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Ein erfülltes Künstlerleben ging zu Ende

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Liesbeth Wohrizek bei der Verleihung des Roter-Reiter-Preises 2013 in der Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein. (Foto: Giesen)

Die Malerin und Grafikerin Liesbeth Wohrizek, die seit fast einem halben Jahrhundert in Stockham bei Obing lebte, ist nach kurzer Krankheit gestorben.


Die Künstlerin gestaltete unzählige Kreuzgänge, Kreuzwege, Kirchenfenster, Altäre, Glas- und Mosaikarbeiten in den verschiedensten Kirchen, zuletzt 2014 ein großes Glaskreuz auf dem Friedhof in Fridolfing. Sie ist aber auch weithin bekannt für ihre oft großformatigen, stets gegenstandslosen Bilder und Grafiken, die harmonisch, in sich ruhend, kontemplative Sehprozesse zu vermitteln vermochten und hohe Anerkennung genossen.

So waren ihre Arbeiten im Haus der Kunst in München, in London, Amsterdam, USA, Österreich und Slowenien ausgestellt. Erst 2013 erhielt sie den Preis für bildende Kunst, den Roter-Reiter-Preis, vom Kunstverein Traunstein verliehen.

Liesbeth Wohrizek, 1936 in Troppau in Mährisch-Schlesien, dem heutigen Tschechien geboren, studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Charles Crodel und erhielt 1962 ein einjähriges Stipendium an der Royal Academy in London. Hier heiratete sie 1963 den Bildhauer Walther Wohrizek und beendete dann bei Mac Zimmermann in München ihr Kunststudium. Seit 1972 arbeitete sie als freischaffende Künstlerin in Stockham bei Obing. In den vergangenen 50 Jahren nahm Liesbeth Wohrizek an den verschiedensten Maler-, Grafiker- und Bildhauersymposien im In- und Ausland teil und war in unzähligen Ausstellungen vertreten. Ihr Mann, Walther Wohrizek, mit dem sie bis zu seinem Tod 2004 in dem über 500 Jahre alten Bauernhof in Obing lebte, zählte zu den bedeutendsten Bildhauern der Region.

Ein spätes Glück erlebte Liesbeth Wohrizek in den vergangenen sieben Jahren mit dem Maler Hermann Wagner in privater wie auch künstlerischer Hinsicht. Eine wunderschöne Ausstellung der beiden Künstler, die deren künstlerisch harmonische Ergänzung ins Bewusstsein der Besucher brachte, war noch bis vor einer Woche in der neuen »Chiemseebruck-Galerie« unter dem Titel »Zu zweit« zu sehen gewesen. Zur Vernissage konnte Liesbeth Wohrizek aus gesundheitlichen Gründen schon nicht mehr kommen. Die Region hat eine herausragende Künstlerin verloren. Christiane Giesen