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Ein Verbrechen aus Hass

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Ein Mann vor einer Synagoge
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Vor einer Synagoge in Halle kam es zu einem schweren Verbrechen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa Foto: dpa

Jom Kippur, so heißt der wichtigste Feiertag für jüdische Menschen. Die Gläubigen treffen sich dafür in Synagogen, den Gotteshäusern des Judentums. Dort beten sie und stellen in einem Vorraum Kerzen auf. Oft tragen sie weiße Kleidung und weiße Kopfbedeckungen.


Auch in der Stadt Halle im Bundesland Sachsen-Anhalt trafen sich am Mittwoch Menschen zum jüdischen Gottesdienst. Doch dann wurde der Feiertag durch ein schweres Verbrechen unterbrochen. Ein Mann versuchte, mit Waffen in die Synagoge zu gelangen. Doch er kam nicht durch die versperrte Tür.

Kurz darauf soll der Mann in der Umgebung zwei Menschen erschossen haben. Später wurde er von der Polizei festgenommen. Aber warum macht jemand so etwas? Auf der Suche nach den Gründen benutzten viele Leute ein kompliziertes Wort: Antisemitismus.

Anti bedeutet, gegen etwas zu sein. Mit Antisemitismus ist der Hass auf Juden gemeint. Antisemitismus gibt es schon seit Jahrhunderten. Besonders schlimm war der Judenhass zur Zeit der Nationalsozialisten. Die Nazis waren in Deutschland vor etwa 80 Jahren an der Macht und brachten Millionen Juden um.

Das ist zum Glück lange her. Aber auch heute noch haben manche Leute Vorurteile gegen Juden oder beschimpfen sie ohne Grund. »Manche Menschen brauchen einen Sündenbock für ihre Probleme und Ängste«, sagt eine Expertin. Jüdischen Menschen seien schon in früheren Zeiten schlechte Eigenschaften unterstellt worden. Außerdem wurden Lügen über sie verbreitet.

Auch der bewaffnete Mann in Halle hatte wohl Hass auf Juden. Vertreter jüdischer Gemeinden forderten, mehr gegen Antisemitismus vorzugehen. Ein Politiker der deutschen Regierung sagte nach der Tat: »Der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur ist heute ein schwarzer Tag.«