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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Pilotenstreik legt Lufthansa und Flughäfen lahm

Frankfurt/Main (dpa) - Stillstand bei Lufthansa: Mit einem umfassenden Streik haben die Piloten der Fluggesellschaft am Mittwoch weite Teile des Flugverkehrs in Deutschland lahmgelegt. An den Flughäfen waren die Absagen deutlich spürbar. In den Terminals der Drehkreuze Frankfurt und München wie auch an anderen Flughäfen herrschte kaum Betrieb, weil die meisten Passagiere rechtzeitig informiert worden waren. Lufthansa hat für die Streiktage bis einschließlich Freitag rund 3800 Flüge abgesagt und kann nur etwa 500 Verbindungen mit Jets nicht bestreikter Tochterfirmen anbieten. Betroffen sind rund 425 000 Fluggäste, denen verschiedene Umbuchmöglichkeiten angeboten wurden. Den wirtschaftlichen Schaden des bislang beispiellosen Ausstands beziffert das Unternehmen auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

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Rekordstrafe gegen Brauereien wegen Preisabsprachen

Bonn (dpa) - Das Bundeskartellamt hat wegen verbotener Preisabsprachen auf dem Biermarkt weitere Bußgelder in Höhe von 231,2 Millionen Euro verhängt. Zusammen mit den bereits im Januar verkündeten Strafen gegen andere Brauereien addiert sich die Summe damit auf fast 340 Millionen Euro - eine der höchsten Strafe in der Geschichte des Kartellamtes. Betroffen sind von den am Mittwoch angekündigten Strafen die Radeberger-Gruppe (Jever), Carlsberg (Holsten), die regionalen Brauereien Bolten, Erzquell, Gaffel und Früh sowie der Brauereiverband NRW, wie das Bundeskartellamt am Mittwoch mitteilte. Die Radeberger-Gruppe legte umgehend Einspruch ein. Man sei nicht an einer Preisabsprache beteiligt, teilte die Radeberger-Gruppe am Mittwoch in Frankfurt mit.

Europartner legen neuen Aktionsplan für Griechenland auf

Athen (dpa) - Mit einem neuen Aktionsplan wollen die Euro-Partner das Wachstum in Griechenland ankurbeln. Von deutscher Seite solle die Förderbank KfW eingeschaltet werden, kündigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Mittwoch in Athen an. Darüber habe er auch mit Premier Antonis Samaras gesprochen. Schäubles griechischer Amtskollege Ioannis Stournaras ergänzte, Euroländer wie Deutschland und Frankreich wollten sich am Kapital eines neuen Topfes beteiligen, der vor allem Mittelständler finanzieren werde. Auch die Privatwirtschaft wolle mitziehen. Nach Jahren des strikten Sparens geht es 2014 mit der griechischen Wirtschaft zwar wieder leicht bergauf. Jeder Vierte ist in dem Euro-Krisenland aber weiterhin ohne Job.

Russischer Vizepremier verspricht: Kein Stopp der Gaslieferungen

Dresden (dpa) - Angesichts der Krise in der Ukraine hat der russische Vizeministerpräsident Arkadi Dworkowitsch die Bedeutung des deutsch-russischen Verhältnisses unterstrichen und eine Unterbrechung der Gaslieferungen ausgeschlossen. «Die Tatsache, dass ich heute hier bin, spricht dafür, wie die Beziehungen in Russland eingeschätzt werden», sagte Dworkowitsch am Mittwoch bei der Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Dresden. Er könne verstehen, dass die deutsche Regierung derzeit eine Art «Pause» im Verhältnis eingelegt habe. Moskau sei jederzeit bereit, die Gesprächen fortzuführen.

GM-Chefin im US-Kongress-Verhör zu tödlichen Pannen hart angegriffen

Washington (dpa) - GM-Konzernchefin Mary Barra ist nach einer Pannenserie des US-Autobauers mit mindestens 13 Toten beim Verhör im US-Kongress hart angegriffen worden. Mit scharfen Fragen brachten die Mitglieder eines Ermittlungsausschusses im Repräsentantenhaus die neue GM-Chefin am Dienstag ins Schwitzen. Barra geriet mehrfach ins Stocken, antwortete ausweichend und verwies auf laufende interne Ermittlungen. Republikaner Joe Barton bezeichnete eine ihrer Antworten als «bürokratisches Kauderwelsch». Am Mittwoch musste sich Barra dann einem Ausschuss im US-Senat stellen.

Drogerieriese Rossmann rüstet sich für Preiskampf gegen Discounter

Burgwedel (dpa) - Die Drogeriemarktkette Rossmann rechnet mit einem härteren Preiskampf gegen die erstarkenden Discounter. «Es wurde ungefährt Mitte letzten Jahres erheblich schwerer für uns, weil vor allen Dingen die Lebensmittler wie Netto und Aldi verstärkt Drogeriewaren angeboten haben», sagte Unternehmensgründer und -chef Dirk Roßmann am Mittwoch während der Bilanzvorlage in der Zentrale in Burgwedel bei Hannover. «Die haben auch ihre Läden umgerüstet und die Sortimente für Drogeriewaren erweitert.» Roßmann stellte in Aussicht, dass die wachsende Discounter-Konkurrenz seine Branche nach dem Schub der Schlecker-Pleite nachhaltig herausfordere und an den Margen nage.

Internethandel beflügelt Gewinnpläne der Deutschen Post - Dax-Spitze

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Post drängt mit ihren Paketideen aus Deutschland auf andere Kontinente. Packstationen mit DHL-Logo könnten bald auch in anderen Staaten stehen. Neben Europa will das Unternehmen vor allem in Asien und den USA Fuß fassen. Das Unternehmen wolle zu einem führenden Anbieter der E-Commerce-Logistik aufsteigen, sagte Vorstandschef Frank Appel am Mittwoch bei der Vorstellung der Strategie 2020 in Frankfurt. Zusammen mit der wachsenden Nachfrage aus den Schwellenländern soll der operative Gewinn des Unternehmens so bis 2020 von zuletzt 2,9 Milliarden auf rund 5 Milliarden Euro anwachsen.

EZB-Spekulationen stützen Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Spekulationen über eine geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben am Mittwoch deutsche Aktien weiter nach oben getrieben. Vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid blieben die Ausschläge aber verhalten, viele Experten bezweifeln ein großes Einschreiten der Notenbank an diesem Donnerstag. Der Dax kletterte am Nachmittag um 0,21 Prozent auf 9624 Punkte. Der MDax trat kaum verändert bei 16 605 Punkten auf der Stelle, der TecDax stieg um 0,57 Prozent auf 1273 Punkte. Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,32 Prozent am Vortag auf 1,34 Prozent. Der Euro konnte seine Kursgewinne vom Vormittag nicht halten und notierte zuletzt bei 1,3790 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3795 (Dienstag: 1,3790) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7249 (0,7252) Euro.