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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Haftstrafe für Middelhoff: Manager noch im Gerichtssaal verhaftet


Essen (dpa) - Schwarzer Tag für Thomas Middelhoff: Das Essener Landgericht hat den früheren Top-Manager am Freitag wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt. Noch im Gerichtssaal wurde der 61-Jährige verhaftet. Das Gericht sprach den früheren Chef des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor nach sechsmonatiger Verhandlung der Untreue in 27 Fällen und der Steuerhinterziehung in drei Fällen schuldig. Middelhoff kommt nach seiner Verurteilung vorläufig in Untersuchungshaft. Middelhoff sollte noch im Laufe des Nachmittags in eine Justizvollzugsanstalt gebracht werden, wie ein Gerichtssprecher sagte. In der kommenden Woche werde aber noch einmal geprüft, ob der Manager gegen Kaution oder andere Auflagen auf freien Fuß gesetzt werden könne.

Deutsche Wirtschaft: Mini-Plus dank kauflustiger Verbraucher

Wiesbaden (dpa) - Die Kauflust der deutschen Verbraucher hat Deutschland vor dem Absturz in die Rezession bewahrt: Nach dem schwachen Frühjahr ist die deutsche Wirtschaft im Sommer wieder leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung nach korrigierten Zahlen geringfügig um 0,1 (statt bisher angenommen: 0,2) Prozent zum Auftaktquartal geschrumpft, auch weil die zahlreichen Krisenherde rund um den Globus Unternehmer verunsicherten.

Frankreichs Wirtschaft kommt überraschend stark in Schwung

Paris (dpa) - Frankreichs Wirtschaft ist überraschend stark in Schwung gekommen. Im dritten Quartal habe die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone erstmals im laufenden Jahr wieder zugelegt, wie die Statistikbehörde Insee am Freitag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei in den Monaten Juli bis September um 0,3 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Allerdings revidierten die Statistiker die konjunkturelle Entwicklung des zweiten Quartals nach unten: Im Frühjahr sei die Wirtschaft leicht um 0,1 Prozent geschrumpft. Zuvor war Insee von einer Stagnation ausgegangen. Experten sind skeptisch. Nach ihrer Einschätzung wird die konjunkturelle Entwicklung in Frankreich weiter von einem schwachen Konsum und rückläufigen Investitionen belastet.

Eurozone: Konjunktur etwas stärker gewachsen als erwartet

Luxemburg (dpa) - In der Eurozone ist die Wirtschaft im Sommer etwas stärker in Schwung gekommen als erwartet. Im dritten Quartal habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent zugelegt, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten nur mit 0,1 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs das BIP in den Monaten Juli bis September laut Eurostat wie bereits im Quartal zuvor um 0,8 Prozent. Frankreichs Wirtschaft ist mit plus 0,3 Prozent zum Vorquartal überraschend etwas stärker gewachsen als Deutschland (plus 0,1 Prozent). Italien steckt weiter in der Rezession fest.

Inflation in der Eurozone im Oktober bei niedrigen 0,4 Prozent

Luxemburg (dpa) - Die Inflation in den Ländern mit der Euro-Währung bleibt im Keller. Die jährliche Teuerungsrate lag im Oktober bei 0,4 Prozent, das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Das teilte das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Die Statistiker bestätigten damit eine erste Schätzung. Damit bleibt die Währungsgemeinschaft weit entfernt vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Preisstabilität bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent gewahrt sieht.

Airbus-Geschäfte laufen besser - aber A400M bereitet Sorgen

Toulouse (dpa) - Licht und Schatten bei Airbus: Trotz rückläufiger Auslieferungen sind die Geschäfte beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern im Sommer deutlich besser gelaufen. Der Betriebsgewinn legte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 744 Millionen Euro zu, wie der Boeing-Rivale am Freitag mitteilte. Dazu trugen Passagierflugzeuge von Airbus mit 416 Millionen Euro den Großteil bei. Der neue Großraumflieger A350 steht kurz vor der Auslieferung und der Riesenjet A380 vor der Gewinnschwelle. Doch Neuaufträge für den weltgrößten Passagierflieger bleiben rar. Und der Militärtransporter A400M verärgert mit weiteren Verspätungen Käufer wie Deutschland. Der Flugzeugbauer muss nun zusehen, dass er Mehrkosten und mögliche Abbestellungen im Rahmen hält.

VW-Vorstand: Chinas Automarkt wächst in den nächsten Jahren langsamer

Peking (dpa) - Der weltgrößte Automarkt China wird sich nach Einschätzung von Volkswagen-Vorstand Jochem Heizmann schon 2015 spürbar abkühlen. «Auch dort wird es zu einer Normalisierung kommen. Wenn wir die nächsten fünf Jahre sehen, dann gehen wir davon aus, dass das einstellige Wachstumsraten sein werden, nicht mehr zweistellige», sagte der für China zuständige Konzernlenker der Nachrichtenagentur dpa und dem NDR in Peking. Dennoch werde das Land weiterhin «auf deutlich höherem Niveau sein, als sonst irgendwo größere Automobilmärkte auf der Welt». Für die ersten zehn Monaten dieses Jahres steht für den VW-Konzern in China zwar ein Plus von 14 Prozent zu Buche - allerdings hatte VW nach acht Monaten schon 16,5 Prozent Wachstum vermeldet und musste dort im September und Oktober deutlich kleinere Brötchen backen.

Deutscher Aktienmarkt bleibt orientierungslos

Frankfurt/Main (dpa) - Auch am Freitag hat der deutsche Aktienmarkt keine klare Richtung gefunden. Der Dax blieb auf seinem Zickzack-Kurs. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,16 Prozent tiefer bei 9233,30 Punkten. Damit deutet sich auf Wochenbasis ein Minus von mehr als einem halben Prozent an. Der TecDax der Technologietitel sank um 0,19 Prozent auf 1269,36 Punkte. Der MDax, in dem mittelgroße Unternehmen enthalten sind, stieg hingegen um 0,19 Prozent auf 16 253,27 Punkte. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,65 (Vortag: 0,67) Prozent. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2436 (Donnerstag: 1,2456) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8041 (0,8028) Euro.