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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Verzögerte ICE-Auslieferung: Bahn fehlt größere Reserve im Winter

Berlin (dpa) - Für die Bahn ist es kurz vor dem Winter ein empfindlicher Rückschlag: Weil Siemens neue ICE-Züge nicht rechtzeitig liefert, fehlt der Deutschen Bahn die erhoffte größere Reserve, die sie bei Zugausfällen einsetzen könnte. «Unsere Kunden fühlen sich von Siemens im Stich gelassen», sagte Fernverkehrschef Berthold Huber am Donnerstag. Die Bahn hätte die acht Züge gerade im Weihnachtsverkehr «sehr gut gebrauchen können». Nach der kurzfristigen Siemens-Absage rechnet die Bahn frühestens in zwei Monaten mit dem Einsatz von acht neuen ICE-Zügen. Fehlerhafte Computerprogramme für die Zugsteuerung müssten überarbeitet und nochmals geprüft werden, sagte Bahn-Technikvorstand Volker Kefer.

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EU-Gericht klärt Regeln zu Gepäckverlust und Flugausfällen

Luxemburg (dpa) - Mehr Klarheit für Flugreisende: Das oberste EU-Gericht hat in zwei Urteilen die Ansprüche bei Gepäckverlust und Flugausfall präzisiert. So müssen Flugunternehmen Entschädigung für verlorenes Gepäck nicht nur pro Koffer, sondern pro Person zahlen. Das entschieden die Richter am Donnerstag in Luxemburg (Rechtssache C-410/11). In einem weiteren Fall (Rechtssache C-139/11) beschlossen sie, dass die Fristen für Klagen auf Schadenersatz wegen Flugausfalls von nationalen Vorgaben abhängen. Wenn sich Reisende einen Koffer teilen, habe jeder einzelne Anspruch auf Entschädigung, befand der Europäische Gerichtshof.

Familienunternehmen gut aufgestellt - Fachkräfte gesucht

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Familienunternehmen treibt die Sorge um fehlende Fachkräfte und über die Zukunft der Eurozone um. «Die Unsicherheit über den Euro - dass einzelne Länder aussteigen und die Eurozone auseinanderbricht - ist jetzt das Thema in den Unternehmen», sagte Peter Bartels, Vorstand und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in Frankfurt. Bei der am Donnerstag vorgelegten PwC-Umfrage «Family Business Survey 2012» bezeichnete fast jedes dritte Familienunternehmen die Euro-Sorgen als die größte externe Herausforderung in den kommenden zwölf Monaten.

Konjunkturlokomotive China nimmt wieder Fahrt auf

Frankfurt/Peking (dpa) - Aus China kommt Hoffnung für die lahmende Weltwirtschaft. Neue Stimmungsdaten aus den Industriebetrieben der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geben klare Hinweise: Eine der weltweit wichtigsten Konjunkturlokomotiven gewinnt wieder an Fahrt. Dies sorgt nicht zuletzt in der Eurozone für Hoffnung, das die Konjunktur wieder etwas an Schwung gewinnt und das Tal der Rezession im nächsten Jahr verlassen könnte. Erstmals seit mehr als einem Jahr ist die Stimmung in der Industrie wieder über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gestiegen. Der wichtige Einkaufsmanagerindex, ermittelt von der Großbank HSBC, stieg im November um 0,9 Punkte auf 50,4 Zähler. Werte über der Expansionsmarke liefern Hinweise auf ein Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe.

Lehman-Insolvenzverwalter verteidigt erwartetes Mega-Honorar

Frankfurt/Main (dpa) - Im Insolvenzverfahren um die deutsche Tochter der Pleitebank Lehman ist heftiger Streit um das mögliche Honorar des Insolvenzverwalters entbrannt. Der Wirtschaftsanwalt Michael Frege und die hinter ihm stehende Kanzlei CMS Hasche Sigle könnten laut einem Gutachten am Verfahrensende eine Vergütung von bis zu 800 Millionen Euro kassieren, wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Donnerstag berichtete.

Teurer Streit um ein EU-Siegel: Eon muss 38 Millionen zahlen

Luxemburg (dpa) - Der Energieversorger Eon muss 38 Millionen Euro Strafe zahlen, weil er Kartellermittlungen der EU-Kommission gestört haben soll. Das entschied der Europäische Gerichtshof am Donnerstag in Luxemburg (Rechtssache C-89/11 P). Eon-Mitarbeiter sollen ein Siegel beschädigt haben, mit dem Kartell-Ermittler 2006 in der Münchner Niederlassung des Unternehmens Akten gesichert hatten. Eon hatte den Vorwurf immer zurückgewiesen, scheiterte jetzt aber mit seiner Klage gegen die Geldbuße in letzter Instanz. Nach der Entscheidung gab das Unternehmen klein bei.

Rating-Agentur stuft Sony und Panasonic auf «Ramsch»-Niveau herab

Tokio/Berlin (dpa) - Die notleidende japanische Elektronik-Branche hat das Vertrauen der Finanzmärkte verloren. Die Rating-Agentur Fitch stufte am Donnerstag nach eigenen Angaben auch Sony und Panasonic auf «Ramsch»-Niveau herab. Anfang November war bereits das Rating von Sharp so tief gesunken. Mit den Abstufungen wird es für die Unternehmen nun schwerer, sich Geld am Kapitalmarkt zu holen.

Deutsche Aktien legen weiter deutlich zu

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat auch am Donnerstag kräftig zugelegt. Konjunkturdaten aus China und die Waffenruhe im Nahen Osten hielten den Stimmungspegel nach bislang durchweg positivem Wochenverlauf oben. Zudem besorgte sich Spanien problemlos frisches Kapital. Der Dax gewann 0,86 Prozent auf 7247 Punkte und hat damit in der bisherigen Wochenbilanz mehr als 4 Prozent gewonnen. Für den MDax ging es um 0,83 Prozent auf 11 368 Punkte nach oben, während der TecDax um 1,25 Prozent auf 821 Punkte zulegte. Am deutschen Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,12 Prozent am Vortag auf 1,15 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 134,57 Punkte. Der Kurs des Euro legte derweil zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2893 (Mittwoch: 1,2805) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7756 (0,7809) Euro.