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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Chinesische Notenbank senkt Leitzins


Peking (dpa) - Die chinesische Notenbank hat ihre Geldpolitik weiter gelockert. Der Leitzins werde um 0,25 Prozentpunkte auf 4,35 Prozent gesenkt, teilte die Notenbank am Freitag in Peking mit. Der neue Leitzins werde von diesem Samstag an gelten. Der Schritt soll die Banken anregen, neue Kredite zu vergeben und die Investitionen der Unternehmen damit anzukurbeln. Zudem werde die Mindestreserve um 0,5 Prozent abgesenkt, betonte das Institut. Die Mindestreserve muss bei der Notenbank hinterlegt werden.

Steigende Gaspreise: Wichtige Urteile aus Karlsruhe erwartet

Karlsruhe (dpa) - Der Bundesgerichtshof (BGH) steht vor wichtigen Urteilen zu Preiserhöhungen von Gastarifen. Dabei geht es um die Informationspflichten der Energieversorger. Am Mittwoch (28.10./11.00 Uhr) will der Senat in Karlsruhe seine Entscheidung verkünden. Den Richtern liegen zwei Klagen von Verbrauchern gegen die Stadtwerke Hamm und Geldern (beide Nordrhein-Westfalen) vor. Die Kunden beanstandeten Preiserhöhungen, die die Unternehmen im Rahmen des jeweiligen Grundversorgungsvertrages vorgenommen hatten. Ein solcher Standardvertrag kommt immer dann mit dem örtlichen Anbieter zustande, wenn die Kunden nicht nach günstigeren Alternativen suchen.

Handel bereitet Ende der kostenlosen Plastiktüte vor

Berlin (dpa) - In Deutschland soll es künftig keine kostenlosen Plastiktüten an Ladentheken mehr geben. Das sieht ein Vereinbarungsentwurf vor, den der Deutsche Handelsverband (HDE) in den vergangenen Tagen dem Bundesumweltministerium vorgelegt hat. Die Einzelhändler sollen demnach individuell «einen angemessenen Betrag» für die Tüten festlegen, sagte ein HDE-Sprecher am Freitag. Von der Regelung ausgenommen sein sollen die sogenannten Hemdchentüten für Obst und Gemüse im Supermarkt. Zunächst hatte die «Süddeutsche Zeitung» (Freitag) darüber berichtet. Mit der Abschaffung der Gratistüten will der HDE eine EU-Richtlinie vom April dieses Jahres umsetzen.

EZB-Umfrage: Experten erwarten nur noch Mini-Inflation

Frankfurt/Main (dpa) - Angesichts des neuerlichen Absturzes der Ölpreise haben Ökonomen ihre Inflationserwartungen gesenkt. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Experten rechnen nun im laufenden Jahr nur noch mit einem Mini-Preisauftrieb von 0,1 Prozent, wie die Notenbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. Im Juli hatten sie noch einen Preisanstieg von 0,2 Prozent vorhergesagt. Neben der Entwicklung der Ölpreise drückt auch die Konjunkturschwäche in Schwellenländern wie China und Brasilien die Inflationserwartungen. 2016 wird die Teuerung nach der Prognose nur auf 1,0 Prozent anziehen (Juli-Prognose: 1,3), 2017 auf 1,5 (1,6) Prozent.

Amazon begeistert Anleger mit überraschendem Gewinn

Seattle (dpa) - Amazon hat die Anleger mit einem schmalen Gewinn von 79 Millionen Dollar positiv überrascht. Sie ließen die Aktie des weltgrößten Online-Händlers am Donnerstag nachbörslich um rund zehn Prozent steigen. Am Markt war eher ein Quartalsverlust erwartet worden. Im Vorjahresquartal hatte Amazon 437 Millionen Dollar Verlust gemacht, unter anderem wegen des Flops des inzwischen eingestellten eigenen Smartphones Fire Phone. Der Umsatz stieg um gut 23 Prozent auf 25,36 Milliarden Dollar. Mit dem Anstieg der Aktie rückte Gründer und Chef Jeff Bezos nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg auf Platz drei in der Rangliste der reichsten Amerikaner vor.

Google-Mutter Alphabet begeistert Anleger mit starken Zahlen

Mountain View (dpa) - Auftakt nach Maß: Der bislang als Google bekannte Internetriese Alphabet hat einen überraschend starken Quartalsbericht vorgelegt. Von Juli bis September stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 3,98 Milliarden Dollar (3,58 Mrd Euro), wie die Google-Konzernmutter am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. «Unsere Ergebnisse zeigen Googles Stärke, vor allem bei der mobilen Suche», kommentierte Finanzvorstand Ruth Porat. Vom Hoffnungsträger zum Umsatztreiber entwickelt sich offenbar zunehmend die Video-Tochter Youtube, für die keine konkreten Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Plattform sei ein wichtiger Grund für das starke Wachstum im Geschäft mit Werbung auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets, sagte das Management in einer Telefonkonferenz nach der Bilanzvorlage.

Cloud-Geschäft stützt Microsoft in PC-Flaute

Redmond (dpa) - Das Wachstum im Cloud-Geschäft mit Diensten aus dem Netz hilft dem Software-Riesen Microsoft durch die Schwäche des PC-Marktes. Der Windows-Konzern verdiente im vergangenen Quartal 4,62 Milliarden Dollar. Das war ein Plus von 1,7 Prozent im Jahresvergleich. Der Umsatz sank unterdessen um gut zwölf Prozent auf 20,38 Milliarden Dollar, wie Microsoft am Donnerstag mitteilte. Die Aktie kletterte nachbörslich zeitweise um über acht Prozent. Dabei legte der Umsatz von Microsofts Cloud-Sparte um acht Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar zu. Das Geschäft mit Windows-Software für Personal Computer sowie den hauseigenen Smartphones schrumpfte dagegen um 17 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar.

Notenbanken sorgen für Kursrally in Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - Die Billiggeld-Flut der Notenbanken hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag weiter angetrieben. Zusätzlich zur Aussicht auf eine geldpolitische Lockerung durch die Europäische Zentralbank lieferte nach dem Mittag eine Leitzinssenkung durch die chinesische Notenbank weiteren Treibstoff für die Kursrally. Der Dax schnellte bis zum Nachmittag um 2,97 Prozent auf 10 803,98 Punkte nach oben. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Gewinn von fast 7 Prozent ab. Der MDax rückte um 2,81 Prozent auf 20 962,01 Zähler vor und der TecDax stieg um 1,71 Prozent auf 1815,94 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um zweieinhalb Prozent zu. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,43 Prozent auf 0,37 Prozent. Der Kurs des Euro rutschte deutlich ab: Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1046 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1084 (Donnerstag: 1,1313) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9022 (0,8839) Euro.