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Eine halbe Tonne teils scharfe Munition: Splitter-Mine in Traunstein gesprengt

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Sprengung einer Splitter-Mine in Haslach/Traunstein
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Eine Weltkriegsmine wurde am Montag nach einem größeren Kampfmittelfund auf der Baustelle für den geplanten Edeka C+C Großmarkt im Haslacher Gewerbegebiet gesprengt. Foto: Wittenzellner

Traunstein – Militärschrott in der Größenordnung einer halben Tonne wurden bei Grab- und Baggerarbeiten auf dem Grundstück des geplanten Neubaus des Edeka C+C Großmarktes im Gewerbegebiet Sonntagshornstraße in Haslach gefunden. Darunter auch Wurfgranaten und scharfe Minen. Eine bezündete Schützenmine musste am Montag vor Ort gesprengt und vernichtet werden.


Die Kriegsgeräte, darunter auch Stahlhelme, Flakteile, Karabiner und amerikanische, russische wie auch deutsche Munition wurden offensichtlich nach Ende des Krieges in einem Bombentrichter nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ entsorgt.

Vor gut einer Woche wurden die Kampfmittel von einem Baggerfahrer bei Grabarbeiten entdeckt. Der Puls ging bei Baggerfahrer Ludwig Glück schon kräftig in die Höhe, als er in dem früheren Bombentrichter auf die Überbleibsel des 2. Weltkrieges stieß, wie er unserer Redaktion im Gespräch vor Ort schilderte. Die Polizei wurde verständigt, die die Fundstelle absperrte und in den Folgetagen kontrollierte und überwachte. Gerhard Dürr aus Niederbayern rückte mit seinem Kampfmittelräumdienst an, um die Kriegsüberbleibsel soweit möglich mittels Bagger zerstören zu lassen, um sie anschließend abtransportieren zu können. Für die Schützenmine musste allerdings ein Sprengkommando aus München anrücken.

Sprengmeister Roger Flakowski betonte, dass keine Sprengung Routine sei, da jeder Fall anders gelagert sei. Eine Evakuierung in dem Gewerbegebiet war nicht erforderlich, trotzdem ging der Sprengstoffspezialist auf Nummer sicher. Er hob ein Loch aus, die Mine wurde in einem mit Sand gefüllten Plastikrohr „verpackt“ und wiederum mit Sand zugeschüttet, um den Splitterflug gering zu halten.

Bilder von der Sprengung:

Nachdem die Kabel verbunden waren, durfte die „Spreng- und Glücksfee“ Sophia Röde, die mit ihrem Bruder Maximilian als private Investoren für das rund zehn Millionen Euro schwere Projekt verantwortlich ist, den roten Knopf betätigen, der die Splittermine kontrolliert zur Sprengung brachte. Ein paar Meter schossen nach einem dumpfen Explosionston Steine und Sand in die Höhe – zwei Rauchwolken inklusive.

Die Sprengung verlief unspektakulär erfolgreich. Der Kampfmitteldienst transportierte die restlichen militärischen Gegenstände ab. Die vom Investoren zu tragenden Kosten der Bodenuntersuchung bewegen sich für die mehrere Tage dauernden Arbeiten auf rund 10.000 Euro, die Beseitigungskosten übernimmt der Freistaat Bayern. awi

Vorbericht:

Auf der Baustelle für das geplante neue Gebäude des Edeka C+C Großmarktes im Gewerbegebiet in Haslach wurde heute Vormittag eine Weltkriegsmine kontrolliert gesprengt.

Bei den bisherigen Erdarbeiten wurden in dem Gelände jede Menge Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Eine sogenannte Splitter-Mine, die neben zahlreichen anderen Sprengmitteln im Erdreich schlummerte, wurde am Montagvormittag von einem Sprengkommando aus München unter Aufsicht zur Detonation gebracht.

Weitere gefundene Munition und Sprengkörper werden ebenfalls entsorgt.

Ein ausführlicher Bericht folgt im Laufe des Tages.

red