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Ein Drittel mehr Einsätze für Ruhpoldinger Bergwacht

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Auch mit einer komplizierten Drachenflieger-Rettung am Rauschberg im Mai 2018 waren die Bergwachtler konfrontiert. Währung des Einsatzes zog zudem ein Gewitter auf.

Ruhpolding – Gleich ein Drittel mehr Einsätze mussten die ehrenamtlichen Retter bewältigen. Waren es 2017 noch 59 Einsätze, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 80 – diese Bilanz präsentierte Bereitschaftsleiter Valentin Hechenbichler bei der kürzlich abgehaltenen Jahreshauptversammlung.


Der überwiegende Teil der Einsätze waren Sommerrettungen, sie sind oft wesentlich aufwändiger als Abtransporte von Verletzten im Skigebiet. Hintergrund: Während im Winter permanent Kräfte Vorsorgedienst am Unternberg oder in der Chiemgau Arena leisten, müssen im Sommer alle Retter ihre Alltagsaufgaben verlassen und zu einem Unfall ins riesige Ruhpoldinger Einsatzgebiet ausrücken.

Hauptgrund für die vielen Unfälle im Ruhpoldinger Einsatzgebiet war wohl das über lange Zeit sonnige Wetter in der Saison im vergangenen Jahr. Das Einsatzspektrum reichte von Wander- oder Radunfällen über allergische Reaktionen auf Wespenstiche bis hin zu hochalpinen Einsätzen – wie die Rettung einer schwer verletzten Bergsteigerin aus der Randkluft eines Altschneefelds am Sonntagshorn.

Das vergangene Jahr stand außerdem im Zeichen mehrerer Großeinsätze: Im Juni mussten nach einem Defekt an der Bahn zahlreiche Personen mit Geländefahrzeugen vom Rauschberg evakuiert werden. Im August gab es einen mehrtägigen Großeinsatz während des Waldbrands am Ochsenlahnerkopf. Im Dezember folgte eine große Vermisstensuche rund um den Saurüsselkopf.

Bei allen Einsätzen waren rund zwei Dutzend Retter von der Bergwacht Ruhpolding im Einsatz, außerdem die umliegenden Bergwacht-Bereitschaften aus Inzell, Traunstein oder Bergen. Besonders erfreulich war die schöne Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Ruhpolding beim Waldbrand im August. Bergretter und Feuerwehrleute flogen gemeinsam mit dem Hubschrauber, arbeiteten an der Brandstelle Hand in Hand und bauten insgesamt eine kameradschaftliche Atmosphäre auf.

Abseits des Einsatzgeschehens entwickelte sich auch die Mannschaft der Bergwacht Ruhpolding weiter: Ihre lange und aufwändige Ausbildung beenden konnten im vergangenen Jahr Andreas Lindner und Marcel Laponder. Sie sind jetzt aktive Einsatzkräfte. Schmerzlich war der Tod zweier langjähriger Mitglieder, nämlich Dr. Herwart Schmidt und Sepp Widmann. Beide hinterlassen eine große Lücke in der Mannschaft.

Besonders zu erwähnen ist die Lebensleistung der beiden ältesten Mitglieder der Bergwacht Ruhpolding: Sepp Buchauer und Alois Gastager sind beide seit 70 Jahren Mitglied der Bergwacht und kennen die Bereitschaft seit ihrer Gründung im Jahr 1947.

Bergwacht-Ehrenvorsitzender und ehemaliger Landtagspräsident Alois Glück, ebenfalls Mitglied der Bergwacht Ruhpolding, ehrte beide für ihre großartigen und respektablen Verdienste. fb