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Ein Paradies für die Jüngsten: Kindergarten Oberau feierlich übergeben

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Berchtesgaden: Kindergarten Oberau feierlich übergeben – Ein Paradies für die Jüngsten
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Es ist angerichtet (v.l.): Architekt Alexander Dinter, Silvia Owczarek vom Architekturbüro Schulze-Dinter, Marktbürgermeister Franz Rasp, Kindergartenleiterin Stephanie Klose und Markus Voss, für den Hochbau in der Marktgemeinde verantwortlich. (Fotos: Meister)

Berchtesgaden – Die Einweihung des am »alten« Ort neu entstandenen Kindergartens in der Oberau fand am frühen Samstagvormittag statt, fast ohne Kinder. Doch eine gute Hand voll wollte auch am »freien Tag« dabei sein, wenn die Erwachsenen Kluges sagen über ihr schmuckes Domizil, das zudem gewachsen ist, eine Kinderkrippe dazu bekam und einen größeren Garten.


In dem standen schon die entsprechenden Sachen aufgereiht, denn der Kindergarten ist schon seit einigen Tagen in Betrieb, die Eröffnung war also vor allem eine Formsache.

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Das Haus hat schon viele Geschichten erlebt, nun begann wieder eine ganz neue. Zwar war bereits seit längerem der örtliche Kindergarten hier untergebracht, aber es war wohl immer ein Provisorium. Davon ist nun nichts mehr zu entdecken, helle schöne Räume, die alles bieten, was ein kleines Kinderparadies haben muss, um den Tag mit Spaß und Spiel zu verbringen.

Die Kindergartenkinder fachsimpelten unter sich, wollten gar nicht spielen, obwohl es für's Foto möglicherweise interessanter gewesen wäre. Die Großen waren durchweg zufrieden und vielleicht auch ein wenig stolz. Die Kindergärtnerinnen mit Stephanie Klose an der Spitze ganz sicher, weil ihre Arbeitsbedingungen enorm verbessert wurden. Zufriedenheit auch bei den Eltern, deren Kinder nun ein Tagesziel haben, das sie gewiss gern ansteuern. Und bei der Kommunalpolitik sowieso, weil es ihr gelungen ist, ein gutes Projekt zum guten Ende zu bringen. Spürbar war die Zufriedenheit auch beim Architekturbüro Schulze-Dinter, dem ein guter Wurf gelungen ist, der sicherlich lange Bestand haben wird.

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Lisa Schörghofer am Spielturm, den die Berchtesgadener Schnitzschule zum Inventar beisteuerte.

Marktbürgermeister Franz Rasp reihte sich ein in die Zufriedenen, er schilderte, wie aus der umgebauten früheren Wohnung nun ein stattlicher Kindergarten wurde. »Kurze Beine, kurze Wege«, umschrieb er das umgesetzte neue Konzept. Und Rasp wollte vor allem denen danken, die sich einsetzten und engagierten bis zum glücklichen Ende: dem Bauhof, dem auch in die Bauphase einbezogenen Personal, dem Architekturbüro und den beteiligten Firmen. Besonders hob Rasp hervor, dass die Arbeiten alle im vorgesehenen Kostenrahmen ausgeführt wurden, was wohl schon als bemerkenswert zu bezeichnen ist.

Einstimmig habe das Kindergartengartenprojekt den Marktgemeinderat passiert, auch mit der Erweiterung um eine Kinderkrippe und eine Vergrößerung des Gartens. Der Umbau kostete 1 Million Euro, war von Marktkämmerer Richard Beer zu erfahren, wobei der Eigenanteil bei 370.000 Euro lag. Der Rest wurde durch Fördergelder finanziert. Die Kapazität der Einrichtung reicht für 25 Kindergartenkinder, dazu noch ein Dutzend Krippenkinder. Eine Gruppe wird auch künftig in den von der Gemeinde angemieteten Räumen neben der Kirche auf der Buchenhöhe untergebracht.

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Schon Tage zuvor haben die Jüngsten der Oberau ihren neuen Kindergarten in Beschlag genommen.

Den Segen erhielt der neue Kindergarten durch Pfarrer Thomas Frauenlob und seinen evangelischen Kollegen Pfarrer Peter Schulz. Eine glückliche Zeit sollen die hier betreuten Kinder in ihrem Kindergarten, aber auch die, die hier ein- und ausgingen, war einer der Wünsche, den die geistlichen Herren der schmucken Einrichtung mitgaben. Ähnlich war wohl auch das Anliegen, mit dem Architekt Alexander Dinter und sein Team ihre Arbeit ausführten. Dinter bekannte, dass ihnen diese Arbeit großen Spaß bereitet hätte und erläuterte die »Neuheiten«, die in den Bau eingebracht worden seien, die Schwierigkeiten, die Anfangs der gewünschte Anbau der Kinderkrippe auf engem Gelände bereitete, und dass es gelungen sei, durch Begradigung der Hanglage die Außenfläche zu vergrößern. Auch Alexander Dinter hatte Lob zu verteilen an die, die sich in besonderer Weise bei der Realisierung engagiert haben.

Apropos Haus-Geschichten: Ende der 1930er Jahre entstand das Gebäude, erzählt ein »alter« Oberauer am Rande. Das war in etwa die Zeit, in der mit dem Bau der Rossfeldstraße begonnen wurde und die Bevölkerungszahl der Au sprunghaft anstieg. Es wurde das Gemeindeamt, im ersten Stock wurden Lehrerwohnungen bereitgestellt. Unten residierte der Bürgermeister der seinerzeit noch selbstständigen Gemeinde.

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Auch am »freien Tag« ließen sich die Kindergartenkinder ihr Dabeisein nicht nehmen.

Ein Kommunist war im Reigen der Gemeindevorsteher übrigens auch dabei – Johann Hinterseer war sein Name und er führte die Gemeindegeschicke rund elf Jahre bis fast zur Gebietsreform, kann also doch gar nicht so schlecht gewesen sein. Jedenfalls war es ein Novum im Berchtesgadener Land, das auch eines blieb. Die Zeiten haben sich halt gewandelt. Im Haus war, so der erwähnte Augen- und Ohrenzeuge, immer auch die Gemeindekasse, also schon damals ein viel besuchter Ort. Bevor das Haus das Domizil der Kinder wurde, das war im Jahre 1989, hatte man hier gewohnt. Und auch die Tourist-Info hatte hier ihren Sitz.

Ein gemischtes Klarinetten-Duo der Bergknappenkapelle lieferte den klangvollen Rahmen der kleinen Feierstunde, die als Höhepunkt letztlich die symbolische Übergabe des Hausschlüssels an die Kindergartenleiterin Stephanie Klose hatte. Im Nachbarraum diskutierten die Kindergartenkinder die neue Lage. Und schienen zufrieden.

Dieter Meister

Italian Trulli