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Einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten

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Mit selbst komponierten und getexteten Liedern unterhielten Hubert Treml und seine »Die-Welt-ist-ein-Dorf-Musikanten« die Ehrengäste beim Festabend des Weltladens Traunstein. (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit einem großen Festabend im Großen Rathaussaal feierte der Weltladen Traunstein sein 25-jähriges Bestehen. Den größten Teil des Abends bestritt der Oberpfälzer Liedermacher Hubert Treml mit den »Die-Welt-ist-ein-Dorf-Musikanten«.


Treml und seine Musikanten begeisterten die Festgäste mit guter Musik, teilweise hintersinnigen Wortwitz sowie eigenen Kompositionen und Liedtexten, die sich auch auf das Thema des Abends bezogen.

Bessere Preise durch Fair Trade

»Der Einkauf im Weltladen Traunstein gibt uns allen die Chance, einen kleinen Beitrag für eine gerechtere Welt zu leisten«, betonte die Schirmherrin des Weltladenjubiläums, Oberbürgermeistergattin Konstanze Reichert-Kegel. Rund zwei Millionen Menschen auf der Welt profitierten vom fairen Handel, aber eben nur zwei Millionen von sieben Milliarden. »Fair Trade verbindet Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert den Handel durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern in Afrika, Asien und Lateinamerika«, sagte Reichert-Kegel. Als Konsumenten bestimmten wir mit unseren Kaufentscheidungen fast jeden Tag, wie gut andere Menschen von dem, was sie herstellten, leben könnten. Bei der Produktion gehe es jedoch meist alles andere als fair zu. »Weil viele möglichst wenig zahlen wollen, werden Menschen weltweit ausgebeutet«. Der faire Handel wolle zeigen, dass es auch anders gehen könne: transparent, gerecht, solidarisch und nachhaltig.

Oberbürgermeister Christian Kegel gratulierte dem Verein »Eine-Welt-Laden Traunstein« namens der Stadt zum 25-jährigen Bestehen. Er leiste erfolgreiche Arbeit dafür, dass der gerechtere Konsum weitergehe und auf den rechten Weg gebracht werde. Kegel hob die Tätigkeit der Vorstandschaft und der rund 70 ehrenamtlichen Mitglieder hervor – dabei besonders den langjährigen Einsatz des Vorsitzenden Gerhard Hübner, den die Stadt Traunstein 2016 mit der Verleihung des Verdienstabzeichens in Silber für außerordentliche und besondere Leistungen und Verdienste um das Ehrenamt in der Stadt Traunstein gewürdigt hat. Der Oberbürgermeister sah es als wichtig an, dass die Arbeit des Weltladens von den Stadtoberen mitbegleitet werde.

Kegel wies auf die seit 25 Jahren erfolgreiche Arbeit des Weltladenvereins hin. Der Weltladen sei die Keimzelle der »Fair-Trade-Stadt Traunstein« und habe wesentlich dazu beigetragen, dass der Stadt am 7. Februar 2017 dieser Titel verliehen worden sei. Nun gelte es, diesen auch mit Leben zu erfüllen. Die ersten Schritte seien erfolgt. Die »Fair-Trade-Stadt Traunstein« versuche immer wieder über Öffentlichkeitsarbeit und Sonderaktionen auf das Thema »Fair Trade« aufmerksam zu machen. Die Verbraucher seien der entscheidende Faktor, um den Konsum von fair gehandelten Waren zu steigern. Es gebe bereits gewisse Veränderungen im Konsumverhalten der Traunsteiner Bürger. Die Nachhaltigkeit spiele eine immer größere Rolle, stellte das Stadtoberhaupt erfreut fest.

Christine Weiner von der Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH (GEPA) in Wuppertal stellte fest, dass sich in den vergangenen 25 Jahren viel getan und verändert habe. Aus den Weltläden sei ein Baum geworden, der in einem Sturm bestehen könne. Viele Leute suchten im Weltladen eine sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeit. Dadurch würden sie die Hintergründe und die Menschen hinter der Produktion kennenlernen. Fair Trade lebe Begriffe wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Weiner dankte allen, die für diese Ideen brennen würden und wünschte dem »Baum Weltladen Traunstein«, dass er weiterhin wachsen und gedeihen möge.

»Dann müssen sie ihre Heimat nicht verlassen«

Der Vorsitzende Hübner ging kurz auf die Geschichte von den ersten Verkäufen vor der Stadtpfarrkirche über die Weltläden an der Scheibenstraße und Bahnhofstraße bis zum heutigen Standort an der Ludwigstraße ein. Alle Vereinsmitglieder arbeiteten ehrenamtlich und leisten damit einen Beitrag zur Bekämpfung der Fluchtursachen. »Weil die Menschen dort menschenwürdig leben können, müssen sie ihre Heimat nicht verlassen«, betonte Hübner. Bjr