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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Aktionärsschützer und Branchenexperte: VW-Machtkampf


Wolfsburg/Berlin (dpa) - Aktionärsschützer und Branchenexperten warnen vor einer massiven Verunsicherung bei einem länger anhaltenden Machtkampf an der VW-Spitze. Der insgesamt noch erfolgsverwöhnte Autobauer müsse aufpassen, sein Kapital bei kleineren Aktionären, aber auch bei vielen Beschäftigten nicht zu verspielen, sagte der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur: «Es ist ja klar, dass nun nicht nur 600 000 Mitarbeiter erst einmal den Atem anhalten. Natürlich sieht man eine Verunsicherung.» Am Freitag meldete zudem der «Spiegel», Piëch gerate unter Druck. Er sei als Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns nicht mehr tragbar, sagten mehrere Mitglieder des 20-köpfigen Kontrollgremiums. Aus Sicht des Branchenexperten Stefan Bratzel sollte der Streit um die Führung bei VW zügig beendet werden.

Firmen setzen auf den Aufschwung

München (dpa) - Die deutsche Wirtschaft erlebt unter anderem dank niedriger Ölpreise und dem schwachen Euro-Kurs einen Aufschwung. Fachleute rechnen in diesem Jahr inzwischen mit einem deutlichen Wachstum. Auch die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen ist gut - und verbessert sich weiter. Der Ifo-Index stieg auch im April wieder. Doch es bleiben Risiken, die die Entwicklung bremsen könnten. Das Konjunkturbarometer legte von 107,9 auf 108,6 Punkte zu, wie das Ifo Institut am Freitag mitteilte. Es wäre der sechste Anstieg in Folge gewesen, wenn das Institut nicht rückwirkend den Januar-Wert um 0,1 Punkte nach oben korrigiert hätte. An der insgesamt glänzenden Stimmung ändert das freilich nichts. «Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Aufschwung fort», sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Griechenland bekommt Ungeduld der Europartner zu spüren

Riga/Athen (dpa) - Das pleitebedrohte Griechenland bekommt beim Eurogruppen-Treffen in Riga die wachsende Ungeduld der Geldgeber deutlich zu spüren. «Ich fordere jetzt dringend, dass wir Ergebnisse auf den Tisch bekommen, die entscheidungsreif sind», sagte der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling am Freitag in der lettischen Hauptstadt. EU-Institutionen und der Internationale Währungsfonds (IWF) berichteten bei dem Minister-Treffen über Fortschritte bei den Verhandlungen um ein griechisches Reformpaket. Rasche Abmachungen sind jedoch nicht zu erwarten. Ohne einen Kompromiss auf die Reformen bleiben Hilfsgelder von 7,2 Milliarden Euro blockiert. «Wir hören ja, dass intensiv gearbeitet wird. Wir hören, dass es noch nicht so weit ist», resümierte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Google steigert Gewinn - bleibt aber unter Erwartungen

Mountain View (dpa) - Das Werbe-Geschäft von Google wächst auch im Smartphone-Zeitalter. Die Haupteinnahmequelle brachte dem Internet-Konzern im ersten Quartal 16,5 Milliarden Dollar ein, das waren elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. «Wir sehen weiter großen Schwung im mobilen Werbe-Geschäft», sagte Google-Finanzchef Patrick Pichette nach Vorlage der Zahlen am späten Donnerstag. Google verdient sein Geld hauptsächlich mit Anzeigen im Umfeld von Suchanfragen. Das Geschäft mit Online-Werbung folgt jedoch den Nutzern vom PC auf die Smartphone-Bildschirme. Die Tarife für Anzeigen auf mobilen Geräten sind dabei niedriger. Google konnte aber den Rückgang der durchschnittlichen Einnahmen pro Klick um sieben Prozent durch ein höheres Volumen ausgleichen.

Microsoft verdient weniger - feiert aber Erfolge im Cloud-Geschäft

Redmond (dpa) - Microsoft hat zum Jahresauftakt deutlich weniger verdient, den Umsatz jedoch steigern können. Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende März) sank der Überschuss im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 4,99 Milliarden Dollar (4,61 Mrd Euro), wie der Softwarekonzern am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Analysten hatten jedoch einen stärkeren Rückgang befürchtet. Obwohl zuletzt weniger Geld in der Kasse hängen blieb, kommt Microsoft-Chef Satya Nadella beim Konzernumbau voran. Sein Motto «Mobile first, Cloud first» trägt Früchte. Beim Cloud-Computing konnte der Konzern das Geschäftsvolumen abermals verdoppeln. Der Service ermöglicht es Unternehmen, Anwendungen in große Rechenzentren auszulagern, wo auch die Daten zentral gespeichert werden.

Richtungsentscheidung bei Deutscher Bank - Sondersitzung

Frankfurt/Main (dpa) - Bei der Deutschen Bank fällt aller Voraussicht nach an diesem Freitag die Entscheidung über den künftigen Kurs. Der Aufsichtsrat des Frankfurter Dax-Konzerns kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Dem Vernehmen nach wurden zuletzt vor allem zwei Szenarien diskutiert: Ein Verkauf der Bonner Tochter Postbank oder eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts inklusive Postbank. Beides würde der Deutschen Bank helfen, die strengeren Anforderungen der Aufseher zum Beispiel in Sachen Kapitalausstattung zu erfüllen. Auf dem Tisch liegen auch Pläne zur Schließung eigener Filialen und zu Einschnitten im Investmentbanking.

Gute Unternehmensstimmung hilft Dax wieder auf die Beine

Frankfurt/Main (dpa) - Die unerwartet gute Stimmung in deutschen Unternehmen hat den Dax am Freitag gestützt. Der Leitindex rückte um 0,53 Prozent auf 11 786,15 Punkte vor und machte damit einen Teil seiner Vortagesverluste wieder wett. Auf Wochensicht deutet sich ein Plus von knapp 1 Prozent an. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag indes um 0,20 Prozent auf 20 969,33 Punkte nach unten; der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,04 Prozent auf 1654,76 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,42 Prozent. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,12 Prozent am Vortag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 140,68 Punkte. Der Bund Future sank um 0,03 Prozent auf 159,12 Punkte. Der Eurokurs stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0824 (Donnerstag: 1,0772) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9239 (0,9283) Euro.