weather-image
10°

Die Tokio Motor Show mit futuristischen Visionen

0.0
0.0
Mitsubishi Studie MI-Tech
Bildtext einblenden
Mitsubishi zeigt in Tokio die Studie MI-Tech, die als Plug-in-Hybrid auf eine Gasturbine zurückgreift. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Mercedes Studie Vision EQS
Bildtext einblenden
Stern aus dem Abendland: Als einer der wenigen ausländischen Hersteller zeigt Mercedes in Tokio seine bereits bekannte Studie Vision EQS. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
BMW Alpina B3
Bildtext einblenden
Ausflug vom Allgäu nach Tokio: Alpina zeigt auf Basis des neuen BMW Dreiers seinen B3. Foto: Alpina/dpa-tmn Foto: dpa
Suzuki Kei-Car Designstudie
Bildtext einblenden
In Japan sehr beliebt: Kei-Cars genannte Miniautos, hier eine Designstudie von Suzuki. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Toyota Mirai
Bildtext einblenden
Ausblick auf die zweite Generation: Der Toyota Mirai mit Bennstoffzellentechnik wird optisch wieder konventioneller. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Mazda MX-30
Bildtext einblenden
Elektro-Erstling: Der MX-30 ist das erste E-Auto von Mazda und kommt voraussichtlich im Sommer auf den Markt. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Nissan Ariya
Bildtext einblenden
SUV-Studie mit Steckdosenanschluss: E-Auto Nissan Ariya. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Daihatsu Wai Wai
Bildtext einblenden
Studie eines Mini-Bus: Daihatsu Wai Wai. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Toyota Ultra-Compact BEV
Bildtext einblenden
Elektrozwerg von Toyota: Der Ultra-Compact BEV ist ein maximal 60 km/h schneller Elektro-Zweisitzer für die Stadt. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Toyota  E-Racer
Bildtext einblenden
Kleiner Renner: Toyota zeigt mit dem E-Racer eine elektrische Sportwagenstudie. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Lexus Flügeltür-Studie
Bildtext einblenden
Macht hoch die Tür: Spektakuläre Flügeltürer-Studie von Lexus. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Subaru Levorg
Bildtext einblenden
Mittelklasse mit Allradantrieb: Ausblick auf den neuen Subaru Levorg. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa
Neue Generation des Honda Jazz
Bildtext einblenden
Künftig mit serienmäßigem Hybridantrieb: Die neue Generation des Honda Jazz, der in Japan als Fit vermarktet wird. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn Foto: dpa

Verspielte Studien, wegweisende Concept Cars und bisweilen verstörende Designmodelle: Die Tokio Motor Show ist und bleibt ein PS-Panoptikum. Doch manches hat tatsächlich Serienchancen.


Tokio (dpa/tmn) - Fantasievoll und gewohnt poppig zeigt sich die Tokio Motor Show auch während der Transformation der PS-Branche.

Anzeige

Farben so grell wie die Neonreklame im Stadtteil Akihabara, die Formen so verspielt wie in Disneyland oder so futuristisch wie in einem Weltraumcomic und die Formate völlig ungewohnt.

Und ja, es gibt auch seriöse Premieren wie einen neuen Toyota Yaris, einen Mazda MX-30, den Nachfolger des Subaru Levorg oder die nächste Generation des Honda Jazz. Doch mehr Beachtung als diese Serienautos finden einmal mehr die vielen Studien, die sich auf dem Big Sight-Gelände vom 24. Oktober bis zum 4. November im Rampenlicht drehen.

Visionen dürften Realität werden

Das wirkt zwar auf den ersten Blick wie immer in Tokio. Doch gibt es im Vergleich zu den letzten Jahren einen entscheidenden Unterschied: Die meisten Visionen haben deutlich an Bodenhaftung gewonnen.

Und niemand zweifelt mehr daran, dass autonome Kleinbusse für den Stadtverkehr tatsächlich auf die Straße kommen könnten - wie der zu den Olympischen Spielen 2020 einsatzbereite Toyota E-Palette. Das gilt auch für elektrische Sportwagen in Westentaschenformat wie der ebenfalls bei Marktführer Toyota enthüllte E-Racer. Und ebenso für SUVs mit Steckdosenanschluss wie der Nissan Ariya oder der vom Autopiloten gesteuerte Flügeltürer Lexus LF30 sowie die Miniautos bei Daihatsu und Suzuki. Die auch Kei-Cars genannten Kleinwagen wirken wie frisch aus dem Kaugummi-Automaten gekullert.

Nur Elektromobilität? Die Japaner stellen sich breiter auf

Ein Unterschied zu den anderen Messen gilt der Frage des Antriebs. Wo in Europa oder China fast ausschließlich auf Akkuautos gesetzt wird, stellen sich die Japaner sehr viel breiter auf. Sie untersuchen mehr Möglichkeiten und lassen sich von der elektrischen Euphorie nicht vollends anstecken.

Honda zum Beispiel setzt deshalb nach wie vor auf den Hybridantrieb und rüstet die jüngste Generation des Kleinwagens Jazz künftig sogar serienmäßig damit aus. Toyota schwört unbeirrt auf die Brennstoffzelle und nimmt dem Mirai in der zweiten Generation mit seinem Design seinen Status als Sonderling. Und Mitsubishi experimentiert in der Studie MI-Tech sogar mit einem Plug-in-Hybriden der von einer Gasturbine gesteuert wird.

Natürlich kommen auch die Japaner nicht am E-Auto vorbei, fahren dabei aber trotzdem einen anderen Kurs. Sie machen nicht mit beim großen Wettrüsten von Tempo und Reichweite, sondern sehen den Stromer allenfalls in der Stadt und im urbanen Umfeld.

Toyotas erstes Elektroauto ist deshalb ein Kleinwagen vom Format des Smart, der gerade mal 100 Kilometer weit fährt und maximal 60 km/h erreicht. Und der für den Sommer avisierte Mazda MX-30 hat verglichen mit Audi E-tron & Co nur magere 103 kW/140 PS und bei 35,5 kWh Akkukapazität eine Reichweite von kaum mehr als 200 Kilometern - soll dafür aber auch nur knapp 34 000 Euro kosten.

Kaum ausländische Aussteller

Zwar steht die Motor Show in Tokio noch immer weit oben im internationalen Messekalender und hat wegen ihrer fantasievollen Premieren in der PS-Welt einen guten Ruf. Doch zumindest in diesem Jahr ist sie beinahe eine rein nationale Leistungsschau. Denn aus dem Ausland hat sich kaum ein Aussteller in die Hallen von Big Sight gekommen.

Aus Deutschland ist von den Großen nur Mercedes auf der Messe und zeigt dort mit der Studie Vision EQS und der gelifteten V-Klasse nur ein eingedampftes Programm der IAA. Und die einzige importierte Weltpremiere kommt ausgerechnet von BMW-Veredler Alpina, der in Tokio den B3 auf Basis des neuen Dreiers vom Stapel lässt.

Das Fehlen der Fremden mag viele Gründe haben, doch einen müssen sich Toyota & Co wohl selbst auf die Fahnen schreiben. Zumindest unter der Hand wird die Abstinenz in Asien bei VW, BMW oder Porsche auch damit begründet, dass die allermeisten Japaner vor ein paar Wochen schließlich auch die IAA geschwänzt hätten.