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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Bernanke lässt Börsen weltweit ins Minus rauschen

Washington/Berlin (dpa) - Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke haben die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Auch die Preise für Gold und Öl gaben am Donnerstag deutlich nach. Bernanke hatte zuvor einen schrittweisen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank Fed noch in diesem Jahr nicht ausgeschlossen. Die rotierende Notenpresse hatte die Börsen in den vergangenen Jahren beflügelt. Eigentlich sind Bernankes Kommentare Anzeichen für eine Erholung der US-Konjunktur und damit eine gute Nachricht - allerdings wirkten die Maßnahmen der Fed an den Märkten nach Einschätzung von Ökonomen wie eine Droge, die nun entzogen wird.

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Euro-Finanzminister beraten über Krisenländer

Luxemburg (dpa) - Die Euro-Finanzminister beraten über die Lage in den beiden Krisenländern Zypern und Griechenland. Bei dem Treffen am Donnerstag in Luxemburg befassten sich die Minister mit der Regierungskrise in Athen nach der Schließung des Staatsrundfunks. Beschlüsse zu Griechenland standen bei dem Treffen nicht an. Auch die Bitte des kriselnden Eurolands Zypern beschäftigte die Minister. Die Eurogruppe widersetzt sich dem Ansinnen des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades, das Hilfsprogramm von 10 Milliarden Euro neu zu verhandeln.

Deutschland: IfW senkt Wachstumsprognose für 2013 leicht

Kiel (dpa) - Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) beurteilt die konjunkturellen Aussichten für Deutschland kurzfristig etwas skeptischer. Im laufenden Jahr dürfte die deutsche Wirtschaft um 0,5 Prozent wachsen, teilten die Forscher am Donnerstag mit. Das ist 0,1 Prozentpunkt weniger als bei der letzten Prognose im März. Doch die Konjunktur dürfte laut IfW rasch wieder Fahrt aufnehmen: Für 2014 wurde die Erwartung um 0,3 Punkte auf 1,8 Prozent erhöht. Das IfW erwartet für dieses und auch für nächstes Jahr, dass das Wachstum fast ausschließlich von binnenwirtschaftlichen Kräften getragen wird.

Konjunktursignale in China verdüstern sich

Peking (dpa) - Der wichtigste Wachstumsmotor der Weltwirtschaft China scheint zunehmend ins Stottern zu geraten. Der als wichtiger Frühindikator geschätzte HSBC-Index zum Verhalten der Einkaufsmanager in China fiel stärker als von Analysten erwartet. Zudem mehren sich die Zeichen, dass die Regierung um den seit drei Monaten amtierenden Staatspräsidenten Xi Jinping bei der Konjunktur noch stärker das Tempo drosseln will. Den Banken soll offenbar der Geldhahn stärker zugedreht werden, um der Gefahr einer Kreditblase vorzubeugen. «Die neue Führung des Landes hat einen ganz anderen Fokus als die alte», schrieb Goldman-Sachs-Experte Yu Song. Dies könnte zu einem geringeren, aber nachhaltigeren Wachstum führen.

Reinigungskräfte bekommen mehr Geld

Berlin (dpa) - Die mehr als 550 000 Gebäudereiniger in Deutschland bekommen im nächsten Jahr mehr Geld. Arbeitgeber und Gewerkschaft einigten sich in der Nacht zu Donnerstag, die Löhne um 3,44 Prozent zu erhöhen. 2015 ist ein weiteres Plus von 2,58 Prozent vorgesehen. Der Mindestlohn für die Innenreinigung werde demnach am 1. Januar 2014 im Westen von 9 Euro auf 9,31 Euro pro Stunde steigen, 2015 auf 9,55 Euro. Im Osten bekommen die Beschäftigten im nächsten Jahr 7,96 statt wie bislang 7,56 Euro. 2015 erreichen sie 8,21 Euro. Beide Seiten wollen 2019 einen einheitlichen Lohn in Ost und West, die Aufschläge in Ostdeutschland fallen deshalb regelmäßig kräftiger aus.

Brüssel droht Berlin wegen Konzernstruktur der Deutschen Bahn

Brüssel/Berlin (dpa) - Im Streit um die Deutschen Bahn erhöht Brüssel den Druck: Die EU-Kommission fordert von der Bundesregierung, Missstände in der Konzernstruktur abzustellen, und droht Berlin mit dem Gang vor den Europäischen Gerichtshof. Aus Sicht des Wettbewerbskommissars Siim Kallas ist bei dem Staatskonzern nicht sichergestellt, dass Steuergeld, das in das Netz und in den Regionalverkehr fließt, auch dort bleibt. Es sei möglich, dass die Bahn andere Geschäfte etwa im Ausland damit unerlaubterweise quersubventioniere. Das gelte auch für Gebühren, die Konkurrenten der Bahn überweisen, um auf ihrem Netz fahren zu dürfen. Die Bundesregierung wies den Vorwurf am Donnerstag umgehend zurück.

Studie: Schifffahrt unter Druck - Branche stellt sich neu auf

Hamburg (dpa) - Nach fünf Jahren Krise erwarten die meisten Reeder eine Fusions- und Pleitewelle in der Schifffahrt. Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die am Donnerstag in Hamburg vorgestellt wurde. Danach glauben fast 90 Prozent der Befragten, dass viele Reedereien das laufende Jahr nicht überstehen werden. Eine schnelle Erholung des Marktes sei nicht in Sicht. Die Schifffahrt leidet weltweit unter Überkapazitäten und niedrigen Fracht- und Charterraten. Das gilt speziell für die Containerschifffahrt, wo die deutschen Reeder mit 1700 Schiffenn die weltweit führende Position einnehmen.

US-Geldpolitik und China drücken den Dax unter 8000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Hinweise auf eine mögliche Drosselung der ultralockeren US-Geldpolitik und Konjunkturdaten aus China haben am deutschen Aktienmarkt für Ernüchterung gesorgt. Der Dax fiel am Donnerstag bis auf rund 7963 Punkte - den tiefsten Stand seit Anfang Mai. Zuletzt ging es für den deutschen Leitindex um 2,45 Prozent auf 7996 Punkte nach unten. Der MDax büßte 2,13 Prozent auf 13 818 Punkte ein und der TecDax fiel um 1,93 Prozent auf 940 Punkte. Der Eurokurs gab deutlich nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3200 (Mittwoch: 1,3406) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7576 (0,7459) Euro.