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Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl

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Natasha Kohnen SPD
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Katharina Schulze Bündnis 90/Die Grünen
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Eva Bulling-Schröter Die Linke
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Ludwig Hartmann Bündnis 90/Die Grünen
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Martin Hagen FDP
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Ates Gürpinar Die Linke
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Hubert Aiwanger Freie Wähler

Die Parteien in Bayern gehen mit höchst unterschiedlichen Spitzenkandidaten in die Landtagswahl. Ein Überblick über die Bewerber der Parteien, die den Umfragen zufolge mit einem Einzug in den Landtag rechnen oder zumindest halbwegs realistisch darauf hoffen können. Nicht in der Übersicht dabei ist die AfD, die keinen landesweiten Spitzenkandidaten benannt hat.


Markus Söder, 51, CSU: Im März hatte Markus Söder sein großes Ziel erreicht: Im Landtag wurde er, als Nachfolger seines ewigen Rivalen Horst Seehofer, zum Ministerpräsidenten gewählt. Seine eigentliche Bewährungsprobe aber kommt erst bei der Landtagswahl – da muss Söder versuchen, trotz seit Wochen sinkender Umfragewerte, irgendwie doch noch die absolute Mehrheit der CSU zu verteidigen. Mit Herausforderungen kennt sich der Nürnberger aus. Kritiker werfen ihm vor, seine Karriere penibel geplant zu haben, halten ihm einen übertriebenen Ehrgeiz vor. Außerhalb Bayerns gilt Söder vielen als Scharfmacher und Populist. Selbst politische Gegner attestieren ihm aber Talent. Im Wahlkampf versucht Söder eine Wandlung: vom Haudrauf zum sanften Landesvater. Da nämlich hat der Jurist, der bekennender Fan von Science-Fiction und ausgefallener Faschingsverkleidung ist, Umfragen zufolge noch Luft nach oben.

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Natasha Kohnen, 50, SPD: Die bayerische SPD-Chefin ist so etwas wie der personifizierte Gegenentwurf zu Söder. Natascha Kohnen mag kein Haudrauf in der Politik, hat erst vor einigen Wochen ein wenig auf Attacke umgeschaltet. Dabei steht sie vor einer großen Aufgabe: Sie muss versuchen, den SPD-Absturz in Bayern aufzuhalten, Rang zwei im Landtag hinter der CSU zu verteidigen. Kohnen ist eine Quer- und Späteinsteigerin in die Politik. Ein SPD-Parteibuch hat sie erst seit 2001. Im Landtag sitzt sie seit 2008. Wenig später schlug sie der damalige SPD-Landeschef Florian Pronold als Generalsekretärin vor, auf den Posten gewählt wurde sie 2009. Im Mai 2017 wurde Kohnen schließlich zur neuen SPD-Landesvorsitzenden gewählt – zuvor hatte sie sich in einem Mitgliederentscheid gegen fünf männliche Mitbewerber durchgesetzt. Seit Dezember 2017 ist sie auch stellvertretende Bundesvorsitzende.

Hubert Aiwanger, 47, Freie Wähler: Mangelndes Engagement kann Hubert Aiwanger niemand vorwerfen. Regelmäßig steht der Niederbayer auf großen und kleinen Bühnen, um für sich und seine Gruppierung zu werben. Und ohne ihn geht bei den Freien Wählern nichts: Aiwanger ist Landesvorsitzender, Landtagsfraktionschef, Bundesvorsitzender – und Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Im Landtag ist er eine Ausnahmeerscheinung, viele halten ihn für einen politisch begabten Populisten. Innerparteilich wird ihm von Kritikern ein egozentrischer und autoritärer Führungsstil vorgeworfen. Aiwanger nimmt für sich in Anspruch, auch außerhalb des Landtags viel politisch erreicht zu haben: zuletzt mit dem Volksbegehren für die Abschaffung umstrittener Straßenausbaubeiträge. Der Einzug in den Bundestag blieb den Freien Wählern bisher verwehrt, doch Aiwanger hat nun ein neues Ziel: ab dem Herbst im Freistaat mitregieren.

Katharina Schulze, 33, und Ludwig Hartmann, 40, Bündnis 90/Die Grünen: Die Grünen haben traditionell zwei Spitzenkandidaten. Schulze ist der lautere Part der Doppelspitze: auf Demonstrationen omnipräsent, in Reden und Debatten kämpferisch und engagiert 2013 erst war sie in den Landtag eingezogen, machte dort eine steile Karriere, erst im Innenausschuss, 2017 wurde sie Fraktionschefin. Sie gilt als fleißige Arbeiterin, die sich leidenschaftlich für ihre Überzeugungen einsetzt. Kritiker werfen ihr bisweilen aber eine zu karrierebewusste Lebensplanung vor. Schulzes Kollege Ludwig Hartmann stammt aus einer durch und durch Grünen-Familie und zog 2008 erstmals in den Landtag ein. Dort hat er sich einen Namen als Energieexperte gemacht. Hartmann gilt als ehrgeizig und ebenfalls als ein Mann markiger Worte, der, wenn nötig, auch vor Streit nicht zurückschreckt. Kritiker vergleichen ihn bisweilen mit Markus Söder.

Martin Hagen, 37, FDP: Mit einem jungen Kandidaten an der Spitze will die FDP nach fünf Jahren Pause den Wiedereinzug in den Landtag schaffen. Hagen hatte sich in einer Urwahl gegen eine ganze Reihe von Mitbewerbern durchgesetzt. Er ist redegewandt, kann überzeugend argumentieren und auf eine FDP-Karriere aus dem Bilderbuch verweisen: Politik-Studium, Unternehmensberater, Pressesprecher der bayerischen FDP-Landesgruppe im Bundestag, Hauptgeschäftsführer der bayerischen FDP, dann selbstständiger Strategie- und Kommunikationsberater. Und jetzt bewirbt er sich nicht nur um ein Landtagsmandat, als Direktkandidat im Stimmkreis Rosenheim-Ost, sondern führt die FDP auch gleich noch als Spitzenkandidat in die alles entscheidende Wahl. Obwohl die FDP derzeit nicht dem Landtag angehört, gibt sich Hagen ähnlich selbstbewusst wie auf Bundesebene Parteichef Christian Lindner. Sein Ziel für die FDP bei der Wahl: acht Prozent.

Ates Gürpinar, 33, und Eva Bulling-Schröter, 62, Die Linke: Nachdem die Linke in den meisten Umfragen der vergangenen Monate nur bei 3 Prozent lag, sahen die Demoskopen sie im jüngsten »Bayerntrend« erstmals über der entscheidenden Fünf-Prozent-Hürde. Der Einzug wäre ein Novum in der Geschichte des bayerischen Landtags und dürfte auch dem Spitzenduo einen echten Karrieresprung garantieren. Dabei ist der junge Landeschef Gürpinar erst seit 2010 Mitglied in der Partei. An Gürpinars Seite steht die parlamentarisch aus dem Bundestag viel Erfahrung mitbringende Bulling-Schröter, die von 2007 bis 2016 auch Landeschefin in Bayern war. Die gelernte Schlosserin und tief in der Gewerkschaft verwurzelte Ingolstädterin trat 1990 in die PDS ein, schon ab 1974 war sie Mitglied der DKP. 2008 trat sie in ihrer Heimatstadt als Kandidatin bei der Oberbürgermeisterwahl an; dabei erreichte sie 2,98 Prozent der Stimmen.