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Die Toten vom Bodensee - Der Wiederkehrer

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Die Toten vom Bodensee - Die Wiederkehrer
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Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) observiert mit gezückter Waffe den Mann, der behauptet, dass ihr tot geglaubter Vater noch am Leben sei. Foto: Petro Domenigg Foto: dpa

Vor vielen Jahren ereignete sich ein tödlicher Unfall auf dem Bodensee. Jetzt endlich kann diese tragische Geschichte in einem TV-Krimi aufgeklärt werden.


Berlin (dpa) - Viele TV-Kommissare lösen rasant die schwierigsten Fälle - oft haben sie dafür gar kein oder zumindest ein zerrüttetes Privatleben. Eine TV-Kommissarin hat nun sogar eine Vergangenheit, der sie sich endlich stellen muss.

Jetzt gibt es den sechsten Fall aus der Reihe »Die Toten vom Bodensee« mit dem Titel »Der Wiederkehrer«, der an diesem Montag (20.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist.

Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) rennt atemlos am winterlichen Seeufer entlang, sie verfolgt einen Mann mit einer Tasche. Wenig später liegt sie bewusstlos neben ihm - doch er wurde erschossen, und zwar mit ihrer Dienstwaffe, und die Tasche ist weg. Prompt wird sie von ihrem Chef (und Patenonkel) Ernst Geschwendner (August Schmölzer) vom Dienst suspendiert.

Offenbar verfolgte sie - außerhalb ihrer Dienstzeit - den Mann, weil er ihr eine erste konkrete Spur zu ihrem totgeglaubten Vater bot. Ihre Kollegen Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) und Thomas Komlatschek (Hary Prinz) glauben an einen Mord, ihr Chef an einen Selbstmord. Eine dubiose Rolle spielt die geheimnisvolle Sabine Reubach (Stefanie Stappenbeck), eine Bekannte des Toten.

Sachliche Ermittlungsarbeit sieht natürlich anders aus: Die suspendierte Kommissarin ermittelt selbstverständlich weiter, ihre Kollegen schauen milde lächelnd weg oder unterstützen sie sogar - und der Chef von allen war obendrein mit Zeilers Eltern (ihr Vater taucht tatsächlich wieder auf und erweist sich als unsympathischer Gauner) gut befreundet.

Bedauerlicherweise spielt ihn August Schmölzer von Anfang so, dass viel zu früh zu sehen ist, dass er sein ganz eigenes Süppchen kocht, ja sogar Spuren verwischt und Beweismittel unterschlägt. Wenn es nicht um die persönliche Tragödie der Ermittlerin ginge, wäre die ganze konstruierte Geschichte (Regie: Hannu Salonen) ziemlich banal und unspannend.

Spannend sind hingegen die Hauptfiguren: Koeberlin spielt seinen Part (auch der hat übrigens kein intaktes Privatleben) gewohnt routiniert und mit sichtlicher Sympathie für seine Kollegin, mit der er sich erstaunlicherweise immer noch siezt. Waldstätten überzeugt mit klarem Spiel: Sie braucht nur streng zu schauen oder gar eine Augenbraue hochzuziehen, um im Film eine gewünschte Auskunft zu erhalten. Ihre Figur ist eine Einzelgängerin, die sich nur auf sich und logische Dinge verlässt, doch hinter dieser distanzierten Art stecken in Wahrheit große Verletztheit und tiefer Schmerz.

Sie muss sich nun den Schatten ihrer Vergangenheit stellen und anfangen, sich zu öffnen, was man im Gesicht von Nora Waldstätten (das »von« hat die Baroness mittlerweile abgelegt) sehr gut ablesen kann. Denn ihre sarkastisch angelegte Figur, die ja ohnehin kaum ein Wort zuviel verliert, kann durch diesen Mordfall endlich den tödlichen Unfall ihrer Eltern aufklären, der sich vor etwa 25 Jahren auf dem stürmischen Bodensee ereignet und und der sie in Tagträumen verfolgt hat. Vielleicht macht das ja die zukünftige Ermittlungsarbeit (vor allem als Team) leichter - und realistischer.

Die Toten vom Bodensee