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Eine musikalische Einheit voller Leben

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Stolz stellten sich die jungen Damen und Burschen zum Erinnerungsfoto auf. (Foto: Flug)

Sie hatten ihre helle Freude aneinander, da auf den Bühnenstufen der großen Aula der Gewerblichen Berufsschule Traunstein: das Chiemgau Jugendsymphonieorchester, 60 musikbegeisterte Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren mit Dirigentin Ya-Wen Köhler-Yang.


Gegenüber ein begeistertes Publikum in der sehr gut besuchten Aula. Es war ein besonderes Abschlusskonzert der diesjährigen Herbstarbeitsphase, in der die jungen Musiker und Musikerinnen ihre Herbstferien ihrer Musikleidenschaft geopfert hatten. Nach der Probenphase fanden eine öffentliche Generalprobe in Unterwössen und Konzerte in Trostberg und Traunstein statt.

Die Ouvertüre zu »Orpheus in der Unterwelt« von Jacques Offenbach eröffnete einen frühen Abend. Das Konzertstück für Horn und Orchester von Camille Saint-Saens brachte ein besonderes Hornsolo mit Maximilian Schellenberger. Sein Solo imponierte sehr, so gefühlvoll gerade in den leisesten Tönen, dann wieder schnell, sauber und sicher in allen Tempiwechseln. Das Publikum dankte mit begeistertem Applaus.

Schellenberger ist in der frühen Jugend aus dem Schongau in den Chiemgau gezogen. An der Musikschule Grassau lernte er Horn bei Wolfgang Diem. Schon damals machte er mit mehreren Erfolgen im Wettbewerb »Jugend musiziert« auf sich aufmerksam. Von 2010 bis 2013 lernte Jungstudent Schellenberger bei Prof. Johannes Hinterholzer in München. Seit Oktober 2014 studiert er an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Christian Lampert. Seit 2011 spielt er zudem im Bayerischen Landesjugendorchester.

Nach der Pause ging es hinein in Beethovens achte Symphonie in F-Dur. Wunderbar gelang es dem Orchester, die fröhliche, beschwingte Stimmung zu vermitteln, verschiedene Solisten und Register waren besonders gefordert und überzeugten. Wunderbar nahm die Dirigentin Ya-Wen Köhler-Yang ihre jungen Musiker mit, trieb sie voller Energie an, vermittelte ihnen die Leichtigkeit der Melodien und nahm sie gefangen. So erwies sich das Orchester als eine im Gleichtakt schwingende Einheit voll Konzentration und Leben, abwechslungsreich und vielschichtig.

Nach dem Schlussapplaus wandte sich der Projektleiter des Jugendorchesters und Vorsitzende des Fördervereins, Simon Nagl, an Musiker und Publikum. Er schilderte, dass die jungen Leute während dieser mehrtägigen Arbeitsphase überaus hart auf dieses Konzert hingearbeitet hatten. Er erwähnte den erheblichen Probenaufwand, den sie ganzjährig in die Musik stecken. In diesem Abend sah er den überaus verdienten Lohn für die großen Anstrengungen. Für so einen Erfolg sah er vor allem die Dirigentin Ya-Wen Köhler-Yang mit ihrem Team aus sechs Dozenten verantwortlich. Er bewunderte die Energie und das pädagogische Geschick der Lehrer. Immer wieder gelinge es ihnen, die jungen Musiker neu zu begeistern und mitzunehmen. Die Dirigentin freute sich sichtlich über die Leistung einzelner Musiker. Sie zeigte ihre Begeisterung und lenkte immer wieder den Applaus auf die, die gerade wieder besondere Passagen und Herausforderungen gemeistert hatten.

Aus der Klassik verabschiedeten sich die jungen Leute mit ihrer Zugabe. »Mission impossible«, die Musik zum James-Bond-Film spielten die Jugendlichen mitreißend. »Mission geglückt« sehen dagegen auch dieses Jahr alle, die das Chiemgau Jugendsymphonieorchester seit seiner Gründung im 1992 tragen: die jungen Musiker mit ihren Dozenten, die Eltern, der Landkreis und seine Musikschulen, der Förderverein und die Förderer. Ludwig Flug