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Dressur-Olympiasiegerin Werth für sechs Monate gesperrt

Warendorf (dpa) - Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth ist wegen einer verbotenen Medikation für sechs Monate gesperrt worden.

Sperre
Isabell Werth ist für sechs Monate gesperrt worden. Foto: Jochen Lübke Foto: dpa

Bei Werths Pferd El Santo war nach den Rheinischen Meisterschaften in Langenfeld im Juni 2012 die verbotene Substanz Cimetidin festgestellt worden. Die Erste Kammer der Disziplinarkommission gehe davon aus, dass die positive Kontrolle auf eine fahrlässige Sorgfaltspflichtverletzung im Stall der Reiterin zurückzuführen sei, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Zudem soll Werth die Kosten des Verfahrens tragen und eine Geldbuße in Höhe von 2000 Euro zahlen.

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«Ich bin enttäuscht, aber nicht überrascht. Es geht jetzt seinen weiteren Gang», sagte die Rheinbergerin zu dem Urteil in erster Instanz. Noch ist die Sperre nicht rechtskräftig. Werth hat angekündigt, Berufung einzulegen und vor das Große Schiedsgericht der FN zu ziehen. Sie hofft weiter auf einen Freispruch. Vorerst darf sie weiter bei Turnieren starten. Ungeachtet des Ausgangs des Verfahrens will die 44-Jährige Schadenersatz von der FN fordern.

Werth hatte als Grund für die positive Probe eine angebliche Verunreinigung einer Urinprobe des Pferdes durch eine Kontamination des Tränkesystems in ihrem Stall angegeben. Dies hatte sowohl ein von ihr beauftragter Sachverständiger als auch ein von der FN bestellter Fachmann für möglich gehalten.

Die Disziplinarkommission hielt Werths Darstellung hingegen für «äußerst unwahrscheinlich». Die Reiterin hätte für die Richtigkeit dieser Version nach den Vorgaben des turniersportlichen Regelwerks, «einen Beweis mit einem Wahrscheinlichkeitsgrad von mindestens 50 Prozent führen müssen. Dies ist ihr bei weitem nicht gelungen».

Die bei El Santo festgestellte Substanz Cimetidin wird unter anderem bei Magengeschwüren eingesetzt. International ist das Mittel erlaubt, bei nationalen Turnieren aber verboten. Wäre die Probe bei einer international ausgeschriebenen Veranstaltung genommen worden, wäre dies für Werth folgenlos geblieben. Daher ist das Verfahren nur national. Allerdings würde eine von der FN ausgesprochene Sperre auch international gelten.

Werth war 2009 schon einmal für sechs Monate gesperrt worden. Damals war bei ihrem Pferd Whisper das verbotene Mittel Fluphenazin nachgewiesen worden. Anders als bei El Santo handelte es sich damals um Doping. Neben Doping zur Leistungssteigerung gibt es im Pferdesport die verbotene Medikation. Im heimischen Stall darf das Mittel verabreicht werden, aber die Medikamente dürfen nicht mehr im Körper sein, wenn das Pferd im Sport eingesetzt wird.

Trotz des laufenden Verfahrens war Werth in diesem Jahr für die EM in Herning nominiert worden. Mit der Equipe gewann sie in Dänemark auf Don Johnson den Mannschafts-Titel.

Mitteilung FN