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Ein besonderer Preis für ein besonderes Amt

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Alfred Burgstaller beim Langlaufen im Antholzer Tal. Der Familenvater betont, dass alle sieben Trainer der Langlaufgruppe des WSV Bischofswiesen sich sehr engagieren und sie ein »eingespieltes Team« seien. (Fotos: red/privat)
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Maria Reiser ist mit den Kindern und Jugendlichen des SC Schellenberg bis zu fünf Mal in der Woche unterwegs. Sie ist Trainerin und Sportwart und eine der drei Nominierten für den Ehrenamtspreis der Sportgala.
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Hans Stangassinger war sehr überrascht von seiner Nominierung. Er kümmert sich seit 1984 um das Material, Organisatorisches und auch um die Nachwuchsarbeit beim Rodelclub Berchtesgaden.

Berchtesgaden – Nun stehen sie fest, die drei Nominierten für den Ehrenamtspreis, der auf der Sportgala am 3. Mai im AlpenCongress verliehen wird: Maria Reiser vom Skiclub Schellenberg, Alfred Burgstaller von der Langlaufgruppe des WSV Bischofswiesen sowie Hans Stangassinger, der für den Rodelclub Berchtesgaden tätig ist.


Die drei Nominierten haben sich – wie viele andere auch – in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ehrenamtlich für den jeweiligen Sportverein engagiert. Diese Leistung wird nun erstmalig mit einem Preis gewürdigt.

Über einige Wochen konnten die Bürger Vorschläge für den Preis beim »Berchtesgadener Anzeiger« einreichen. In einer Jurysitzung wurden vergangene Woche dann die Nominierten ausgewählt. Der Preisträger wird im Rahmen der Sportgala Anfang Mai verkündet.

Maria Reiser

Maria Reiser kümmert sich um ihre Landwirtschaft und die dazugehörige Pension in Oberau und dennoch ist sie mit den Kindern und Jugendlichen des SC Schellenberg bis zu fünf Mal in der Woche unterwegs. Reiser ist Trainerin und Sportwart beim Skiclub Schellenberg. Seit 50 Jahren gehört sie zum Verein. »Seit 30 Jahren trainiere ich die Kinder.« Für Reiser ist die Tätigkeit eine Herzensangelegenheit. »Ich arbeite gerne mit den Kindern und das Skifahren hat mich schon immer begeistert.« Maria Reiser trainiert junge Talente im Alter zwischen vier und 16 Jahren. »Mittwochs, donnerstags und freitags – und an den Wochenenden fahren wir dann zu den Rennen«, erklärt sie. Besonders stolz ist sie auf Anna Veith und Patrizia Dorsch, die es beide sehr weit gebracht haben.

Zusammen mit der Arbeit am Hof zu Hause hat sie alle Hände voll zu tun. »Im Sommer übernehmen die Co-Trainer, dann kann ich mich besser um unsere Gäste in der Pension kümmern.«

Reiser will weitermachen, solange es geht: »Wenn ich fit bleibe, höre ich nicht auf.« Das Ehrenamt ist für die Trainerin besonders wichtig. »Viele junge Menschen haben keine Zeit für eine solche Tätigkeit, sie sind mit ihren eigenen Hobbys beschäftigt.« Die ehrenamtlich Tätigen würden immer älter werden. »Aber ohne Ehrenamt geht es auch nicht.« Über die Nominierung freut sie sich deshalb besonders. »Damit habe ich wirklich nicht gerechnet.«

Alfred Burgstaller

Hörbar überrascht war auch Alfred Burgstaller von seiner Nominierung, als ihm der »Berchtesgadener Anzeiger« telefonisch davon berichtete. Burgstaller engagiert sich ehrenamtlich als Langlauftrainer beim WSV Bischofswiesen. »Vor zwölf Jahren haben Sigrid Wille vom Sport Talent und ich die Langlaufgruppe wieder aufgebaut«, erzählt er. Davor sei »lange Jahre nichts mehr los« gewesen in diesem Bereich. Damals hatte er als Sportwart nordisch beim WSV Bischofswiesen begonnen. Durch Helmut Weinbuch, den damaligen Vorstand des Sport-Talents, hat Burgstaller dann die Möglichkeit bekommen, zusammen mit Sigrid Wille und Ernst Miller den Langlaufnachwuchs zu betreuen und wieder aufzubauen. »Nach dem Wechsel von Sigrid Wille zum Bayerischen Skiverband habe ich die Langlaufgruppe im Talkessel weitergeführt und daraus ist das heutige Langlaufteam entstanden«, erzählt der Bischofswieser. Was der Familienvater betont: »Ich bin nur einer der Trainer.« Es liege ihm am Herzen, dass alle Erwähnung finden. Die anderen sind sein Sohn Fredi Burgstaller, Alena Eckardt, Marcel Puchinger, Mathias Robl, Ernst Miller und Daniel Mere. Zusammen betreuen sie 45 Kinder an drei Tagen unter der Woche, Dienstag, Mittwoch und Freitag. »Die Jüngste ist Jahrgang 2013, die älteren sind 2004/2005«, so der Trainer. Eigentlich ist Alfred Burgstaller Personaler im Verbund Bayern beim CJD Berchtesgaden. Wie lässt sich sein Ehrenamt mit dem Beruf koordinieren? »Das geht deswegen, weil mein Arbeitgeber sehr sportaffin ist«, erklärt er. Zudem klappe die Zusammenarbeit mit den anderen sechs Trainern sehr gut. Meistens trainieren die verschiedenen Gruppen abends. Im Sommer gebe es immer ein buntes Programm: »Das reicht von Skiroller über Inlineskating über das Klettern, Berggehen und den Crosslauf bis hin zu Leichtathletik und Hallentraining. »Letztes Jahr waren wir sogar beim Stand-up-Paddeln am Attersee«, so Burgstaller. Die Hauptsache sei, dass es nicht langweilig wird für die Kinder.

Alfred Burgstaller war eigentlich ein »Alpiner«, wie er erzählt. »Aber ich habe früher schon öfter an Volkslangläufen teilgenommen.« Seine Aufgabe möchte er noch so lange weiterführen, »wie es Spaß macht«. »Es hängt davon ab, wie es mit dem Trainerteam weitergeht. Solange es noch so toll funktioniert mit dem eingespielten Team und solange der Zusammenhalt mit den Eltern und Kindern noch so gut ist, mache ich weiter.«

Hans Stangassinger

Der Dritte im Bunde der Nominierten ist Hans Stangassinger. Seit 1984 engagiert er sich unermüdlich im Rodelclub Berchtesgaden. Im selben Jahr gewann er bei den Olympischen Spielen in Sarajevo die Goldmedaille im Rennrodeln. »Damals, als ich angefangen hab, war es mein Ziel, die Leidenschaft am Sport weiterzugeben«, erzählt der Berchtesgadener, der gern mit Kindern arbeitet, wie er sagt. Hans Stangassinger hat in den vergangenen Jahren verschiedene Ämter in der Vorstandschaft bekleidet, »alle paar Jahre was anderes«. Hauptsächlich ist er mit dem Schlittenbau betraut, war Jugendwart, auch zweiter Vorsitzender, und kümmert sich gern um Organisatorisches. Der Straßenmeister will das Ehrenamt noch maximal drei, vier Jahre ausüben, sagt er. »Aber solange ich ein Herz dafür hab und es gerne mach, mach ich weiter.« kll/av