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Eines der erfolgreichsten Fischerjahre

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Auch Prominenz hatte sich zum Kirchenzug eingefunden (von links): Dr. Sebastian Hanfland, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands, Bezirkstagspräsident Josef Mederer und der Präsident des Landesfischereiverbands Franz Geiger folgten der Geistlichkeit Diakon Josef Stürzer und Pfarrer im Ruhestand Konrad Kronast. (Foto: Thümmler)

Chiemsee – »Man traut sich’s ja schon bald nimmer sagen, da die anderen großen bayerischen Seen sinkende Renkenerträge zu verzeichnen haben« – aber die Fischereigenossenschaft Chiemsee könne auf eines der erfolgreichsten Jahre in ihrer 122-jährigen Geschichte zurückblicken, so Vorsitzender Thomas Lex beim Fischerjahrtag auf der Fraueninsel.


»Seit über 15 Jahren bewegen wir uns schon auf hohem Niveau – der Chiemsee ist da schon was Besonderes«, so der Vorsitzende bei der Versammlung auf der Fraueninsel. Grotesk nebenbei: Einige Berufsfischer am Chiemsee helfen bereits ihren Kollegen am Starnberger See mit Renkenfängen aus.

146 731 Kilogramm Fische gefangen

Nach der Fangstatistik aller 16 Berufsfischer im Vollerwerb seien 2018 146 731 Kilogramm Fische gefangen worden – etwas weniger als im Vorjahr, so Lex. Davon waren allein 128 500 Kilogramm Renken, der Brotfisch des Chiemsees. Dazu kommen die nicht unerheblichen Fänge der über 1000 Angelfischer. Diese, so Lex, seien mit ihren Fängen sehr zufrieden gewesen.

Einer der Gründe für die gleichmäßig guten Renkenfänge sei der große Aufwand, den die Genossenschaft beim Besatz betreibe, vermutet Lex. So seien im vergangenen Jahr wieder Besatzfische im Wert von 500 000 Euro in den Chiemsee eingesetzt worden. Für 60 000 Euro seien Zander, Hechte, Seeforellen und Glasaale gekauft worden. Dazu kommen noch 1,35 Millionen Hecht- und 63 Millionen Renkenbrütlinge aus der eigenen Brutanstalt in Prien-Harras.

Auch heuer schaue es mit dem Renkenfang wieder sehr gut aus, fuhr Lex fort. Auch mit dem Wachstum und der Alterszusammensetzung waren die Fischer sehr zufrieden. So sei es auch möglich geworden, in den letzten beiden Fangmonaten die Maschenweite der Netze zu erweitern, um größere und gewichtigere Fische fangen zu können.

Für die Berufsfischer gibt es seit Anfang Januar einen neuen Pachtvertrag mit dem Bayerischen Staat als Grundeigentümer. »Er liefert für weitere 20 Jahre die Grundlage unserer berufsfischereilichen Existenz«, erklärte Lex. Er bezeichnete es als erfreulich, dass keine naturschutzbedingten Einschränkungen eingetragen worden seien und dass sich der Pachtzins im erträglichen Rahmen befinde.

Derzeit rund 500 Kormorane am Chiemsee

Die derzeit rund 500 Kormorane am See bezeichnete Lex als großes Problem. Die steigende Anzahl der Nester, besonders in der neuen Brutkolonie am Schafwaschener Winkel, beunruhige die Fischer   immer mehr. Die Netzschäden durch herausgerissene Renken würden immer mehr. Auch der zugelassene Abschuss am Netz bringe wenig. »So ist dem hohen Kormoranbestand auf jeden     Fall nicht bei zubekommen«,    erklärte Lex.

Schon im vergangenen Jahr plädierte Lex für die Abschaffung der mit großem finanziellem Aufwand im Chiemsee eingerichteten Ruhezonen für Vögel im Bereich der Uferzonen. Die Abgrenzungslinien seien jetzt oft nicht mehr erkennbar – die meisten Bojen seien verschwunden und würden einfach nicht mehr ersetzt. »Offensichtlich fühlt sich keiner zuständig. Der desolate Zustand der Ruhezonen kann so nicht bleiben – deshalb plädiere ich für deren Abschaffung«, erklärte Lex.

Lobend erwähnte Lex die gute Disziplin der Angelfischer in den vergangenen beiden Jahren. Dazu beigetragen hätten die Kontrollen der neuen Fischereiaufseher und der Seepolizei. Es habe im vergangenen Jahr keine einzige Anzeige mehr gegeben, freute es Lex.

Der Fischerjahrtag hatte traditionsgemäß mit dem Gedenkgottesdienst im Münster, zelebriert von Pfarrer im Ruhestand Konrad Kronast und Diakon Josef Stürzer. Ein Kirchenzug mit der Fischerstandarte führte anschließend zum Kriegerdenkmal unter den Linden. Lex legte zum Gedenken der toten Fischer und besonders der gefallenen Fischersöhne einen Kranz am Denkmal nieder. Mit den Klängen der Musikkapelle Prien ging es zurück zur Jahresversammlung. Über weitere Themen, sowie Grußworte der Ehrengäste, berichten wir noch. th