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Ein halbes Jahrhundert

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Die ersten Gäste erreichten im Eröffnungsjahr 1969 per Sesselbahn das Hirscheck. (Repro: Wechslinger)
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Der Ramsauer Bürgermeister Herbert Gschoßmann (r.) und der Geschäftsführer der Hochschwarzeck Bergbahn, Christian Riel freuen sich auf die Jubiläumsfeier. (Foto: Wechslinger)

Ramsau – Die Hochschwarzeck Bergbahn feiert am Sonntag, 26. Mai, das 50-jährige Bestehen. Beim großen Jubiläum wird mit einem Rahmenprogramm auf dem Hirscheck gebührend gefeiert.


1969 vom Deutschen Großindustriellen Willy Schlieker aus Hamburg erbaut, geriet die Bahn Anfang des neuen Jahrtausends in eine finanzielle Schieflage. Doch durch eine neue Gesellschaftsform mit vielen Kleinaktionären befindet sich die Hochschwarzeck Bergbahn GmbH seit 2003 in einheimischer Hand und ist schuldenfrei. Derzeit steht die Gesellschaft so gut da wie nie zuvor.

Am 12. Dezember 1969 wurde die Vision des ehemaligen Werftbesitzers Willy Schlieker Wirklichkeit: die Doppelsesselbahn Hirscheck nahm ihren Fahrbetrieb auf. Die Doppelmayr-Anlage bildete das Kernstück des am Reißbrett geplanten Skigebiets. Zur Anlage gehörten fünf Lifte, von denen heute noch der Schmuckenlift und der Fronwieslift in Betrieb sind.

Nach dem frühen Tod von Schlieker mit gerade einmal 66 Jahren erwarb Sebastian Heliel die Hochschwarzeck-Bahnen und plante eine Skischaukel mit dem Skigebiet Götschen. Das Projekt ließ sich nicht umsetzen, deshalb verkaufte er an die Gemeinde Ramsau, die aber recht schnell an die Berchtesgadener Bergbahnen AG (BBA) übergeben hat. Da die meisten Skigebiete mit Maschinenschnee versorgt wurden, wollte die BBA zum 31. Oktober 2001 den Betrieb der Hirscheck-Sesselbahn sowie des Schmucken- und Fronwieslift einstellen.

Unter dem Motto »Das Skigebiet Hochschwarzeck muss gerettet werden« lud der CSU-Ortsverband Ramsau zu einem öffentlichen Abendschoppen im Gasthof »Nutzkaser« ein. Angesichts des brisanten Themas mischten sich unter die 130 Gäste nicht nur Ramsauer, sondern auch Zuhörer aus dem gesamten inneren Landkreis.

Bereits kurze Zeit später hatte sich eine Interessengemeinschaft gebildet, die im Oktober 2003 im Gasthof »Oberwirt« über ihre Pläne zur Rettung des Hochschwarzeck informierte. Über 150 Interessierte erfuhren, dass sie mit einer Mindesteinlage von 300 Euro Gesellschaftsanteile erwerben könnten. Allerdings müssten in relativ kurzer Zeit 100.000 Euro zusammenkommen, ansonsten würde die Interessengemeinschaft ihre Aktivitäten einstellen.

Wenngleich die Kommanditisten in den letzten 15 Jahren noch keine Ausschüttung erhalten haben, so können sie stolz darauf sein das Skigebiet erhalten zu haben. Wenn der Winter gut ist, laden eine schöne Abfahrt und die beiden Lifte zum Skifahren ein. Mit dem »Hirscheckblitz« schufen die Verantwortlichen auch noch eine Rodelbahn, um das Angebot für Wintersportler zu erweitern. Seit 2011 erfreuen sich Tausende an der Abfahrt, die 2,3 Kilometer lang ist. Christian Wechslinger