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Ein Quartett in Barockstimmung

In der von Musikschulleiter Otto Dufter konzipierten Reihe »Musik für die Seele« traten in der Unterwössener Pfarrkirche vier Musikerinnen auf, die eine kleine Auswahl an Barockmusik mitbrachten. Stimmigerweise spielten sie diese auch auf alten Instrumenten.

Barockmusik in Unterwössen mit (v. l.) Sandra de Crescenzo, Sabine Burkali-Weiskirchner, Beatrice von Kutzschenbach und Shelley-Anne Harrisberg. (Foto: Ludwig Flug)

Die Mitwirkenden waren an der Traversflöte Sandra de Crescenzo, an der Barockvioline Sabine Burkali-Weiskirchner, am Barockcello Shelley-Anne Harrisberg (aus Südafrika, jetzt Wien) und am Cembalo Beatrice von Kutzschenbach. Das Quartett spielte erstmals zusammen – ein Glücksfall für das Achental, denn es gibt gar nicht so viele Instrumentalisten, die sich auf die Musik des Barock verstehen.

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Vier Stücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert erklangen: die Sinfonia a tre von Alessandro Stradella, die Violinsonate op. 2/5 von Antonio Vivaldi, die Flötensonate e-Moll von Carl Philipp Emanuel Bach und die Triosonate seines Vaters Johann Sebastian Bach. Diese Musik zu spielen, setzt schon große Virtuosität bei den Solistinnen voraus, und sie wurde besonders ansprechend dargeboten im von Goldtupfern geschmückten Raum der Unterwössener Kirche, die 1781 vollendet wurde, also in der verspielten Spätperiode des Barock, wie Hans Kurfer sagte.

Für das Cembalo war dieses kleine Konzert eine Premiere im Achental: Es kam erst Anfang des Jahres als Geschenk für die Wolfgang Sawallisch-Stiftung aus Rom in den Chiemgau und hat seinen Platz in der Musikschule Grassau gefunden. Der Abend war ein hervorragendes Beispiel für die Pflege alter Musik mit Barockinstrumenten und zugleich der vielversprechende Beginn einer neuen musikalischen Ausrichtung an der Musikschule Grassau, die ihre Schüler nun verstärkt mit alter Musik vertraut machen kann. Drei der Musikerinnen sind dort übrigens als Lehrkräfte beschäftigt. Die gut halbstündige »Musik für die Seele« galt auch zehn ganz kleinen Kindern unter den etwa 70 Zuhörern- wie schön, dass sie bei dieser Gelegenheit ganz beiläufig in den Genuss ausgezeichnet dargebotener klassischer Musik kamen. ug