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Ein Wochenende im August

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Ein Wochenende im August
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Katja (Nadja Uhl) erlebt eine unerwartete Begegnung mit dem Reisejournalisten Daniel (Carlo Ljubek). Foto: Volker Roloff/ARD/Degeto/ Foto: dpa

Sicherer Job, solide Ehe, kleine Familie - im Leben von Lehrerin Katja läuft alles rund. Dann wirbelt ein schräger Vagabund hinein. Das Erste zeigt Nadja Uhl in einer Sommerliebe voller Leichtigkeit.


Berlin (dpa) - Das Leben zieht seine Bahnen, der Alltag hält es meistens im Griff. Was geschehen kann, wenn durch eine plötzliche Begegnung alles aus dem Lot gerät, das zeigt der Liebesfilm »Ein Wochenende im August« mit Nadja Uhl und Carlo Ljubek. Der Film steht am Samstag um 20.15 Uhr beim Ersten auf dem Programm.

Eine blonde Frau im blauen Kleid radelt durch die lila blühende Heide, die Sonne scheint - als plötzlich ein fremder Mann vor ihr steht, der sie auch noch fotografiert. Zuhause erzählt Katja (Uhl) ihrem Mann Thomas (Thomas Limpinsel) davon, ehe er zu einer Geschäftsreise aufbricht. Auch ihre Tochter Leonie (Amelie Herres) fährt mit einer Freundin übers Wochenende weg, so dass Katja endlich mal allein ist. Es dauert nicht lange, da steht der Fremde vor ihrer Tür - Daniel (Ljubek) bekommt erst ein Glas Wasser und wenig später auch einen Zeltplatz in ihrem Garten. Was folgt? Ein Picknick, ein Bad im See, eine gemeinsame Nacht.

Buchstäblich zwei Welten treffen hier recht unvermittelt aufeinander. Zum einen die Hausfrau und Mutter, die sich in ihrem schönen Leben auf dem Lande eingerichtet hat, im renovierten Bauernhaus der Familie mit dem schicken Oldtimer vom Typ Karmann Ghia Cabrio vor der Tür.

Der Reisejournalist und Fotograf hingegen ist seit sieben Jahren allein unterwegs, und in seinem Rucksack ist angeblich alles, was er braucht. Beide stürzen sich in eine Affäre, werden von ihren Gefühlen füreinander überwältigt, ohne zu wissen, wohin das führen kann. Beide Schauspieler machen das intensiv und glaubhaft, vor allem Nadja Uhl.

Ähnlichkeiten zu dem 90er-Jahre-Kinohit »Die Brücken am Fluss« mit Meryl Streep und Clint Eastwood sind kaum zu übersehen. Regisseurin Esther Gronenborn (51, »Ich werde nicht schweigen«) hat ihren Film jedoch deutlich leichter inszeniert, wobei die Story etwas hinkt.

Manchem Zuschauer mag die Handlung zu kitschig sein, die Dialoge mögen zu sehr nach Küchenpsychologie klingen - geht es in den Gesprächen der beiden Hauptfiguren doch um Sehnsucht, Schmerz und Selbsterkenntnis. Katja wagt sich mit ihrer spontanen Verliebtheit immerhin ein Stück weit aus ihrem Schneckenhaus heraus, trotz ihrer Furcht vor dem Neuen und Unbekannten, während Daniel ständig vor etwas davonzulaufen scheint und sich bislang auf niemanden so recht einlassen kann oder will.

Im ARD-Pressetext erklärt Nadja Uhl (47, »Gegen die Angst«): »Katja hätte schon vor Jahren Kind und Mann schnappen müssen, um eine andere Richtung einzuschlagen. Dazu müsste sie sich aber eingestehen und einfordern, was ihre Bedürfnisse sind. Es gibt keine Ausreden, außer Krankheit. Solange man gesund ist, kann man das Leben nicht genug ausschöpfen. Also ist der Knackpunkt, wie wichtig es ist, dass wir Frauen wissen, wo unsere Bedürfnisse liegen, und die Ängste hinter uns lassen, die uns daran hindern zu leben.« Nun, ihre Figur der Katja versucht genau das: Sie liebt, sie tanzt und singt sogar wieder - sie hängt nicht mehr verpassten Chancen nach, sie lebt auf. Ein sommerliches Wochenende lang: pure Lebenslust.

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