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Ein Kreislauf von Werden und Vergehen

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Karen Roth und Hans Osenstätter vor einigen ihrer Bilder im Foyer der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS. (Foto: Heel)

Eine interessante Mischung aus gegenständlicher und abstrakter Malerei wird bis 28. Dezember im Foyer der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS präsentiert.


Die Werke stammen zum einen von Karen Roth, einer gebürtigen Düsseldorferin, die seit 1986 in Traunstein lebt und hier eine Beratungsfirma leitet, zum anderen von Hans Osenstätter, der nach seiner langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführer in der Automobil-Zulieferindustrie heute als Pensionist in Kammer lebt. Zwei Künstler, die in ihrer künstlerischen Vielseitigkeit viele Gemeinsamkeiten, in ihrer Herangehensweise an Themen und Motive aber völlig verschiedene Beweggründe aufweisen.

Da Karen Roth und Hans Osenstätter seit zwei Jahren auch Mitglieder des Kunstvereins Inn-Salzach mit Sitz in Waldkraiburg sind, übernahm Michael Fliegner, der 1. Vorsitzende des Vereins, bei der Vernissage die Einführungsrede und stellte die zwei Künstler und ihre Schaffensprozesse näher vor. Demzufolge sind beide Autodidakten, die bereits im Kindesalter mit dem Zeichnen und Malen angefangen haben, später ihre künstlerischen Ambitionen aber aufgrund ihrer beruflichen Aufgaben nicht »ausleben« konnten. Erst seit einigen Jahren finden sie wieder die Muße und die Zeit, sich künstlerisch zu betätigen, und das mit beachtlichem Ergebnis, wie die Ausstellung beweist.

Karen Roth sind dabei Achtsamkeit, Inspiration und die Freude am Malen wichtiger als jede kunsttheoretische Überlegung. Ihre abstrakten Bilder, in denen sich Farben und Formen völlig auflösen, entstehen völlig spontan, aus dem Bauch heraus. Für sie ist Malen gleichbedeutend mit Meditation, ein Kreislauf von Werden und Vergehen, der auf jedem Bild immer wieder neu entsteht. Ihre bevorzugten Techniken sind Aquarell- und Acrylmalerei, aber auch die Bildhauerei und Kalligrafie gehören zu ihren Leidenschaften.

Etwas anders ist es bei Hans Osenstätter. Er ist gerne in der freien Natur unterwegs und bezieht daraus seine Inspirationen, wie sein stimmungsvolles Aquarellbild »Herbst« zeigt. Aber er macht sich auch Gedanken zu aktuellen Themen wie der Vernetzung der Welt, was in seinem Bild »Vernetzt« (ebenfalls Aquarell) in perfekter Verdichtung zum Ausdruck kommt. Und wer bangt nicht um die Zeit, die uns noch bleibt bzw. die mit zunehmendem Alter immer schneller davonzulaufen scheint. Hans Osenstätter, Jahrgang 1951, hat dies in seinem Bild »Zeit« (Aquarell) so einfallsreich wie suggestiv auf den Punkt gebracht.

Für die musikalische Note bei der Vernissage sorgte die junge Sängerin Kübra Aktaran, die an der Gitarre Songs von Ed Sheeran (»Runaway«), Alex Clare (»Too Close«) und einigen anderen Musikern vortrug.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Dezember und ist von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und an Veranstaltungstagen ab 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Wolfgang Schweiger