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Diebstahl ja, Watsche nein? Schönauer vor Gericht

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Foto: dpa/Symbolbild

Schönau am Königssee – Den Diebstahl von Thunfisch, Studentenfutter und Tabak räumte der 25-jährige Schönauer ein, nicht aber die angebliche Watsche gegen seine Ex-Freundin. Lediglich eine Fensterscheibe will er im Streit zerschlagen haben. Wegen des Diebstahls hat der Handwerker nun 1250 Euro zu zahlen, alles weitere wurde am Laufener Amtsgericht eingestellt.


»Es war Eifersucht im Spiel«, räumte der Schönauer ein, seine Beziehung mit einer Schreinerin sei ein »Auf und Ab« gewesen. Als er vier Tage keinerlei »Lebenszeichen« erhalten habe, habe er abends die 24-Jährige aufgesucht. Und war dort auf einen anderen Mann getroffen. »Ich habe sie gefragt, ob sie mit ihm geschlafen hat«, erzählte der Angeklagte. Nachdem die Frau das bejaht hatte, sei es zum Streit und zu einem Gerangel gekommen. Dass er anschließend eine Scheibe eingeschlagen habe, räumte der Schönauer ein.

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»Er ist nicht auf mich losgegangen«, versicherte die Schreinerin im Zeugenstand, »er hat geschubst, aber nicht geschlagen«. Die Polizei habe ihr Besucher gerufen. »Ich verabscheue Gewalt«, betonte der Schönauer noch, worauf ihm Staatsanwältin Barbara Miller seine »Verfahrensliste« vorhielt.

Tatsächlich vorbestraft ist der Schönauer einmal wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Mit einem Kumpel hatte er im Mai 2018 Verkehrsschilder umgestellt und eine Baustellenampel verdreht. 500 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot waren die Folgen.

»Ich war ein Zappelphilipp«, sagte der Angeklagte, der Diebstahl im Edeka-Markt sei eine Dummheit und »Scheiße« gewesen. Nachdem Richter Christopher Lang informierte, dass die Sachbeschädigung der Scheibe bereits wegbeschränkt worden war, beantragte Miller, diesen Tatkomplex komplett wegzubeschränken. Für den Diebstahl im Wert von 12,30 Euro sollte der Angeklagte 80 Tagessätze à 30 Euro zahlen.

»Er ist geständig und hat im Edeka-Markt bereits Hundert Euro bezahlt«, sagte Rechtsanwalt Florian Eder. Es sei kein Schaden entstanden und die Vorstrafe habe mit dem Diebstahl nichts zu tun, weshalb 20 Tagessätze mit 20 Euro Tat und Schuld angemessen seien. Richter Lang wählte die Mitte und entschied auf 50 Tagessätze à 25 Euro.

Hannes Höfer