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Ein jauchzender Bach

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Sopranistin Marie-Sophie Pollak und das Barockensemble in Ising. (Foto: Heigl)

Architektur, Musik und Natur gehen bei den Veranstaltungen des »Musiksommers zwischen Inn und Salzach« eine ganz besondere Verbindung miteinander ein. Das galt auch wieder für das Konzert in Ising.


Die malerische Kulisse Isings mit Blick auf den Chiemsee stimmte Konzertbesucher und Musiker bestens auf den Konzertbeginn ein. Auf das Publikum wartete ein wunderschön ausmusiziertes Barockkonzert mit der Sopranistin Marie-Sophie Pollak, die gemeinsam mit dem siebenköpfigen Barockensemble »Ensemble Concerto« aus München dem Publikum das Herz weit machte. Augustin Spiel, der musikalische Leiter des Musiksommers, hatte das Ensemble schon zum wiederholten Male eingeladen.

Die erbauliche und aufheiternde Kraft der Barockmusik ist ein großes Geschenk. Noch dazu mit solchen Musikern und dem satten Klang der Orginalinstrumente. Der Abend war der Kantate »Jauchzet Gott in allen Landen« von Johann Sebastian Bach gewidmet und somit das Herzstück des Konzerts. Gesungen wurde sie mit dem schlanken, aber dennoch nicht knabenhaftem Sopran der jungen und zart wirkenden Sopranistin. Die ausgezeichnete Sängerin begeisterte das Publikum mit dem reinen Wesen ihres Gesangs. Sie strahlte echte Freude aus, ein innerliches »Jauchzen« flutete durch ihren jubelnden, in Verzierungen hinein gedehnten Gesang. Das international besetzte, engagiert und federleicht aufspielende Ensemble aus München unter der Leitung von Johannes Berger, Truhenorgel, stimmte das Klangvolumen perfekt auf die Sängerin ab.

Das mathematische Staccato der Komposition, das Schemahafte trieb Johannes Berger virtuos aufgeladen, aber genussvoll auf die Spitze, um sich kurze Zeit darauf wieder den ruhigen Takten des gelassenen Gleichmaßes zu widmen. Das kurzweilige Konzert- Programm mit Stücken von Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli und Georg Friedrich Händel war leider viel zu schnell vorbei. Das Publikum fand in der Zugabe »Jauchzet Gott in allen Landen« Trost und spendete begeistert Applaus.

Barbara Heigl