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Der Berchtesgadener Ringer Alexander Petersen verlor gegen Michael Klouceck nur knapp. (Foto: Waßmuth)

In einem nur teilweise mitreißenden Kampf unterlag der TSV Berchtesgaden dem Ligafavoriten SC Anger zuhause mit 4:18.


Damit erfüllte sich auch der Wunsch von Abteilungsleiter Hans Labacher, gegen die Nachbarn keine zu hohe Niederlage hinnehmen zu müssen, nicht. Durch die zweite Niederlage in Folge fällt der TSV Berchtesgaden in der Tabelle hinter Anger, Unterföhring und Traunstein an die vierte Stelle zurück. Dennoch ist der anvisierte dritte Platz noch immer in Reichweite. Über 1 300 Zuschauer wollten den Kampf im Kongresshaus am Samstag sehen.

Der Kampfabend begann vielversprechend, denn Tobias Küpper (F 57) beherrschte Lorenz Hagelauer deutlich. Nach sechs Minuten stand es 7:0 und Küpper holte zwei Mannschaftspunkte für den TSV. Doch bereits in diesem Kampf ging Angers Taktik auf, keine hohen Punkt- oder gar Schultersiege des TSV Berchtesgaden zuzulassen. Diese Taktik setzte sich auch im folgenden Kampf zwischen Peter Fodor (G 130) und Josef Abler fort. So sehr sich der Ringer aus Berchtesgaden auch bemühte, mehr als zwei technische Wertungen gelangen Fodor nicht und wiederum gab Anger nur einen Punkt ab. Fodor versuchte aus der Bodenlage mehrfach eine große Amplitude (den Gegner auszuheben), doch Abler ließ sich nicht überraschen und rettete weitere Gegenpunkte für sein Team.

Bildergalerie vom Kampf TSV Berchtesgaden – SC Anger:

Erstmals sehr emotional wurde das Geschehen am Rande der Matte beim Kampf zwischen Sebastian Hillebrand (G 61) und Andreas Bauer. Zunächst ging Bauer zum Unmut der Zuschauer in Führung, anstatt wegen Unsportlichkeit von der Matte gestellt zu werden. Doch Hillebrand konterte in Runde zwei und zog seinerseits mit 10:8 in Front. Dann jedoch geriet Hillebrand nach einer Unachtsamkeit in einen Zwiegriff und in die Brücke, aus der es gegen den versierten Gästeringer kein Entkommen mehr gab. Anger schrieb den ersten Vierer und die Marschroute der Gäste ging weiter voll auf. Doch unter einigen Zuschauern und auch in der Ecke des SC Anger kochten die Emotionen hoch, sodass der TSV Berchtesgaden Ordner in die Ecke des SC Anger schicken musste, um die Trainer und Funktionäre des SC Anger zur Räson zu bringen. TSV-Abteilungsleiter und Sprecher Hans Labacher forderte alle Beteiligten zur Fairness auf, schließlich gehe es hier ja nur um Sport und nicht mehr.

Schulterniederlage für Hans Preinfalk

Im folgenden Kampf brachte Hans Preinfalk (F 98) zwar knapp zehn Kilogramm mehr auf die Matte als Benedikt Argstatter, dennoch gelang dem Berchtesgadener gegen den versierten Mann aus Anger keine technische Wertung. Argstatter schrieb einen Punkt nach dem anderen und strebte einem Sieg mit technischer Überlegenheit zu. Preinfalk wollte dies verhindern und musste dann sogar noch eine Schulterniederlage hinnehmen.

Auch im letzten Kampf vor der Ringpause hatte man sich vonseiten des TSV Berchtesgaden mehr erhofft. Lukas Laue (F 66) kam jedoch gegen Robert Molnar nicht so zurecht wie erwartet. Nach einem 9:2 Punktsieg von Molnar lag Anger nach der Hälfte der Kämpfe mit 11:3 vorne – bei den noch ausstehenden Kämpfen stand der Mannschaftssieg damit bereits vorzeitig fest. Marius Mackamul (G 86) ging gegen den kleinen, schwer zu ringenden Dennis Baumgartner zwar mit 2:0 in Führung und nahm den Vorsprung auch in die Pause mit. In der zweiten Runde gelang jedoch auch Baumgartner eine Zweierwertung. Und weil der Angerer die letzte Wertung vollzogen hatte, ging der Mannschaftspunkt trotz 2:2 an den SC Anger. Obwohl Benedikt Graßl (G 71) verletzt antrat, gelang ihm ein 6:4-Punktsieg gegen Felix Baumgartner. Dabei zog der technisch versierte Berchtesgadener fast alle Register seines Könnens. Andreas Rühle (F 80) scheiterte danach in einem sehenswerten Kampf an Josef Hinterreiter. Der Spitzenringer des SC Anger ließ nichts zu und siegte durch drei Einserwertungen recht sicher mit 3:0.

Nach dem fünften Einzelsieg ging es beim TSV Berchtesgaden nur mehr um Schadensbegrenzung. Ohne den verletzten Punktegaranten Andreas Hillebrand gelang jedoch auch dies nicht. Denn Michael Brandner (F 75 A) war gegen den versierten Maximilian Pöschl chancenlos, wenngleich er sich recht gut gehalten hat. Wie sehr das Berchtesgadener Publikum hinter seinen Ringern steht, zeigte der letzte Kampf zwischen Alexander Petersen (G 75 B) und Michael Klouceck. Petersen fand zunächst nicht in den Kampf und geriet bis zur Pause mit 0:6 in Rückstand. Dann jedoch spielte Petersen seine Technik aus und kam unter frenetischem Jubel des Publikums bis auf 5:6 heran. Doch Klouceck rettete den knappen Vorsprung über die Zeit und sorgte mit einer 1:0-Wertung für den 18:4-Endstand seiner Staffel im Kongresshaus in Berchtesgaden.

Phänomenales Publikum

»Wir können mit dieser Niederlage leben, auch wenn sie höher ausgefallen ist, als wir erhofft haben. Unser Dank gilt dem phänomenalen Publikum, das uns auch bei Niederlagen die Treue hält«, so Ringervorstand Hans Labacher. Am kommenden Samstag gastiert der AC Penzberg in Berchtesgaden. Da werden die Anhänger des TSV Berchtesgaden wieder Grund zum Jubeln haben. Auch weil Berchtesgaden dann den dritten Tabellenplatz zurückerobern kann.

Die weiteren Ergebnisse des 7. Kampftages in der Bayernliga:

TV Traunstein – SV Mietraching 21:9,

TSV Mering – AC Penzberg 16:13,

SC Isaria Unterföhring – SC Oberölsbach 18:13

Gruppenliga Süd:

TSV Berchtesgaden II – SC Anger II 4:49,

TV Traunstein II – SV Mietraching II 16:27

Schüler Grenzlandliga:

TSV Berchtesgaden – SC Anger 12:28. cw