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TV-Tipp

Ein starkes Team: Gestorben wird immer

Beerdigungen gehören nicht zu den Ereignissen, nach denen sich viele Menschen sehnen. Wie rüde es im Bestattungsgeschäft zugehen kann, zeigt jetzt ein Fernsehkrimi.

Ein starkes Team – Gestorben wird immer
Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck, l-r), Otto Garber (Florian Martens) und Sebastian Klöckner (Matthi Faust) am Tatort, einem Friedhof. Foto: Katrin Knoke/ZDF Foto: dpanitf3

Berlin (dpa) - Auf einem Berliner Friedhof findet eine Beerdigung statt, die trauernde Witwe wünscht, in aller Stille vom verblichenen Gemahl Abschied zu nehmen. Als sie allein an das Grab tritt, entfährt ihr ein spitzer Schrei - denn auf dem Sarg liegt ein toter Mann.

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So beginnt die neueste Folge der Krimireihe «Ein starkes Team - Gestorben wird immer», die an diesem Samstag (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist.

Bei dem Toten handelt es sich um den Bestattungsunternehmer Sven Kreuzkamp (Jockel Tschiersch), der am offenen Grab erschossen wurde. Ihm gehörte das Institut Letzte Reise, gemeinsam mit seinem Partner Hermann Lichte (Uwe Ochsenknecht), der seinen Azubi Kai Erichsen (Timur Bartels) ganz schön triezt. Ihr Unternehmen bietet Dumpingpreise an und lässt schon mal Messinggriffe abschrauben, ehe der Sarg endgültig in der Erde verschwindet.

Die Kommissare Otto Garber (Florian Martens) und Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) finden rasch heraus, dass in der Berliner Bestatterbranche ein knochenharter Verdrängungswettbewerb herrscht: Auf 90 Verstorbene am Tag kommen 300 Bestatter. Kein Wunder, dass da Discount-Anbieter mit Schnäppchenpreisen gegen traditionsreiche Familienunternehmen antreten, die wiederum kaum noch existieren können.

Florian Martens agiert gewohnt brummig und darf als Kommissar beim Anblick des modernen Bestattungshauses sagen: «Ist das hier ein Reisebüro?» Allerdings erzählt er auch vom würdevollen Begräbnis seiner Schwester. Sein Chef Reddemann (Arnfried Lerche) lacht gerne mal über ein Witzchen wie «Warum leben, wenn man schon für 500 Euro unter die Erde kommen kann».

Auch ansonsten sind hübsche Sätze zu hören: Stefanie Lentz (Maria Simon) ist die trauernde Tochter eines verstorbenen klassischen Bestatters, der sich nach seinem Ruin erhängt hat, und sagt den passenden Satz: «Auch Bestatter haben das Recht zu trauern», während Sputnik (Jackie Schwarz) den Ermittlern erfolglos eine Sterbeversicherung andrehen will mit dem Werbespruch «Zahle jetzt, stirb später».

Nachdem erst kürzlich Stefanie Stappenbeck als Nachfolgerin der gestorbenen Maja Maranow in das Team gekommen ist, tritt in dieser Folge Matthi Faust (37) als Kommissar Sebastian Klöckner seinen Dienst an, als Nachfolger von Ben Kolberg (Kai Lentrodt), der durch die Welt segelt. Klöckner sammelt schon mal Müll ein, bringt ihn ins Büro mit und wühlt gar in einem Grab herum.

Eine Bestattung im Weltraum muss es ja nicht gleich sein. Das Team aus dem bewährten Autor Leo P. Ard und dem Regisseur Thorsten M. Schmidt lässt mehrere Figuren im Film von hinten betäuben oder umbringen - eine weitere Leiche liegt sogar im Sarg einer Toten, die gerade verbrannt werden soll.

Ansonsten setzen sie ganz auf eine konventionelle, aber Spannung aufbauende Erzählweise mit diversen Wendungen und Nebenrollen, die sehr gut besetzt sind. Ganz nebenbei wird deutlich, was für einen emotionalen Zwiespalt es für viele Menschen bedeutet, wenn sie bei einer anstehenden Beerdigung vor allem auf die Kosten achten müssen. Wenn makabrerweise allerdings sogar Rauschgift in Urnen geschmuggelt wird, kann von Pietät und Respekt wirklich keine Rede mehr sein.

Gestorben wird immer