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Telekom erneut mit Umsatzrückgang - Hoffnung wegen USA


Bonn (dpa) - Das schwache Geschäft im europäischen Ausland und in den USA hat der Deutschen Telekom zu Jahresbeginn zugesetzt. Der wichtige Heimatmarkt war dagegen der Fels in der Brandung. Dort konnte die Telekom, die derzeit wegen der geplanten Daten-Obergrenze für Festnetzkunden in der Kritik steht, den Rückgang der Einnahmen aus dem Mobilfunkgeschäft im ersten Quartal stoppen, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Die Bonner sehen sich auf dem richtigen Weg. Der Konzernumsatz fiel im ersten Quartal um knapp fünf Prozent auf 13,79 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sackte um gut vier Prozent auf 4,29 Milliarden Euro. Dank geringerer Abschreibungen auf die US-Sparte legte der Überschuss hingegen leicht auf 564 Millionen Euro zu.

Henkel spürt Industrieflaute - Gewinn legt dennoch kräftig zu

Düsseldorf (dpa) - Der Persil- und Pritt-Hersteller Henkel verdient weiterhin glänzend. Allerdings bekommt der Düsseldorfer Konzern den Abschwung in einigen wichtigen Industriebranchen zu spüren. Henkel ist die weltweite Nummer eins bei Klebstoffen und daher auch vom Wohl und Weh der Konjunktur abhängig. Nur durch starke Zuwächse bei den Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetikprodukten rund um die Marken Schwarzkopf konnte das Traditionsunternehmen in den ersten drei Monaten seinen Umsatz leicht um 0,6 Prozent auf gut vier Milliarden Euro steigern, wie Henkel am Mittwoch mitteilte. Durch Preiserhöhungen und Kostensenkungen verbesserten sich die Gewinnmargen aber deutlich.

Weltgrößter Autobauer Toyota mit Gewinnsprung

Tokio (dpa) - Der weltgrößte Autobauer und VW-Rivale Toyota hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen gewaltigen Gewinnsprung eingefahren. Der Nettogewinn konnte zum Bilanzstichtag 31. März mehr als verdreifacht werden - von 283,5 auf 962,2 Milliarden Yen (7,4 Milliarden Euro), wie Toyota Motor am Mittwoch bekanntgab. Der Umsatz erhöhte sich um 18,7 Prozent auf 22 Billionen Yen. Im laufenden Geschäftsjahr will Toyota weiter beschleunigen und unter dem Strich einen Gewinn von rund 1,4 Billionen Yen einfahren. Der Umsatz soll sich auf 23,5 Billionen Yen erhöhen. Im Quartal Januar bis März stieg der Nettoertrag auf 314 Mrd Yen nach 121 Mrd Yen im Vorjahresquartal.

Börsennewcomer Evonik hält nach schwachem Start an Prognose fest

Essen (dpa) - Der Essener Börsenneuling Evonik Industries hält trotz eines schwachen Starts in das Jahr an seiner Prognose für 2013 fest: Der weltweit tätige Spezialchemiekonzern will seinen Vorjahresumsatz von 13,6 Milliarden Euro steigern und erwartet operative Ergebnisse auf Vorjahresniveau. 2012 hatte Evonik unter dem Strich knapp 1,2 Milliarden Euro verdient. Das Unternehmen mit seinen gut 33 000 Mitarbeitern war Ende April nach Privatplatzierungen von rund 14,5 Prozent des Grundkapitals an die Börse gegangen. Der Kurs der Aktie ist seitdem leicht gesunken. Nach einem Start bei 33 Euro lag er am Mittwochmittag bei 31,30 Euro.

Metro-Chef bittet Aktionäre um Geduld

Düsseldorf (dpa) - Metro-Chef Olaf Koch bittet die gebeutelten Aktionäre nach dem Dax-Abstieg des größten deutschen Handelskonzerns um Geduld. Die Metro AG verfüge über erhebliches Potenzial, das es zu heben gelte, sagte Koch am Mittwoch auf der Metro-Hauptversammlung in Düsseldorf. «Das wird nicht schnell gehen. Wir müssen grundlegende Veränderungen vornehmen.» 2012 sei zwar ein schwieriges Jahr gewesen, es habe aber auch Fortschritte geben. Die eingeleiteten Veränderungen wie das Überarbeiten der Sortimente zeigten Wirkung. Media Markt und Saturn steigerten ihre Online-Umsätze. Der Konzern gewinne in vielen Ländern Marktanteile. «Wir zögern nicht, wir handeln», betonte er. Wegen eines Kursverfalls war die Metro-Stammaktie im Herbst 2012 in die zweite Börsenliga M-Dax abgestiegen.

