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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Streik der Lufthansa-Flugbegleiter legt Frankfurter Flughafen lahm

Frankfurt/Main (dpa) - Für tausende Passagiere aus aller Welt war am Freitag am Frankfurter Flughafen Endstation: Um 05.00 Uhr morgens haben die Flugbegleiter der Lufthansa ihren ersten Streiktag begonnen. Acht lange Stunden ging für viele Kunden nichts mehr an Deutschlands größtem Drehkreuz: An den Schaltern bildeten sich lange Schlangen, die Gates waren voll, reihenweise blieben Maschinen am Boden. Der nächste Streik könnte schon bald folgen. Wann und wo es genau weitergeht, blieb zunächst offen. Der Flughafenbetreiber Fraport stoppte vorübergehend den Start aller Maschinen aus Europa mit Ziel Frankfurt. Damit wirkte sich der Arbeitskampf des Bordpersonals kurz vor dem Wochenende auf Flughäfen auf dem ganzen Kontinent und auch auf andere Airlines aus - und er stürzte Deutschlands größten Flughafen ins Chaos.

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Streit um EZB-Kurs: Bundesbank-Präsident erwog angeblich Rücktritt

Frankfurt/Main (dpa) - Im Streit um den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Euro-Schuldenkrise hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann angeblich mehrfach einen Rücktritt erwogen. Die «Bild»-Zeitung (Freitag) berichtet, Deutschlands oberster Währungshüter habe einen solchen Schritt mit der Bundesbank-Spitze erörtert, sich aber letztlich auch auf Drängen der Bundesregierung dagegen entschieden. In hochrangigen Bundesbankkreisen hieß es dazu am Freitag: «Derlei Gespräche fanden nicht statt. Weidmann ist auch kein Typ für einen Rücktritt.»

Weltbank schlägt Alarm: Teure Nahrungsmittel bedrohen Millionen

Washington (dpa) - Weltbankpräsident Jim Yong Kim schlägt angesichts der Preisexplosion bei Nahrungsmitteln Alarm. «Die Lebensmittelpreise sind wieder stark gestiegen und bedrohen die Gesundheit und das Wohlergehen von Millionen von Menschen», sagte Kim einer Weltbank-Mitteilung vom Donnerstag (Ortszeit) in Washington zufolge. «Afrika und der Nahe Osten sind besonders gefährdet, aber auch Menschen in anderen Ländern, wo die Getreidepreise jäh in die Höhe gegangen sind.» Unter dem Strich sind die Nahrungsmittelpreise nach dem jüngsten Nahrungsmittelbericht der Institution allein von Juni auf Juli im Schnitt um 10 Prozent geklettert, mit historischen Höchstständen bei Mais (plus 25 Prozent) und Soja (plus 17 Prozent).

Erntebericht: Mehr Getreide als vor einem Jahr

Berlin (dpa) - Trotz des verregneten Sommers fällt die Getreideernte in Deutschland besser aus als erwartet. Das geht aus dem diesjährigen Erntebericht hervor, den das Bundeslandwirtschaftsministerium am Freitag in Berlin veröffentlicht hat. Mit einem Ertrag von voraussichtlich rund 44,7 Millionen Tonnen werde das Vorjahresergebnis um 6,7 Prozent übertroffen und der Durchschnittswert der vergangenen Jahre nur knapp verfehlt. Die wichtigste Getreideart in Deutschland ist dem Bericht zufolge weiterhin der Weizen, wo mit 22,5 Millionen Tonnen allerdings 1,5 Prozent weniger geerntet werden als vor einem Jahr. Dafür fällt die Roggenernte reichlich aus: Mit 3,77 Millionen Tonnen wird das langjährige Mittel um etwa 50 Prozent übertroffen.

Arbeitslosigkeit in den Euroländern auf Rekordniveau

Luxemburg/Brüssel (dpa) - Negativrekord am Arbeitsmarkt: Noch nie waren so viele Menschen in den 17 Euroländern ohne Job. Im Juli schlug die Wirtschaftskrise voll auf den Arbeitsmarkt durch und ließ die Zahl der Arbeitslosen auf 18 Millionen Menschen steigen - einen neuen Höchstwert. Das entspricht einer Quote von 11,3 Prozent, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Die Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) warnte vor einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit, falls Griechenland aus der Euro-Zone austreten sollte, wie die «Süddeutsche Zeitung» (Freitag) berichtete.

