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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Facebook stemmt weltweit größten Internet-Börsengang

New York (dpa) - Acht Jahre nach der Gründung in einer Studentenbude ist Facebook endgültig ein Weltkonzern: Das Soziale Netzwerk hat den größten Internet-Börsengang der Geschichte geschafft. Mit einer Bewertung von 104 Milliarden Dollar oder umgerechnet 80 Milliarden Euro ist Facebook an der Börse aus dem Stand teurer als die drei deutschen Traditionsunternehmen BMW, Deutsche Bank und Adidas zusammen. Gründer Mark Zuckerberg läutete am Freitag die Glocke zum Handelsstart der Technologiebörse Nasdaq - vom Firmengelände in Kalifornien aus. Facebook konnte seine Aktien am späten Donnerstag zum anvisierten Höchstpreis von 38 Dollar losschlagen. Insgesamt nahmen das Unternehmen und seine Alteigentümer damit 16 Milliarden Dollar ein. Zuckerberg hat einen Teil seiner Aktien verkauft, aber nur, um fällige Steuern zu begleichen. Der 28-Jährige behält mit seinen verbleibenden Anteilsscheinen weiterhin die Kontrolle über das 900 Millionen Mitglieder starke Netzwerk.

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EU-Kommissar warnt vor «Endspiel» in Athen

Madrid/Athen/Brüssel (dpa) - Keine Ende der Hiobsbotschaften in der Euro-Schuldenkrise: Führende Ratingagenturen straften erneut Griechenland und Spaniens Banken ab, die Börsen setzten ihre Berg- und Talfahrt fort. Für Athen wird die Lage immer bedrohlicher. Erstmals bestätigte ein Mitglied der EU-Kommission, dass es Notfallszenarien für den Fall eines Euro-Austritts des hoch verschuldeten Landes gibt. Ein Sprecher der EU-Kommission verneinte anschließend prompt, dass an derartigen Ausstiegsszenarien gearbeitet werde. EU-Handelskommissar Karel De Gucht warnte indes in einem Interview der belgischen Zeitung «De Standaard» am Freitag: «Das Endspiel hat begonnen und ich weiß nicht, wie es ausgehen wird.»

Forscher: Griechen müssen Korruption und Schwarzarbeit bekämpfen =

Linz/Frankfurt (dpa) - Korruption und die große Schattenwirtschaft sind nach Auffassung des österreichischen Ökonomen Friedrich Schneider die drängendsten Probleme Griechenlands. Nach seinen Studien wird allein der durch Bestechung angerichtete volkswirtschaftliche Schaden in dem Euro-Krisenland 2012 auf 27,3 Milliarden Euro wachsen. Trotz eines leichten Abwärtstrends in den vergangenen Jahre stehe zudem die Schwarzarbeit in Griechenland für einen Gegenwert von hohen 24,3 Prozent des Bruttosozialprodukts, schreibt der Professor der Universität Linz. Zum Vergleich: In der Schweiz wird die Wertschöpfung der Schattenwirtschaft auf 7,8 Prozent des Bruttosozialprodukts und in Deutschland auf 13,5 Prozent geschätzt.

Opel Astra nur noch aus dem Ausland - Bangen in Bochum

Rüsselsheim/Bochum (dpa) - Gewerkschaft und Betriebsrat wollen einen Kahlschlag beim Autobauer Opel nicht kampflos hinnehmen. Die IG Metall drohte dem Management am Freitag mit einer «harten Auseinandersetzung», um alle Standorte in Deutschland zu erhalten. Opel hatte am Vortag bekanntgegeben, sein Erfolgsmodell Astra ab 2015 nur noch im günstigeren Ausland zu produzieren. Das nährt die Sorge vor einem baldigen Aus für das Werk in Bochum. «Wenn es in Folge der Entscheidung Pläne gibt, das Bochumer Werk zu schließen, wäre das eine Kriegserklärung an 45 000 Menschen und an die Region», sagte der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Nicht nur etwa 3200 Beschäftigte im Werk wären demnach betroffen, sondern zehntausende Menschen bei Partnerbetrieben, Dienstleistern und Zulieferern.

Metall-Tarifrunde hakt am Streitpunkt Leiharbeit

Sindelfingen (dpa) - Die seit langem heftig umstrittene Leiharbeit entwickelt sich in der heißen Phase der Metall-Tarifverhandlungen zum entscheidenden Knackpunkt. Während der fünften Gesprächsrunde am Freitag im möglichen Pilotbezirk Baden-Württemberg zeigte sich deutlich, dass die Gräben bei diesem Thema am tiefsten sind. Bei der Forderung nach einer unbefristeten Übernahme für fertig ausgelernte Lehrlinge gab es dagegen erste spürbare Annäherungen. Aus Sicht von IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann liegen die Positionen bei der Leiharbeit nach wie vor «meilenweit auseinander». Auch das dritte, noch undiskutierte Ziel 6,5 Prozent mehr Geld berge nach wie vor Konfliktstoff. Sollten sich die Tarifparteien in Runde fünf nicht merklich annähern, droht in der Schlüsselbranche der erste groß angelegte Arbeitskampf seit 2002. Bisher gibt es nur Warnstreiks. In der Branche arbeiten bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigte.

