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Duke Ellington und die Swing-Ära lebten auf

Die Neugier der vielen Fans von Stefanie Hertel war groß, wie sie gemeinsam mit der Big Band Achental Swing mit Bandleader Semir Jakic in einem für sie neuen gesanglichen Metier die Swing-Ära zum Leben erwecken würde. Mit ihrem Temperament, Einfühlungsvermögen und einer glänzenden Darstellung bildete sie mit der Band eine wunderbare Einheit, dazu gehörten auch die Tanzeinlagen mit ihrem »Let's Dance«-Partner Sergiy Plyuta und die Gesangsstücke mit Lanny Isis, der sich außerdem mit der Gitarre in die Band einfügte und die Songs von Hertel begleitete. Durch den Abend im voll besetzten Festsaal Bergen führte der Schauspieler Maximilian Berger.

Die Fotos zeigen die Big Band Achental Swing bei einem Klarinettensolo von Rupert Loidl und eine Tanzeinlage von Stefanie Hertel und Sergiy Plyuta mit »Sway«. (Fotos: Reichenbach)

Die Idee für einen gemeinsamen Auftritt von Achental Swing mit Stefanie Hertel entstand vor knapp einem Jahr auf dem »Musikranzl« des Musikvereins Schleching, zu dem auch die Swing-Band gehört. Auf dem Faschingsball hatte eine ABBA-Improvisation von Stefanie Hertel und Nachbarinnen das Interesse des Bandleaders Semir Jakic geweckt. Achental Swing, die als »Little (Big-)Band« 2005 in der Cantica Chor- und Instrumentalschule Schleching entstand und 2006 vom Musikverein Schleching übernommen wurde, hat sich inzwischen mit 20 Musikern aus dem Achental und darüber hinaus zu einer echten Big Band, unter anderem mit fünf Saxofonen, vier Posaunen und fünf Trompetern entwickelt. Duke Ellington und Glenn Miller, Symbole der Swing-Ära, prägten deshalb auch die Musikauswahl des Konzertes.

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Die ersten Stücke »In the Mood« (Glenn Miller), »Do nothing till you hear from me« von Duke Ellington und dessen Erkennungsmelodie »Take the 'A' Train« (Billy Strayhorn) sorgten für eine erste Swing-Stimmung. Alexander Frank und Reinhard Matthay waren nicht zum letzten Mal mit einem Trompetensolo zu hören, Jürgen Schmid genoss sein Solo am Flügel und Horst Lehnert am Schlagzeug. Bereits danach gab Stefanie Hertel mit »The Girl from Ipanema« (Antonio Carlos Jobim) und »On Broadway« einen ersten Eindruck von ihrer Begeisterung für Swing-Melodien, die sie mit großer Leichtigkeit sang.

Mit »Swing & Boogie in den Frühling« und »Jammin« mit fast bayerischem Rhythmus, komponiert von einem Grassauer Unterstützer der Band, der nicht genannt werden wollte, leitete die Band über zu den nächsten gemeinsamen Stücken »Over the Rainbow« und »Fever«. Mit ihrem einfühlsamen Vortrag und ihrer Darstellung steigerte sich Stefanie Hertel immer mehr. Als sie gleich danach mit ihrem Tanzpartner Sergiy Plyuta mit »Beyond the Sea« einen ersten Tanz zeigte, spendeten die Gäste frenetischen Beifall. Die Band führte mit dem »C-Jam Blues«, wieder von Duke Ellington, in die Pause.

»Tuxedo Junction« (Escine Hawkins), das Stück wurde vor allem durch Glenn Miller bekannt, und die »Moonlight Serenade (Glenn Miller) leiteten über in den zweiten Teil des Abends. Das lange Klarinetten-Solo des zweiten Stückes spielte Rupert Loidl. Stefanie Hertel sang nicht nur phänomenal das folgende »Summertime« (George Gershwin), sie war mit jeweils angepasster Garderobe auch ein Augenschmaus. »Can't take my Eyes off you« (Frankie Valli) sang sie gemeinsam mit Lanny Isis, dessen feine, tiefe Stimme sie wunderbar ergänzte. Die Band gab mit Duke Ellingstons »I let a Song go of my Heart« Stefanie Hertel gerade genug Zeit, um sich für einen weiteren Höhepunkt umzuziehen, den Cha-Cha-Cha mit Tango-Elementen »Sway« mit Tanzpartner Sergiy Plyuta.

Nach zwei weiteren Stücken von Duke Ellington »In a mellow Tone« und »It don't mean a Thing« neigte sich der Abend dem Ende zu. Noch einmal glänzte Stefanie Hertel mit »Mack the Knife« (Kurt Weill/ Bertolt Brecht) aus der »Dreigroschenoper« und gemeinsam mit Lanny Isis mit »New York, New York«. Die Gäste forderten mit begeistertem Applaus weitere Zugaben. Mit »Fly me to the Moon« (Bart Howard) noch einmal mit Stefanie Hertel und »Satin Doll« (Duke Ellington und Billy Strayhorn) verabschiedete sich Achental Swing nach einem überaus gelungenen Abend. bre