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Ein sprühendes Theaterfest zum Jubiläum

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Ein mitreißendes Finale gestaltete das Opernensemble des Landestheaters mit Bernsteins »Make our garden grow«. (Foto: Aumiller)

Theater gespielt wurde in Salzburg schon viel länger, aber fast auf den Tag genau vor 125 Jahren wurde das Theater-Gebäude an diesem Platz mit der Ouvertüre zu Mozarts »La clemenza di Tito« eröffnet.


In Erinnerung daran spielte das Mozarteumorchester unter der Leitung seines Ehrendirigenten Ivor Bolton jetzt diese Ouvertüre zum Auftakt eines »Feuerwerks, wie es ein Drei-Sparten-Haus zünden kann«, wie es Intendant Carl Philip von Maldeghem in seiner Moderation ankündigte. Es solle ein Abend der Erinnerung sein, der aber auch die Gegenwart und Zukunft des Theaters feiert, so der Intendant. Und diese Gegenwart bescherte dem Publikum ein spannendes, erheiterndes und rundum gelungenes Theaterfest.

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Um die 50 000 Aufführungen haben in den 125 Jahren die Bühne belebt und so gelte es vor allem die Menschen zu feiern, die in diesem Gebäude wirkten und weiterhin wirken, ebenso das Publikum, ohne das kein Theater möglich wäre, sagte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. In seinem beschwingt erheiternden Grußwort imaginierte er die Gedanken des Publikums und meinte, das Theater halte uns stets den Spiegel vor, auch bei seinem heutigen Blick in die menschlichen Abgründe.

In ihrer Gratulationsadresse erinnerte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler unter anderem daran, dass Max Reinhardt als junger Schauspieler 52 mal im Landestheater aufgetreten sei und dass die ersten Aufführungen der Festspiele 1922 im Stadttheater, wie es damals hieß, stattfanden. Die Landesbühne gehöre zum Urgestein des Theaters, sei in der Konfrontation mit den Festspielen gefordert, aber nicht überfordert und rechtfertige in seiner ganzjährigen Arbeit den Ruf Salzburgs als Kulturstadt.

Ein köstlicher Reigen an Darbietungen zeigte die große Bandbreite der Möglichkeiten und Qualitäten des heutigen Theaterbetriebs. In Sachen Schauspiel beeindruckte Marco Dott mit einem Auszug aus dem »Vorspiel auf dem Theater« aus Faust I und dem Prolog zur Eröffnung des Hauses am 1. Oktober 1883. Nicola Rudle und Christoph Wieschke brillierten mit der Gretchenszene aus Faust I und weiters gab ein Ausschnitt aus »Der Talisman« von Ludwig Fulda einen schönen Blick ins Schauspielleben.

Mit einer intensiven Szene aus Reginaldo Oliveiras »Balacobaco« gab das Ballettensemble einen beeindruckenden Beitrag. Mit romantischem Zauberklang glänzte der Opernchor mit dem »Mondchor« aus Otto Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« und Tamara Ivani zeigte vokalen Charme in der Cavatina aus Gioachino Rossinis »La Gazetta«. Herzerfrischende Opernklänge erfreuten außerdem mit Terzett und Duett aus Mozarts »Cosi fan tutte« und Don Giovanni« mit Katie Coventry, Anne Fleur-Werner, Raimundo Juzuitis und George Humphreys unter der Leitung von Adrian Kelly.

Mit einem reizenden Debüt profilierten sich die Mitglieder des Opernstudios Hazel McBain und Jacob Scharfman mit dem Duett Papagena-Papageno aus »Die Zauberflöte«, das Ivor Bolton leitete. Mitreißend gestaltete der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor zusammen mit dem Solo von George Humphreys Ausschnitte aus Steve Tifords »Wills wunderbare Worte«, Cole Porters »Schlag nach bei Shakespeare« und Wise Guys »Hamlet«. Zum Ausklang sorgte das Opernensemble unter Adrian Kelly für ein spritziges Finale mit Leonard Bernsteins »Make our garden grow« aus »Candide«.

Gesprächsrunden gab es zwischen den Gesangsnummern mit Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf, Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn und den Bürgermeistern Harald Preuner und Bernhard Auinger sowie als Überraschungsgäste mit den Schauspielerinnen Julia Gschnitzer und Nicola Rudle und der Präsidentin der »Freunde und Förderer des Salzburger Landestheaters«, Elfi Schweiger. Als Jubiläumsgeschenk sicherte Schellhorn dem Theater die Valorisierung (Wertsicherung) im kommenden Jahr zu. »Menschen-Orte-Geschichten« ist der Titel der vom Intendanten herausgegebenen Festschrift zum Jubiläum, die »125 Seiten des Salzburger Landestheaters« wörtlich und sinnbildlich, ausgestattet mit besonderen Fotos, einladend aufzeigt und sich bestens empfiehlt. Elisabeth Aumiller

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