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Eine Harfe ist keine Trompete

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Eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt – auch im Alltag einer Berufsmusikerin. Harfenistin Silke Aichhorn hat darüber ein Buch geschrieben, gespickt mit 42 Kurzgeschichten zum Schmunzeln und Kopfschütteln.

Eine Harfe ist keine Trompete. Das ist klar. Was es aber tatsächlich bedeutet, mit einem 40 Kilo schweren Instrument mit 47 Seiten auf Tour zu sein, war mir nicht bewusst. Warum auch. Wenn Silke Aichhorn auf der Bühne sitzt und virtuos auf ihrer Harfe spielt, denkt man nicht an Strapazen. Nicht an Stress, Hunger, Kälte oder seltsame Zeitgenossen. Dann fühlt man sich wohl und lauscht der Musik, so wie man es auch bei einem Blechblasorchester täte.


In ihrem Buch »Lebenslänglich Frohlocken«, das Anfang des Jahres erschienen ist, beschäftigt sich die Traunsteiner Berufsmusikerin jetzt aber ausführlich mit dem ganzen Drumherum. Sie hat ihre kabarettistischen Lesungen zusammengefasst und gewährt in 42 Kurzgeschichten Einblicke in »bald alles Unmögliche im Profimusikbereich« und auch ein paar schöne Erlebnisse. Und immer wieder frage ich mich beim Lesen: »Warum tut sie sich das an?« Darauf antwortet Aichhorn aber selbst im Vorwort: »Selbstständige Musiker sind immer auch sehr große Idealisten!« und ganz abgesehen davon: »Harfe ist toll!«

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Und so erzählt Aichhorn von Gruftmuggen – dem Musizieren auf Beerdigungen, von Hochzeiten mit organisationswütigen Bräuten und Schwiegermüttern, einem überraschenden Konzert beim emeritierten Papst Benedikt XVI, absurden Harfentransporten per Zug, Auto und Wagerl treppauf, treppab und querfeldein, hypernervösen Musikerkollegen, Doppelgängerinnen und angespannten Mäzenen. »Jede Geschichte ist für mich wie eine Praline«, schreibt eine begeisterte Leserin auf Aichhorns Homepage. Eine andere berichtet, dass sie »häufig schallend gelacht« habe.

Aichhorns Buch verdeutlicht den Kontrast zwischen Selbstwahrnehmung, eigenem künstlerischen Anspruch und dem Ansehen bzw. den unterschiedlichen Erwartungen an Musiker: Virtuoser Solokünstler im großen Konzertsaal auf der einen Seite, gebuchte musikalische Untermalung in der Ecke auf der anderen. Bankett oder Mitarbeiter-Kantine. Ein Spagat, den Aichhorn zuweilen nur mit sehr viel Ironie und Sarkasmus erträgt – und mit der Liebe zu ihrem Instrument, ihrer Musik »in himmlischer Mission«.

Am 2. März um 20 Uhr gastiert Silke Aichhorn mit ihrer kabarettistischen Lesung mit Musik in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS und bringt die skurrilen Erfahrungen aus dem Konzertbusiness auf die Bühne, umrahmt von ihrem virtuosen Harfenspiel.

Zur Einstimmung verlosen wir drei handsignierte Ausgaben von »Lebenslänglich Frohlocken«. Die Verlosung läuft über unsere Gewinnspiel-Hotline. Wer gewinnen will, ruft bis 1. März um 12 Uhr die Telefonnummer 01378/22 70 22 28 (50 Cent pro Anruf, mobil ggf. abweichend) an und nennt das Stichwort »Harfe« sowie seinen Namen, seine Anschrift und seine Telefonnummer. Um per SMS teilzunehmen, senden Sie eine Nachricht mit dem Inhalt »TT WIN HARFE« (wichtig: nach dem Stichwort darf kein Punkt oder Komma, sondern nur ein Leerzeichen kommen), Ihren Namen sowie Ihrer Anschrift an 52020 (49 Cent pro SMS). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Kathrin Bauer

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