Lanxess-Gewinn bricht zum Jahresstart wegen Autokrise in Europa ein

Leverkusen (dpa) - Die Autokrise in Europa hat den Spezialchemiekonzern Lanxess im ersten Quartal voll erfasst. Der Gewinn sackte zum Vorjahreszeitraum um 87 Prozent auf 25 Millionen Euro ab, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Leverkusen mitteilte. Das schwache Reifengeschäft sorgte für einen Umsatzrückgang um 12,3 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Lanxess ist der größte Hersteller von synthetisch hergestelltem Kautschuk weltweit. Bereits bei Vorlage der Bilanz 2012 Mitte März hatte der Konzern vor einem schwachen Jahresstart gewarnt und für diese Kennzahl eine Spanne von 160 bis 180 Millionen Euro angegeben.

Eon verdient weniger Geld - Schulden reduziert

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Energiekonzern Eon hat im ersten Quartal des Jahres spürbar weniger Geld verdient. Das Unternehmen ist aber beim Schuldenabbau vorangekommen. Der für die Dividendenberechnung entscheidende nachhaltige Konzernüberschuss - aus dem Bewertungseffekte herausgerechnet werden - sank im Vorjahresvergleich von 1,7 auf 1,4 Milliarden Euro. Eon bestätigte seine Ankündigung, im Gesamtjahr einen nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Euro zu erreichen - bis zu 2 Milliarden weniger als 2012. Eon verdient mit seinen Gaskraftwerken kein Geld mehr, weil das große Angebot an Ökostrom die Margen hat schmelzen lassen. Hinzu kommt die lahmende Konjunktur.

Langer Winter verhagelt HeidelbergCement den Jahresauftakt

Heidelberg (dpa) - Der lange Winter hat den Baustoffkonzern HeidelbergCement überraschend tief in die roten Zahlen gedrückt. In den ersten drei Monaten des Jahres wies das Unternehmen einen Verlust nach Minderheiten von 235 Millionen Euro aus, wie es am Mittwoch in Heidelberg mitteilte. Analysten hatten mit einem geringeren Fehlbetrag gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus 208 Millionen Euro betragen. Auch der Konkurrenz hatte der hartnäckige Winter das Geschäft erschwert. Für das gesamte Geschäftsjahr peilt das im Dax notierte Unternehmen nach wie vor einen Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis an.

EU-Kommission gibt grünes Licht für Solar-Strafzölle gegen China

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat am Mittwoch grünes Licht für hohe Strafzölle gegen die Einfuhr von billigen Solarpaneelen aus China gegeben. Nach Angaben aus EU-Kreisen soll der Strafzoll durchschnittlich bei etwa 47 Prozent des Einfuhrwertes liegen. Die endgültige Entscheidung über die Strafzölle, mit denen die EU auf chinesische Dumpingpreise reagieren will, soll in der kommenden Woche von den EU-Regierungen getroffen werden. Die Strafzölle sollen spätestens am 5. Juni mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft treten.

Kabinett beschließt strengere Regeln für Managergehälter

Berlin (dpa) - Als Mittel gegen ausufernde Managergehälter sollen die Aktionäre börsennotierter Unternehmen mehr Kontrollrechte bekommen. Künftig soll die Hauptversammlung einmal jährlich über die komplette Vergütung des Vorstands entscheiden und nicht mehr allein der Aufsichtsrat. Das sieht eine Änderung des Aktienrechts vor, die das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat. Die Neuregelung, die vom Bundestag noch verabschiedet werden muss, sei eine effektive und angemessene Antwort auf übermäßige Vergütungen einzelner Manager und solle «Selbstbedienung» in großen Konzernen vermeiden, sagte der Parlamentarische Justiz-Staatssekretär Max Stadler (FDP). Gesetzliche Gehalts-Obergrenzen soll es nicht geben.

Telekom-Chef: Internet-Vielnutzer sollen 10 bis 20 Euro mehr zahlen

Bonn/Berlin (dpa) - Wer bei der Telekom auch künftig ohne Tempo-Bremse im Internet surfen möchte, muss langfristig mit Zusatzkosten von 10 bis 20 Euro für die Flatrate rechnen. Das kündigte Konzernchef René Obermann am Mittwoch bei der Vorlage der Zwischenbilanz für das erste Quartal 2013 an. Damit nannte die Telekom erstmals eine Größenordnung für die Mehrausgaben. Obermann betonte zugleich, ein genauer Preis sei noch nicht vorhersehbar. Die Daten-Obergrenzen für Internet-Flatrates im Festnetz, ab denen das Tempo drastisch gedrosselt werden kann, sollen frühestens im Jahr 2016 greifen. Wer auch darüber hinaus mit voller Geschwindigkeit surfen will, müsste mehr bezahlen.

