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Donald verkürzt Rückstand für Europa beim Ryder Cup

Verkürzt
Luke Donald sorgte mit seinem Sieg gegen Bubba Watson wieder für Hoffnung beim europäischen Team. Foto: Tannen Maury Foto: dpa
Emotionen
Ian Poulter war noch der beste Spieler im Team der Europäer. Foto: Tannen Maury Foto: dpa
Vorsprung
Phil Mickelson hat mit Keegan Bradley erneut für die USA gepunktet. Foto: Tannen Maury Foto: dpa
Stark
Jim Furyk bezwang gemeinsam mit Brandt Snedeker die Europäer Rory McIlroy und Graeme McDowell. Foto: Erik S. Lesser Foto: dpa
Unterlegen
Nicolas Colsaerts (l) und Sergio Garcia verloren gegen Jason Dufner/Zach Johnson. Foto: Frank Polich Foto: dpa
Unterlegen
Martin Kaymer war an der Seite von Justin Rose klar schwächer als das US-Du. Foto: Tannen Maury Foto: dpa
Anfeuerung
Die Fans des US-Teams feuern Tiger Woods an. Foto: Erik S. Lesser Foto: dpa
Jubel
Amy Mickelson (l) fällt ihrem Mann um den Hals, nachdem der mit Keegan Bradley punktete. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa
Späher
Bubba Watson schaut aus einem Sandbunker. Foto: Frank Polich Foto: dpa

Medinah/Illinois (dpa) - So ernüchternd hatte sich Martin Kaymer seinen zweiten Ryder Cup nicht vorgestellt. Tatenlos musste Deutschlands Golfstar mitansehen, wie die Titelverteidiger aus Europa beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich von den US-Stars vorgeführt wurden.


Die lauten «USA-USA»-Rufe im Medinah Country Club in der Nähe von Chicago taten weh. Ungläubig, desillusioniert und mit 6:10 praktisch aussichtslos in Rückstand ging das Team vom Kapitän José Maria Olazabal in die zwölf Einzel des Schlusstages. An das Wunder von Medinah glaubte ernsthaft keiner mehr.

Selbst die versuchte Aufmunterung des nordirischen Weltranglisten-Ersten Rory McIlroy («Natürlich haben wir noch eine Chance») klang wenig überzeugt. Zu deutlich war die Überlegenheit der Gastgeber bis dahin, zu verkrampft der Auftritt der sichtlich beeindruckten Europäer. Kaymer war am Sonntag durch sein Duell gegen Steve Stricker wenigstens wieder mittendrin, statt nur dabei. An den ersten beiden Tagen des wichtigsten Mannschaftswettbewerbs im Golfsport hatte der Rheinländer kaum eine Rolle gespielt.

Immerhin konnte Luke Donald gegen Bubba Watson im ersten von zwölf Einzeln den Rückstand für Europas Golfstars am Schlusstag verkürzen. Der Weltranglisten-Dritte aus England sorgte dafür, dass Europa gegen die USA nun nur noch mit 7:10 zurückliegt. Allerdings benötigt das Team von Kapitän José Maria Olazabal 14 Punkte, um die Trophäe wieder mit nach Europa zu nehmen. Gastgeber USA muss mindestens 14,5 Punkte sammeln, um den Ryder Cup zurückzuerobern.

Am Freitag wurde der 27-jährige Kaymer nur für einen von zwei möglichen Vierern nominiert. Dabei verlor er an der Seite des Engländers Justin Rose klar gegen das US-Duo Dustin Johnson/Matt Kuchar. Am Samstag verzichtete Olazabal komplett auf den Düsseldorfer, der nach dem Sieg 2010 in Wales zum zweiten Mal beim Ryder Cup spielt. «Ich habe nicht mein bestes Golf gespielt», erklärte Kaymer enttäuscht. Und: «Wir hatten das Glück einfach nicht auf unserer Seite.» Tatsächlich wirkte das US-Team auf dem Par-72-Platz fast um eine Klasse besser.

Gleich zwei ehemalige US-Präsidenten, George W. Bush und sein Vater, genossen die Überlegenheit der US-Asse. Immer wieder gratulierten die beiden Edelfans ihren Landsleuten siegesgewiss. Olazabal schüttelte dagegen ein ums andere Mal ratlos den Kopf und bemühte zur Motivation seines Teams sogar die Statistik. Einmal in der Historie des Ryder Cups hatte es am Schlusstag so ein großes Comeback schon gegeben. 1999, beim legendären «Battle of Brookline», (Schlacht von Brookline) hatten die US-Golfer auf heimischen Boden einen 6:10-Rückstand noch in einen 14,5:13,5-Sieg umgewandelt.

Dabei muss sich gerade Olazabal für seine häufigen Umstellungen an den ersten beiden Tagen Kritik an seiner Taktik gefallen lassen. «Wir wurden in dieser Woche vorgeführt, so einfach ist das», gab der englische Ryder Cup-Routinier Ian Poulter zu, der einzige Akteur des europäischen Teams, bei dem pure Leidenschaft im Spiel zu sehen war. Im letzten Match des Samstags spielte sich «Poults» in einen Rausch. Mit weit aufgerissenen Augen und geballten Fäusten bejubelte der 36-Jährige frenetisch jedes seiner fünf Birdies auf den letzten fünf Löchern. Vor den letzten Einzeln erspielte Poulter immerhin drei der sechs europäischen Zähler.

Der Sieg am Samstagabend mit seinem Partner McIlroy gegen das US-Duo Jason Dufner/Zach Johnson sorgte dafür, dass die Abreibung bis dahin nicht noch heftiger ausfiel. «Wenn er die Putts macht, hat er diesen heftigen Blick in den Augen. Dann schaut er glatt durch dich durch», erzählte McIlroy. Im US-Team von Kapitän Davis Love III ragten an den ersten beiden Tagen vor allem die unbekümmert aufspielenden Ryder-Cup-Debütanten Keegan Bradley, Jason Dufner, Webb Simpson und Brandt Snedeker heraus.

«Meine Rookies sind keine Rookies», lobte Love III. die jungen Wilden. Dagegen kassierte Superstar Tiger Woods in drei Team-Duellen mit seinem Partner Steve Stricker drei Niederlagen. Zum ersten Mal in seiner Ryder-Cup-Karriere musste der 36-jährige Weltranglisten-Zweite sogar pausieren. Davis Love III. verzichtete am Samstagmorgen auf einen Einsatz des 14-fachen Major-Siegers.

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