beziehungsweise sechs Gegenstimmen, was durchaus ungewöhnlich ist. Richard Lenz von den Freien Wählern Schönau am Königssee erhielt beispielsweise einstimmig das Vertrauen als Nachrücker für Herbert Gschoßmann, der auf eigenen Wunsch nicht mehr Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss ist. Keinen Nachfolger bekam im Rechnungsprüfungsausschuss der freiwillig aus dem Verband ausgeschiedene Michael Widmann. Der vom Markt vorgeschlagene Dr. Bartl Wimmer stellte sich nicht für das Amt zur Verfügung. Ulli Kastner