Inflationsdruck in der Eurozone nimmt zu

Brüssel/Luxemburg (dpa) - Zum ersten Mal seit fast einem Jahr ist die Inflation in den 17 Euroländern wieder gestiegen. Die jährliche Rate für August wird auf 2,6 Prozent geschätzt, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Das gab die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung in Luxemburg bekannt. Zuletzt war die Rate im September 2011 gestiegen, seitdem blieb der Wert stabil oder sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Preisstabilität bei einem Wert von bis zu 2,0 Prozent auf mittlere Sicht gewährleistet.

Griechisches Sparpaket auf Zielgerade - Treffen Troika-Samaras

Athen (dpa) - Die Beratungen über das neue griechische Sparprogramm laufen auf Hochtouren. Der griechische Premier Antonis Samaras wird sich am 10. September mit den Kontrolleuren der Geldgeber treffen. Dies bestätigte sein Büro am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Finanzminister Ioannis Stournaras will am kommenden Dienstag (4.9.) seinen Amtskollegen Wolfgang Schäuble in Berlin besuchen, um ihn zu informieren. Am 9. September will Stournaras die Geldgeber-Troika aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) treffen. Wann sie ihren Bericht über die Spar- und Reformfortschritte Griechenlands vorlegen, blieb weiterhin unklar.

Bertelsmann-Chef: So stark gewachsen wie lange nicht mehr

Gütersloh (dpa) - Die starken deutschen RTL-Sender und Erfolgsbücher wie der Erotik-Bestseller «Shades of Grey» füllen Bertelsmann die Kassen. Der größte Medienkonzern Europas steigerte seinen Gewinn in der ersten Jahreshälfte um rund ein Drittel. Jedoch leidet die Tochter Gruner + Jahr unter dem schrumpfenden Anzeigengeschäft. Wie die Bertelsmann SE & Co. KGaA am Freitag in Gütersloh mitteilte, stieg ihr Konzernergebnis auf 353 Millionen Euro. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 31 Prozent Zuwachs. Der Umsatz der Mediengruppe legte ebenso zu - um 5 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Auch im Gesamtjahr erwarten die Manager steigende Erlöse und Gewinne.

P+S-Pleite: Landeshilfen für Werftzulieferer zugesagt

Stralsund/Schwerin (dpa) - Für die von der Insolvenz der P+S-Werften betroffenen Zulieferunternehmen soll Hilfe vom Land kommen. Dafür stünden die Instrumente von Landesbürgschaften, Ausfallbürgschaften der Bürgschaftsbank sowie zinsverbilligte Darlehen bis zu einer Summe von jeweils 500 000 Euro zur Verfügung, erklärte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Freitag in Schwerin. Unterdessen erklärte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin, dass die Werften selbst nicht auf Gelder des Bundes hoffen könnten. Auch Sonderhilfen der staatlichen KfW-Bank seien ausgeschlossen.

Schweizer Großbank UBS unter Geldwäsche-Verdacht - Ermittlungen

Bern (dpa) - Gegen die Schweizer Großbank UBS wird wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Bern mit, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA am Freitag unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Schreiben der Justizbehörde berichtete. Auslöser sei eine Anzeige durch die Organisation Bruno Manser Fonds, die sich für den Schutz der tropischen Regenwälder engagiert. Die Organisation wirft der Großbank vor, über 90 Millionen Dollar (72 Millionen Euro) an Korruptionsgeldern verwaltet zu haben, die aus der illegalen Abholzung von Regenwäldern in Malaysia stammen. Nach Angaben des Fonds soll Musa Aman, der Regierungschef des malaysischen Bundesstaates Sabah, von Holzkonzernen Bestechungsgelder für Konzessionen und Exportgenehmigungen für Tropenhölzer kassiert haben.

Dax klettert wieder über 7000 Punkte

Frankfurt/Main (dpa) - Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben sich am Freitag von ihrem Vortagesrückschlag erholt. Der Dax stand am Nachmittag mit 1,58 Prozent im Plus bei 7004 Punkten. Der MDax rückte um 0,89 Prozent auf 11 042 Punkte vor und der TecDax gewann 0,98 Prozent auf 799 Punkte. Die Börsianer bleiben aber vor dem Zentralbanktreffen im amerikanischen Jackson Hole nervös. Am Vortag hatten negative Aussagen des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico zum Euro den Dax noch unter 6900 Punkte gedrückt. Am Rentenmarkt blieb die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,08 (Vortag: 1,08) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 134,78 Punkte. Der Bund Future verlor 0,30 Prozent auf 143,65 Punkte. Der Kurs des Euro kletterte hoch: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2611 (1,2544) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7930 (0,7972) Euro.