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Ein »Funtenseer« mit Herz und Seele

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Max Aschauer widmete einen Großteil seines Lebens dem GTEV »D'Funtenseer«. (Foto: privat)

Schönau am Königssee – Im Alter von 83 Jahren verstarb kürzlich Max Aschauer, Ehrenvorstand des GTEV »D'Funtenseer«. Sein ganzes Wirken und Schaffen widmete er seinem Trachtenverein, der Erhaltung des Brauchtums und der Pflege der heimischen Tracht. Bis zu seinem Tode stand er dem Verein zur Seite.


Max Aschauer wurde am 12. Oktober 1935 als fünftes von neun Kindern von Elise und Josef Aschauer vom Aschbachhof in Königssee geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem elterlichen Hof in Königssee und er besuchte die dortige Volksschule.

Nach dem Schulabschluss erlernte er im Hofbrauhaus Berchtesgaden den Beruf des Brauers und Mälzers. Diese Ausbildung schloss er 1955 erfolgreich ab. Sein Wissen in diesem Bereich baute er bei verschiedenen Brauereien in ganz Deutschland aus. Als er seinen Wissensdurst gestillt hatte, kehrte er wieder zum Hofbrauhaus Berchtesgaden zurück, wo er bis ins Jahr 1971 erst als Mälzer und später als Verkaufsfahrer tätig war. Im Jahr 1971 wechselte er dann zur Teisendorfer Brauerei Wieninger. Hier wurde er damit beauftragt, das neue Depot in Berchtesgaden aufzubauen, welches er sehr erfolgreich bis zu seinem Ruhestand leitete.

Im Jahr 1957 heiratete Max Aschauer sein Annerl, aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Anita und Wolfgang. Mit ihnen wohnte er bis zum Bau seines eigenen Hauses in der Holzlobstraße in einer Betriebswohnung des Hofbrauhauses im Nonntal. Seine Familie war für Max immer ein fester Rückhalt und Rückzugsort aus dem oft stressigen Berufs- und Vereinsleben. Umso mehr traf ihn der plötzliche Tod seiner geliebten Ehefrau im Jahr 2003 im Alter von nur 65 Jahren. Nach dem Tod seiner Frau lernte Max Aschauer beim Skifahren am Jenner seine Lore kennen, mit der er seine letzten Jahre in großer Harmonie in der Gern verbringen sollte.

Doch seine große Leidenschaft waren die »Funtenseer«, die mit Max Aschauer nicht nur ihren Ehrenvorstand, sondern einen Trachtler mit Leib und Seele verlieren. Max Aschauer ist 1952 als aktives Mitglied den »Funtenseern« beigetreten. Im darauffolgenden Jahr wurde er bereits zum 1. Vorplattler gewählt. Dieses Amt führte er zwei Jahre aus. Von 1957 bis 1959 war er 2. Vorplattler. Danach, ab 1961 zwölf Jahre für die Finanzen der »Funtenseer« zuständig, bevor er 1973 zweiter Vorstand wurde. Nach dem Rücktritt von Franz Brandner, der den Verein 29 Jahre geführt hatte, wählten die »Funtenseer« Max Aschauer im Jahr 1977 zu dessen Nachfolger. Max Aschauer sollte den Verein 18 Jahre lang als 1. Vorstand führen.

In seiner Amtszeit wurden das 60-jährige Jubiläum im kleinen Kreis und das 70-jährige Gründungsfest groß gefeiert. Besonders das 70-jährige Jubiläum blieb trotz der gescheiterten Bewerbung um das Gaufest des Gauverbandes 1 bis heute als ausgezeichnet organisiertes und auch wirtschaftlich erfolgreiches Fest in Erinnerung. Aschauer organisierte auch mehrere Fahrten ins Nato-Hauptquartier nach Neapel.

Sein größtes Verdienst war allerdings der Bau des Vereinsheims am Parkplatz Königssee. Dieser war nur dank seines großartigen Engagements und seines Mutes, ein solches Projekt zu verwirklichen, möglich. 1995 gab Max Aschauer das Amt des 1. Vorstands in jüngere Hände, stand seinen »Funtenseern« aber auch danach, erst als Ehrenbeirat und nach dem Tod von Franz Brandner als Ehrenvorstand, bis zum Schluss mit Rat und Tat zur Verfügung. In Anerkennung seiner großen Verdienste rund um die Trachtensache verlieh der Gauverband 1 Max Aschauer im Jahr 2002 das goldene Gauehrenzeichen.

Aber nicht nur bei den Funtenseern war er ehrenamtlich tätig, auch beim WSV Königssee, bei den Königsseer Weihnachtsschützen, beim Obst- und Gartenbauverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr setzte sich Aschauer zum Wohle seiner Mitmenschen ein.

Auch politisch war Max Aschauer kein unbeschriebenes Blatt. Er zog im Jahr 1978 für den Schönauer Bürgerblock in den ersten Gemeinderat von Schönau am Königssee ein und sollte dort 24 Jahre bis ins Jahr 2002 bleiben. Ihm waren vor allem die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Auch der Bau eines neuen Veranstaltungssaals beim Gasthaus »Unterstein« war ihm ein großes Anliegen. Das Ehrenamt des Feldgeschworenen führte Aschauer von 1998 bis 2012 aus.

Für seine langjährige Tätigkeit erhielt Aschauer von der Gemeinde Schönau am Königssee die Ehrenmedaille in Silber verliehen. Aus den Händen von Staatsminister Otto Wiesheu bekam er die bayerische Gastlichkeitsmedaille.

Seine letzten Tage verbrachte Max Aschauer in der Kreisklinik Bad Reichenhall, in die er nach einem Unfall am 13. Januar eingeliefert wurde und in der er, versehen mit den Sterbesakramenten, in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar friedlich eingeschlafen ist. Tobias Kastner