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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Lufthansa sagt wegen des Pilotenstreiks rund 750 Flüge ab


Frankfurt/Main (dpa) - Wegen des für Mittwoch angekündigten Pilotenstreiks hat die Lufthansa 750 Inlands- und Europaflüge mit rund 80 000 betroffenen Passagieren gestrichen. Ursprünglich waren an diesem Tag rund 1400 Verbindungen geplant, wie ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag in Frankfurt sagte. Fast alle Streichungen betreffen den Mittwoch, am Donnerstag und am Samstag kommt es nur zu vereinzelten geplanten Absagen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte angekündigt, in der mittlerweile zwölften Streikwelle die Kurz- und Mittelstrecke von und zu den Drehkreuzen Frankfurt und München zu bestreiken. Die übrigen Verbindungen anderer Konzerngesellschaften wie Swiss, AUA, Germanwings oder Lufthansa Cityline sind davon nicht betroffen.

Bahn will mit neuer Bahncard wieder Fahrt gewinnen

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn will mit einer neuen Bahncard verlorene Kunden zurücklocken. Noch in diesem Jahr sollen Fahrgäste die Rabattkarte in allen Varianten für drei Monate kaufen können, wie am Dienstag aus Unternehmenskreisen verlautete. Bisher ist das nur beim Einsteigerangebot mit 25 Prozent Rabatt möglich, die Vielfahrer-Angebote gelten für ein Jahr. Der Plan ist Teil eines neuen Konzepts für den Fernverkehr, über das der Aufsichtsrat an diesem Mittwoch in Berlin berät. Das Bundesunternehmen hatte in den vergangenen Jahren Fahrgäste im Fernverkehr verloren, während mehr Menschen in Fernbusse stiegen oder sich in Mitfahrzentralen zusammenschlossen. Die Bahn will das Konzept am Mittwochmittag bekanntgeben.

Boom beim Wohnungsbau hält an

Wiesbaden (dpa) - Die Flucht der Anleger ins »Betongold« lässt den deutschen Wohnungsmarkt weiter boomen. Im vergangenen Jahr wurde bundesweit der Bau von rund 284 900 Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 5,4 Prozent oder knapp 14 500 Wohnungen mehr als im Vorjahr 2013 - und so viele wie seit 2003 (297 000) nicht mehr. »Damit setzte sich die im Jahr 2010 begonnene positive Entwicklung weiter fort«, betonten die Statistiker. Von den Höchstwerten in den 1990er Jahren ist der Wert allerdings noch weit entfernt: So war allein 1994 der Bau von fast 713 000 Wohnungen genehmigt worden.

Rückgang der Verbraucherpreise in Euro-Ländern abgebremst

Luxemburg (dpa) - Die Verbraucherpreise in den Euro-Ländern sinken weniger stark als noch zu Jahresbeginn. Grund ist vor allem ein gebremster Fall der Ölpreise. Die jährliche Inflationsrate betrug im Februar minus 0,3 Prozent - das war ein deutlich geringerer Preisrückgang als im Januar mit minus 0,6 Prozent. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit und bestätigte eine erste Schätzung vom Monatsbeginn. Im Januar waren die Preise noch so stark wie seit Juli 2009 nicht mehr gefallen. Die Inflation ist aber immer noch weit vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) entfernt, die eine Rate von knapp unter 2 Prozent anstrebt. Deshalb hat die EZB die Zinsen nahezu abgeschafft und kauft seit Mitte März Staatsanleihen in gewaltigem Umfang.

ZEW-Konjunkturerwartungen: Aufschwung gewinnt an Fahrt

Mannheim (dpa) - Der Aufschwung in Deutschland gewinnt nach Einschätzung von Finanzexperten an Kraft. Die Konjunkturerwartungen der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Experten hellten sich im März weiter auf. Der Indikator stieg um 1,8 Punkte auf 54,8 Zähler, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit Februar 2014. Gründe für den fünften Anstieg in Folge waren vor allem die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank, der Rückgang des Rohölpreises und der gesunkene Eurokurs, von dem Exportunternehmen profitieren.