Nach Termindebakel Sorgen um Flughafen-Finanzen =

Berlin (dpa) - Als Folge der geplatzten Eröffnung könnte auf den Hauptstadtflughafen schon bald ein Finanzierungsproblem zukommen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach am Freitag von einem deutlich geschrumpften Puffer innerhalb des Kreditrahmens von 2,4 Milliarden Euro. «Wir sind da an der Kante. Und ich kann nicht ausschließen, dass die Kante des Kreditrahmens übersprungen wird», sagte Wowereit im Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Dort stellte er sich mit Flughafenchef Rainer Schwarz und Projektleiter Joachim Korkhaus den Fragen der Abgeordneten. Der Eröffnungstermin des neuen Flughafens Berlin Brandenburg war Donnerstag um gut neun Monate auf den 17. März 2013 verschoben worden. Erst wenige Tage zuvor war die Inbetriebnahme zum 3. Juni abgesagt worden. Als Begründung wurde die noch nicht funktionstüchtige Brandschutzanlage genannt.

USA verhängen Strafzölle auf chinesische Solarimporte =

Washington (dpa) - Im Kampf gegen billige Solarimporte aus China haben die deutsche Solarworld und Hersteller aus den USA einen Etappensieg errungen. Das US-Handelsministerium verhängte wegen Preisdumpings hohe Strafzölle zwischen 31 und 250 Prozent auf chinesische Solareinfuhren, wie das Ministerium auf Basis einer vorläufigen Entscheidung am Donnerstagabend mitteilte. Die Unternehmen böten wegen staatlicher Subventionen ihre Produkte unter den Herstellungskosten an, hieß es zur Begründung. Die endgültige Entscheidung fällt Anfang Oktober. Für die schwer angeschlagene deutsche Branche erwarten Experten allerdings kaum positiven Folge, selbst wenn das US-Beispiel in Europa Schule machen sollte.

Medienberichte: 30 000 Stellen bei HP auf dem Prüfstand

New York (dpa) - Beim weltgrößten PC-Hersteller Hewlett-Packard könnten laut US-Medienberichten bis zu 30 000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Betroffen wäre damit nahezu jeder Zehnte der 324 000 Mitarbeiter. Ziel der Streichungen sei eine deutliche Kostensenkung und eine Anpassung der Konzernstrategie an die schwächelnde PC-Nachfrage. Es wird erwartet, dass die Pläne am kommenden Mittwoch vorgestellt werden, wenn HP seine Zahlen für das zweite Finanzquartal präsentiert. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg sprach am Donnerstag von 25 000 Jobs, die Zeitung «Wall Street Journal» von 25 000 bis 30 000. Die «New York Times» zitierte einen namentlich nicht genannten HP-Manager mit den Worten, die seit September an der Spitze von HP stehende Vorstandschefin Meg Whitman versuche, «ein neues Unternehmen zu bauen».

Bericht: Zocker-Verlust bei JPMorgan könnte 5 Milliarden erreichen

New York/Washington (dpa) - Fehlgeschlagene Finanzwetten bringen die US-Großbank JPMorgan immer stärker in Bedrängnis. Die Spekulationsverluste bei Amerikas größtem Kreditinstitut könnten einem Bericht zufolge auf fünf Milliarden Dollar steigen. Diese Zahl sei Bank-Chef Jamie Dimon Ende April als möglicher Maximalverlust genannt worden, heißt es in einem Online-Bericht des «Wall Street Journal» am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise. Das wäre deutlich mehr als Dimon zuletzt eingeräumt hatte. Dem Bankenausschuss des Senats in Washington soll Dimon demnächst Rede und Antwort stehen. Eine Banksprecherin bestätigte die Zusage Dimons am Donnerstag. Der genaue Termin der Anhörung steht noch nicht fest. Zunächst wird der Ausschuss noch zwei weitere Sitzungen abhalten am 22. Mai und 6. Juni.

Praktiker: Nächste Woche voraussichtlich Klarheit =

Kirkel/Mainz (dpa) - Wie es mit der kriselnden Baumarktkette Praktiker und der Schwestermarke Max Bahr weitergeht, wird sich voraussichtlich in der kommenden Woche klären. Die «Financial Times Deutschland» berichtete am Freitag, die Marke Praktiker solle zu einem Auffangbecken für die Reste des schwachen Baumarktkonzerns verkommen. Die meisten umsatzstarken Filialen sollten an Max Bahr abgegeben werden, das sei ein Anteil von etwa 50 Prozent. Die Umbenennung sei Teil des neuen Konzepts, das der Aufsichtsrat am Sonntag genehmigt hatte, um an einen Kredit des Finanzinvestors Anchorage Capital Group zu kommen. Eine Sprecherin von Praktiker wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Sie sagte nur, sie gehe davon aus, dass es nächste Woche mehr Informationen gebe. Die Baumarktkette hofft mit einem korrigierten Sanierungskurs und einem neuen Investor wieder auf mehr Erfolg.

Fresenius: Offizielle Offerte für Rhön-Klinikum erst kommende Woche

Bad Homburg (dpa) - Der Medizinkonzern Fresenius will das offizielle Übernahmeangebot für den Konkurrenten Rhön-Klinikum in der kommenden Woche und damit etwas später als geplant veröffentlichen. Dies sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag auf Anfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. An den Konditionen der Offerte vom 26. April ändere sich nichts. Ursprünglich sollte die Frist am Freitag (18.5.) beginnen. Fresenius hatte am 4. Mai die Unterlagen bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Prüfung eingereicht. Der Dax-Konzern bietet für jede Rhön-Aktie 22,50 Euro oder insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Durch die Übernahme wollen die Bad Homburger den größten privaten Krankenhauskonzern Deutschlands mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro schmieden.