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Waginger Ruderverein besteht seit 25 Jahren und weiht sein neues Bootshaus ein – Hohe Ehrung für Verantwortliche

Ein doppelter Grund zum Feiern

Schönes Wetter und der wunderschöne Waginger See vor dem neuen Bootshaus waren der ideale Rahmen für die Feier des Waginger Rudervereins – und dazu gab's einen doppelten Anlass:

Ehrung für die vier Personen, die ganz wesentlich die Geschicke des Rudervereins in den vergangenen 25 Jahren bestimmt haben. Thomas Stamm (von links), der Präsident des Bayerischen Ruderverbands, übergab die Ehrennadel des Verbands an Holger Osterkamp, Albert Krumscheid, Sebastian Tondorf und Alois Perschl. Eine weitere Ehrennadel erhielt Anke Molkenthin (Dritte von links) für ihre herausragenden sportlichen Leistungen. (Foto: Eder)

Das 25-jährige Bestehen des Vereins und die Einweihung des neuen Gebäudes. Ein Rückblick die Geschichte, Grußworte und Ehrungen sowie die kirchliche Segnung bildeten die Hauptpunkte des Fests, das von der Waginger-See-Musi umrahmt wurde.

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Holger Osterkamp, seit neun Jahren Vorsitzender des Rudervereins, ließ Gegenwart und Vergangenheit kurz Revue passieren, indem er, wie er »androhte«, nur auf die wesentlichen 156 Ereignisse etwas ausführlicher eingehen wolle. So begann die Palette der Erinnerungen bei Albert Krumscheid und Peter Polklesener, die sich seinerzeit regelmäßig zum Rudern trafen, schließlich beim Waginger Segelclub eine Heimat gefunden und dort 1992 eine Ruderabteilung gegründet hatten.

Projekt wurde erstmals 2011 vorgestellt

Ein erster Unterstand wurde gebaut. 1993 verfügte die Abteilung schon über 13 Boote. Mit 54 Mitgliedern wurde schließlich die Trennung vom Segelverein beschlossen und ein eigener Verein, der Waginger Ruderverein, gegründet. 1998 wurde die erste Bootshalle errichtet. Erfolge wurden regional und überregional erzielt.

2011 war das Jahr, in dem das Projekt Bootshaus-Neubau erstmals den Mitgliedern vorgestellt worden war – mit positiver Resonanz. Dann »dauerte es gut drei Jahre und drei Entwurfs- und Genehmigungsvarianten, bis im Juli 2014 die Realisierung beschlossen und schließlich im November 2015 die Arbeiten beginnen konnten«, blickte Osterkamp zurück. Die Zahlen des Bauwerks sind imposant: Noch vor dem Bau waren wegen des weichen Bodens am Seeufer 1050 Kubikmeter Kieskoffer mit Bewehrung und 26 bis zu 14 Meter tief in den Boden gebohrte Pfähle notwendig, ehe das Holzgebäude aufgestellt werden konnte.

254 000 Euro betrugen die Gesamtkosten für Firmenleistungen und Material, durch eine Eigenleistung von 2200 freiwilligen Arbeitsstunden der Mitglieder im Wert von mindestens 65 000 Euro war der Bau überhaupt erst leistbar. Dazu kamen Zuschüsse des BLSV (49 300 Euro) und der Gemeinde (25 700 Euro) sowie private Spenden in Höhe von rund 39 000 Euro. Osterkamps Kommentar zu der Eigenleistung: »Da war das Engagement einfach unbeschreiblich. Damit hätte ich vorher nie gerechnet!«

Und so kann der Verein seinen rund 160 Mitgliedern nun die ganze Breite des Ruderns anbieten, vom Breitensport übers Rennrudern bis hin zu Wanderfahrten in ganz Deutschland und Österreich. 39 hochwertige Boote mit 86 Ruderplätzen stehen dafür zur Verfügung.

Thomas Stamm, der Präsident des Bayerischen Ruderverbands, spendete für diese Gemeinschaftsleistung des Vereins über 25 Jahre hinweg gebührend Lob. Die Arbeit an diesem tollen und schönen Ort verdiene große Hochachtung, sagte er. Vier Funktionäre, »tragende Säulen« des Vereinslebens über all die Jahre hinweg, wurden von ihm besonders geehrt durch die Verleihung der Ehrennadel des Ruderverbands: Holger Osterkamp, Alois Perschl, Sebastian Tondorf und Albert Krumscheid. Eine weitere Nadel erhielt Anke Molkenthin für ihre großartigen sportlichen Erfolge.

Daxenberger lobt: Verein »absolut zukunftsfähig«

Grußworte sprachen Bürgermeister Herbert Häusl, der dem Verein zum Erreichten gratulierte und zudem noch einen 250-Euro-Zuschuss zusagte, und die Vertreter der Rudervereine aus Salzburg und Rosenheim sowie vom Mondsee. Claudia Daxenberger, die Kreisvorsitzende des BLSV, lobte vor allem die 2200 freiwilligen Arbeitsstunden. Der Verein sei »absolut zukunftsfähig«, sagte sie, und besitze hier am See »nicht nur eine Oase des Sports, sondern auch eine idyllische Oase der Begegnung«.

Eine humorige Umrahmung der Grußworte trugen 2. Vorsitzender Michael Rosemann und Ruderin Laura Bissen bei, die die einzelnen Redner mit Reimen ankündigten. Den kirchlichen Segen spendeten die Pfarrer Barthel Pichlmeier und Andreas Ager. he