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Ein Abend voller Boogie-Woogie

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»Die Tasten des Pianos ausgenutzt«: Kathi Alber und Daniel Ecklbauer (von links) zusammen mit Silvio Berger und Peter Strutzenberger beim Konzert auf der Staudacher Musikbühne. (Foto: Strasser)

Boogie-Woogie ist eine Musik-Stilrichtung, die in den 1920er Jahren in den USA entstanden ist und Mitte der 1950er Jahre auch in Europa und Deutschland begeisterte Anhänger fand.


Diese Musik ist heute aktueller denn je. So haben sich seit vielen Jahren unzählige Musiker im deutschsprachigen Raum dieser mitreißenden Musik gewidmet, die spontan zum Tanzen anregt. Einer dieser Künstler, Daniel Ecklbauer (Piano und Gesang) aus unserem Nachbarland Österreich, hat sich mit Leib und Seele dem Boogie-Woogie verschrieben. Sein Pianospiel, dynamisch und dominierend, ließen das Schlagwerk von Silvio Berger und den dezenten Kontrabass von Peter Strutzenberger nur als Begleitung zu.

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Die Altmeister des Boogie-Woogie, Albert Ammons, Pinetop Smith, Meade Lux Lewis und Pete Johnson, um nur einige zu nennen, sind die musikalischen Vorbilder von Daniel Ecklbauer. Auch Anleihen am Chicago-Blues sind ihm nicht fremd, wie er mit seinem »I´m a Bad Boy« demonstrierte oder den »Blue Suede Shoes«, einem Rock'n'Roll-Klassiker von Carl Perkins.

Als Überraschungsgast kündigte Ecklbauer eine junge Künstlerin aus Tirol an, die, wie er augenzwinkernd eingestand, »in wenigen Jahren das geschafft hat, wozu er 25 Jahre gebraucht hat«. Katharina »Kathi« Alber, der die Musik bereits mit in die Wiege gelegt wurde und mit fünf Jahren klassischen Klavierunterricht an der Musikschule bekam, organisiert seit einigen Jahren ihr eigenes Boogie-Festival. Ihre Liebe zum Boogie-Woogie wurde vor allem als Enkelin des Innsbrucker Jazzpianisten Artur Rogger geweckt.

So nahm sie kurzerhand auf dem angebotenen Klavierhocker Platz und trieb einige Boogie-Woogie-Klassiker kraftvoll durch den Saal des Gasthofs Mühlwinkl. Viel Applaus gab es dann, als sie gemeinsam mit Daniel Ecklbauer vierhändig das E-Piano bearbeitete.

Mit »Hello Josephine« in einer »Spezial-Boogie-Version« mit eingebautem E-Bass-Solo von Peter Strutzenberger und »Whole Lotta Shakin’ Goin’ On« von Jerry Lee Lewis wurde im zweiten Set gleich einmal die Taktfrequenz erhöht. Viele Paare ließen sich davon ermutigen und versuchten mehr oder weniger gekonnt, die Musik in tanzbare Bewegungen umzusetzen. Die Stimmung erreichte hier gegen Ende des erfreulich langen Konzerts den Höhepunkt.

Wie nicht anders zu erwarten, forderte das begeisterte Publikum mehrere Zugaben, die wunschgemäß prompt erfüllt wurden. Daniel Ecklbauer bat daher Kathi Alber noch einmal auf die Bühne. »Die Tasten gehören ausgenutzt, darum spielen wir wieder vierhändig«, so sein Kommentar und damit verabschiedeten sich die beiden mit Silvio Berger und Peter Strutzenberger bestens gelaunt vom Staudacher Publikum. Reiner Strasser

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