EnBW rutscht wegen Energiewende-Lasten in die roten Zahlen

Karlsruhe (dpa) - Unter den anhaltenden Belastungen der Energiewende ist EnBW im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Der nach Eon und RWE drittgrößte deutsche Versorger wies am Dienstag in Karlsruhe unterm Strich 450,7 Millionen Euro Verlust aus. 2013 hatte es noch einen geringen Nettogewinn von 51 Millionen Euro gegeben. EnBW begründete die Entwicklung mit einer hohen Wertberichtigung auf seine Kohlekraftwerke vom Juni 2014. Die Anlagen wurden um 1,2 Milliarden Euro niedriger angesetzt, weil sie nicht mehr rentabel bewirtschaftet werden können. Der Ökostrom-Boom drückt bei Betreibern konventioneller Kraftwerke immer stärker auf die Ergebnisse. EnBW hat jedoch auch bereits hohe Summen in erneuerbare Energien investiert.

Japans Zentralbank belässt Geldpolitik unverändert

Tokio (dpa) - Die japanische Zentralbank lässt die Geldschleusen weit geöffnet und setzt den massiven Ankauf von Staatsanleihen unverändert fort. Das beschloss die Bank von Japan (BoJ) am Dienstag nach Abschluss zweitägigen Beratungen. Sie hatte erst Ende Oktober vergangenen Jahres die geldpolitischen Zügel weiter gelockert. Ähnlich wie die Europäische Zentralbank (EZB), die seit kurzem ebenfalls Staatsanleihen in gewaltigem Umfang kauft, will die Bank von Japan damit die Wirtschaft ankurbeln und die Inflation anheizen. Nachdem Japan jahrelang unter einer Deflation mit stetig fallenden Preisen gelitten hat, strebt die Zentralbank mit Macht ein Inflationsziel von 2 Prozent an. 

Neue Streiks bei Amazon in Bad Hersfeld

Bad Hersfeld (dpa) - Bei Amazon in Bad Hersfeld haben Beschäftigte ihre Arbeit erneut niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu den Streiks aufgerufen. Sie setzt damit ihren Arbeitskampf mit dem Online-Versandhändler fort. Der Ausstand an dem Versandzentrum in Osthessen habe mit der Nachtschicht am Dienstag begonnen und ende am Mittwoch mit der Spätschicht, teilte Verdi mit. Nach Angaben einer Gewerkschaftssprecherin streikten am frühen Morgen etwa 100 Mitarbeiter, weitere wurden zu einer Versammlung erwartet. In Bad Hersfeld seien aktuell etwa 2800 Mitarbeiter beschäftigt. Eine Amazon-Sprecherin sprach von einer sehr kleinen Anzahl von Streikteilnehmern.

Trotz angebotener Kaution: Middelhoff muss in U-Haft bleiben

Hamm (dpa) - Das Oberlandesgericht Hamm hat es abgelehnt, den früheren Top-Manager Thomas Middelhoff gegen Kaution aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Die von Freunden und Familienmitgliedern des 61-Jährigen angebotene Sicherheitsleistung in Höhe von nahezu 900 000 Euro reiche nicht aus, um eine Flucht Middelhoffs auszuschließen, entschied am Dienstag der 5. Strafsenat und verwarf eine weitere Haftbeschwerde des prominenten Untersuchungshäftlings. Der frühere Chef des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor war am 14. November vom Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaftet worden. Middelhoff hat allerdings Revision gegen das Urteil eingelegt. Es ist damit noch nicht rechtskräftig. Der Manager hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten.

Anleger machen Kasse nach Dax-Anstieg über 12 000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem Sprung über 12 000 Punkte ist beim Dax zunächst einmal die Luft raus. Der Dax rutschte im Handelsverlauf sukzessive ab und notierte am Nachmittag 1,35 Prozent schwächer bei 12 003,18 Punkten. Am Montag hatte er dank der Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) noch um gut 2 Prozent zugelegt und damit seine mehr als neunwöchige Gewinnserie fortgesetzt. Der MDax der mittelgroßen Werte sank am Dienstag um 1,95 Prozent auf 20 701,48 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gab um 2,13 Prozent auf 1637,53 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 hielt sich mit einem Minus von 1,01 Prozent auf 3669,20 Punkte ein wenig besser. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,20 Prozent. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0635 (Montag: 1,0557) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9403 (0,9472) Euro.