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Die unbemerkte Rückkehr der Fischotter

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Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts des Landesfischereiverbands Bayern gelang es dem Fischerverein Unterhochstätt mit Hilfe von Wildkameras, die Anwesenheit des Fischotters im Bereich der oberen Alz und der Roten Traun nachzuweisen. Damit ist bewiesen, dass der Fischotter auch in diesen Gewässersystemen wieder heimisch geworden ist.

Die Rückkehr des Wolfes in Deutschland wird von einer intensiven, öffentlichen Debatte begleitet. Im Schatten dieser Debatte und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, kehrt auch ein anderes Raubtier zurück: der Fischotter.


Auch im Bereich der Traun und der Alz gibt es bereits seit etwa einem Jahrzehnt wieder Fischotter. Seit einiger Zeit aber häufen sich die Berührungspunkte mit dem Fischotter deutlich. »Unsere Gewässer liegen schon lange in den Jagdrevieren von Fischottern. In letzter Zeit stellen wir diese Tiere vermehrt fest«, sagt Peter Hussl, Vorstand des Fischervereins Unterhochstätt. Er führt dies unmittelbar auf die zunehmende Bestandsdichte zurück.

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Um den scheuen Fischottern auf die Spur zu kommen, beteiligte sich der Fischerverein Unterhochstätt daher an einem wissenschaftlichen Projekt des Landesfischereiverbands Bayern. Ziel des Projekts ist es, die Verbreitung und die Bestandsdichte der Fischotter wissenschaftlich fundiert zu ermitteln. Michaela Thiel, die Projektleiterin des Landesfischereiverbands stand dabei in engem Kontakt mit Gewässerwart Florian Langer, der das Projekt von Vereinsseite her betreute.

Anfangs rechnete Florian Langer nicht damit, überhaupt einen Fischotter auf eine Wildkamera bannen zu können. »Die Otter sind ja sehr scheu und bei den vermuteten wenigen Tieren rechnete ich mir kaum Chancen aus, ein solches Tier fotografieren zu können«, so Langer. Jedoch war das Gegenteil der Fall: An jedem Vereinsgewässer, das er mit mehreren Wildkameras systematisch überprüfte, konnte er Fischotter nachweisen. »Dass mir der Nachweis mühelos gelungen ist, ist für mich ein Indiz dafür, dass die Fischotter zumindest in unserer Region recht häufig geworden sind«, sagt Langer.

Ähnlich sieht das auch Michaela Thiel vom Landesfischereiverband Bayern: »Die Anwesenheit des Fischotters im Bereich der Alz ist seit 2014 durch die FFH-Kartierung bestätigt. Die Tatsache, dass Aufnahmen von mehreren Tieren innerhalb eines kurzen Zeitraums möglich sind, lässt tatsächlich vermuten, dass auch hier die Populationsdichte zunimmt.« Das starke Aufkommen von Fischottern belastet nach Angaben der Experten die gefährdeten Fischbestände zusätzlich – beinahe 80 Prozent der heimischen Flussfischarten stehen auf der Roten Liste. Leider ende der Artenschutz aber häufig an der Wasseroberfläche und Fische genießen nicht die gleiche Beachtung wie andere gefährdete Tierarten.

Peter Hussl bewertet die Ergebnisse der Untersuchungen kritisch: »Hatten unsere Fischbestände früher schon mit dem Kormoran und Gänsesäger zu kämpfen, kommt jetzt auch noch der Fischotter dazu.« Gegen diese hochspezialisierten Raubtiere haben die Fische keine Chance. Der strenge Schutz von Fischotter und Gänsesäger bringe den Artenschutz endgültig aus dem Gleichgewicht, kritisiert er. »Wichtig ist jetzt, dass die Politik endlich Maßnahmen ergreift, wie die Schäden durch den Fischotter begrenzt werden können.« Dazu gehöre auch, dass auf Basis des bayerischen Fischotter-Managementplans im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Fische durchgeführt werden. fb

 

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