EU-Kommission will Bankkonto für alle Europäer

Brüssel (dpa) - Jeder Europäer sollte nach dem Willen der EU-Kommission ein eigenes Bankkonto haben. Dazu hat die Brüsseler Behörde am Mittwoch einen Gesetzesvorschlag vorgelegt. «Nur aus schwerwiegenden Gründen» wie Geldwäsche sollten Banken Interessenten mit Wohnsitz in der EU zurückweisen können, erklärte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg. Borg und sein Binnenmarkt-Kollege Michel Barnier wollen die Geldhäuser zudem verpflichten, standardisierte Listen zu Kosten ihrer Leistungen vorzulegen. Bankwechsel sollen innerhalb von 15 Tagen möglich sein, zwischen Banken in verschiedenen EU-Ländern innerhalb von 30 Tagen.

Kabinett stellt Weichen für Billigung von EZB-Bankenaufsicht

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung stellt die Weichen für die Zustimmung Deutschlands zur europäischen Bankenaufsicht. Das Kabinett billigte am Mittwoch in Berlin einen entsprechenden Gesetzentwurf als Voraussetzung dafür, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dem Vorschlag der EU-Kommission zur Übertragung der Aufsicht auf die Europäische Zentralbank (EZB) zustimmen kann. Die einheitliche Aufsicht ist Teil einer Bankenunion. Weitere Säule ist ein Abwicklungsmechanismus zur Schließung maroder Banken. Künftig sollen auch direkte Hilfen des Euro-Rettungsschirms ESM für angeschlagene Banken möglich sein. Schäuble pochte zuletzt auf eine schnelle Bankenunion. Auf die aus deutscher Sicht mittelfristig nötigen Veränderungen der EU-Verträge zur Bankenabwicklung will er nicht mehr warten.

Chinas Exporte steigen unerwartet stark um 14,7 Prozent

Peking (dpa) - Chinas Exporte haben im April mit 14,7 Prozent stärker als erwartet zugelegt. Wie die Zollverwaltung am Mittwoch in Peking mitteilte, stiegen auch die Importe im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich um 16,8 Prozent. Der überraschend starke Zuwachs der Ausfuhren wäre eigentlich ein Hinweis auf eine mögliche Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde, doch es gab Skepsis über die Zahlen. Seit Wochen gibt es Spekulationen, dass das Exportvolumen künstlich aufgebläht wird, um «heißes Kapital» ins Land zu holen. Die Behörden gehen dem Verdacht nach, ob Exporteure auf dem Papier höhere Ausfuhrvolumen angeben, um Kapitalbeschränkungen zu umgehen. Die lockere Geldpolitik in den USA und Europa sowie die allgemein erwartete Wertsteigerung des chinesischen Yuans begünstigen solche Kapitalzuflüsse nach China.

Brasilianer übernimmt Führung der Welthandelsorganisation

Genf/Brasília (dpa) - In einem monatelangen Ringen hat sich der Brasilianer Roberto Azevêdo als Anwärter auf den prominenten Chefposten der Welthandelsorganisation (WTO) durchgesetzt. Der US-kritische Diplomat und Außenwirtschaftsexperte brachte im Auswahlprozess in Genf eine ausreichende Mehrheit der 159 WTO-Mitgliedstaaten hinter sich, wie Dienstagabend bekanntwurde. Azevêdo (55) setzte sich mit Hilfe maßgeblicher Schwellenländer gegen Mexikos Ex-Handelsminister Herminio Blanco (62) durch, der von den USA und der EU unterstützt worden war. Die WTO hatte die formelle Bekanntgabe des Ergebnisse der Suche eines Nachfolgers für den Franzosen Pascal Lamy (67) für Mittwochnachmittag angekündigt.

Dax setzt Rekordjagd fort

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Mittwoch seine Rekordjagd fortgesetzt. Überraschend starke März-Daten zur Industrieproduktion in Deutschland sowie einige erfreuliche Quartalsbilanzen waren der Auslöser. Nachdem der deutsche Leitindex gegen Mittag bis auf den Höchststand von 8241 Punkte gestiegen war, legte er am Nachmittag um 0,59 Prozent auf 8230 Punkte zu. Der TecDax gewann 0,64 Prozent auf 942 Punkte, während der MDax sich mit minus 0,05 Prozent bei 13 781 Punkten kaum verändert zeigte. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,05 Prozent am Vortag auf 1,07 Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3135 (Dienstag: 1,3107) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7613 (0,7630) Euro.