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Ein Bett für drei

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Michaela Lucke und ihre beiden Liebhaber Gerhard Brusche und Dirk Jaczek. (Foto: M. Heel)

Seit bald 20 Jahren sorgt das Ensemble des Salztheaters in Traunstein für beste Bühnenunterhaltung, haben sich Gerhard Brusche und seine Mitakteure mit Aufführungen wie dem »Bayerischen Jedermann« oder »Don Camillo und Peppone«, aber auch mit Boulevardkomödien um das Theaterleben in Traunstein (und Umgebung) verdient gemacht. So auch jetzt mit der spritzigen Verwechslungskomödie »Ein Schlüssel für zwei« im Traunsteiner Studio 16, geschrieben von den Briten John Chapman und Dave Freeman und bearbeitet von Gerhard Brusche, der wie üblich auch Regie führte.


Besagter Schlüssel bedeutet dabei, dass zwei Herren dasselbe bekommen, nämlich Zugang zu einer Dame namens Harriet, gespielt von Michaela Lucke. Eine Dame in den »besten« Jahren, pfiffig und überaus praktisch veranlagt, die glaubt, alles im Griff zu haben. Vor allem ihre zwei so gutgläubigen wie gut betuchten Liebhaber, die ihr einen gewissen Lebensstandard finanzieren. Dass die beiden Herren bereits verheiratet sind, kommt ihr dabei sehr gelegen, da sie aufgrund ihrer eigenen unerfreulichen Erfahrungen mit dem Ehestand diesbezüglich keinerlei Ambitionen mehr hat.

Natürlich wähnt sich jeder der beiden Gönner dank eines von Harriet perfekt organisierten Zeitplans als alleiniger Auserwählter. Doch eines Tages gerät dieser Plan durch etliche Umstände, unter anderem durch das unerwartete Auftauchen von Harriets Freundin Anne (Juliane Grünbauer) gefährlich ins Wanken. Mit vielen Gags, Wortwitz und auch Slapstick versehen, gewann das Stück nach der Einführung seiner Hauptfiguren rasch an Fahrt und mündete nach zahlreichen Turbulenzen in einem herrlich überdrehten Finale, das man so wohl nicht erwartet hatte. Dank der präzisen, temporeichen Regie von Gerhard Brusche behielt man jedoch immer die Übersicht, und auch die Schauspieler enttäuschten nicht und agierten mit Energie und Elan.

Besonders gefordert war hierbei Michaela Lucke, die sich als Harriet mit immer neuen unangenehmen Überraschungen konfrontiert sah. Eine Aufgabe, der sich Michaela Lucke mit charmanter Präsenz und agilem Wesen erfolgreich stellte. Gewohnt souverän und mit viel körperlichem Einsatz stellte sich auch Gerhard Brusche als Liebhaber Nr. 1 der für ihn zunehmend undurchsichtigen Situation, und auch Dirk Jaczek als Liebhaber Nr. 2 gab sein Bestes, was in diesem Fall nicht wenig war, stand er doch zum ersten Mal überhaupt auf einer Bühne.

Überzeugend war auch Juliane Grünbauer, die als Anne den Übergang von leicht unbedarfter Mädchenfrau zur gewieften Verschwörerin glänzend bewältigte. Etwas leichter hatte es Philipp Banai als ihr stets betrunkener Gatte, der nicht viel mehr zu tun hatte, als hin und wieder schwungvoll vom Sofa zu fallen. Nicht zu vergessen Sonja Grünbauer und Anna-Maria Paar, die zwar erst spät ihren Auftritt hatten, aber die kühle Eleganz bzw. staubtrockene Gelassenheit ihrer Figuren perfekt auf den Punkt brachten.

Für Bühnenbau, Licht, Ton, Requisite, Maske und Kostüme waren Ala Plaul-Weingärtner, Horst Kammel, Martina Tremel, Maria Metz, Marion und Walter Grünbauer sowie Mike Weingärtner zuständig.

Weitere Aufführungen finden am heutigen Samstag, am Dienstag und Mittwoch, 21. und 22. Oktober, am Freitag und Samstag, 24. und 25. Oktober, sowie am Sonntag, 26. Oktober, statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es am Zeitungskiosk Hörterer am Maxplatz in Traunstein, und bei Schreibwaren Rother in Chieming. Telefonische Vorbestellung ist möglich unter 0861-8431. Wolfgang Schweiger

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