weather-image
13°

Die Schulden sinken leicht auf 1,7 Millionen Euro

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Die Almbachklamm soll voraussichtlich Mitte Mai geöffnet werden. Für die Beseitigung der Schäden nach dem Winter wurde nun eine Firma beauftragt, die Kosten liegen bei 120 000 Euro. (Archivfoto: Heger)

Marktschellenberg – »Es geht bergauf« – so kommentierte der Bürgermeister des Marktes Marktschellenberg, Franz Halmich, den Haushalt der Gemeinde, der in der Gemeinderatssitzung am Montagabend beschlossen wurde. Der Schuldenstand sollte sich laut Plan am 31. Dezember 2019 auf 1,7 Millionen Euro belaufen, das sind 955 Euro pro Einwohner. »Das Ziel ist, durch wirtschaftliche und sparsame Haushaltsführung Kreditaufnahmen zu vermeiden«, sagte Kämmerer Wolfgang Dopke.


Der Marktschellenberger Haushalt hat für 2019 ein Gesamtvolumen von rund 7,2 Millionen Euro, 4,3 Millionen entfallen auf den Verwaltungshaushalt, 2,9 auf den Vermögenshaushalt. Positiv zu bewerten sei laut Dopke, dass die Steuerkraft steige, und zwar seit 2005 erheblich. Dennoch ist die Marktgemeinde auf dem vorletzten Platz im Vergleich mit den anderen 14 Landkreisgemeinden. Die Steuerkraftmesszahl wurde für das Jahr 2019 auf Grundlage der Einkommensteuerstatistik 2013 vom Landesamt für Statistik auf 1,2 Millionen Euro errechnet.

Ebenso steigt die Umlagekraft im Vergleich zum Vorjahr um 223 000 Euro auf jetzt 1,75 Millionen Euro. Allerdings steigt somit auch die Kreisumlage, die die Gemeinde an den Landkreis zahlen muss: Diese steigt von rund 733 000 Euro im Vorjahr auf rund 805 000 Euro.

Was die Einnahmen betrifft, so erhält die Gemeinde unter anderem Schlüsselzuweisungen in Höhe von rund 657 000 Euro. Hier verzeichnet der Kämmerer einen minimalen Rückgang im Vergleich zu 2018. Weiters kann mit Einnahmen aus der Einkommenssteuer in Höhe von 920 000 Euro gerechnet werden.

190 000 Euro an Gewerbesteuer-Einnahmen

Für die Schülerbeförderung bekommt Marktschellenberg 31 000 Euro vom Staat. Derzeit besuchen 68 Schüler die Grundschule Marktschellenberg. Schließlich rechnet der Kämmerer noch mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer von 190 000 Euro.

Marktschellenberg muss in diesem Jahr mit erhöhten Personalkosten rechnen, in Höhe von 946 000 Euro. 2018 waren es 844 000 Euro. Heuer entsprechen die Personalkosten 22 Prozent der Gesamtausgaben im Verwaltungshaushalt. Ein Grund dafür ist die neue Teilzeitstelle im Bürgerbüro.

Unter dem Punkt »Kinderbetreuung« rechnet der Kämmerer mit Einnahmen aus staatlichen Förderungen in Höhe von 245 000 Euro und Ausgaben von 473 000 Euro. Vom Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee gibt es einen Zuschuss zum Standortnachteilsausgleich in Höhe von zehn Prozent des Kurbeitrags, das sind 10 300 Euro. Schließlich kommen noch Kosten auf den Markt Marktschellenberg für den Unterhalt von Einrichtungen in Höhe von rund 74 000 Euro zu. Dazu zählen Gebäude- und Straßenunterhalt sowie Geräte. Die Mittelschulverbandsumlage beträgt heuer rund 64 000 Euro.

Der erste Punkt des Vermögenshaushaltes betrifft die Rathaus-Sanierung. Für die Planungs- und Baukosten sind hier rund 683 000 Euro angesetzt. Was den Brandschutz betrifft, so sind für bewegliche Sachen 22 500 Euro vorgesehen. Wegen des »zwingend durchzuführenden Sicherheits- und Brandschutzkonzeptes«, wie es im Haushaltsvorbericht steht, müssen für eine Notstromversorgung und andere brandschutztechnische Maßnahmen wie Außentreppen insgesamt 90 000 Euro eingeplant werden.

283 000 Euro für die Tourist-Info

Im Zuge der Rathaussanierung wird auch die Tourist-Info erneuert. Dafür sind Kosten in Höhe von 283 000 Euro vorgesehen. Allerdings rechnet der Kämmerer hier mit einer Förderung in Höhe von rund 72 000 Euro.

Für Planungskosten zur Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans werden 15 000 Euro und für die Verbesserung der Löschwasserversorgung 60 000 Euro benötigt. Die Grundschule soll neue Möbel bekommen und Wohnräume im Altbau sollen instand gesetzt werden. Das kostet die Gemeinde insgesamt 29 000 Euro. Weitere 20 000 Euro sind für die Erweiterung des Betreuungsumfanges in den Tageseinrichtungen für Kinder angesetzt.

100 000 Euro sind für den allgemeinen Straßenbau in der Marktgemeinde eingeplant. Hinter dem Vorhaben »Sanierung des Grabens im Bereich Dr. Berkmann-Straße/Kaimhofweg« stehen 80 000 Euro an Kosten. Die Abwasserbeseitigung wird die Gemeinde 30 000 Euro kosten. Für rund 39 000 Euro muss eine neue Schneefräse angeschafft werden, da die alte während des Katastrophenfalls im Winter kaputt ging.

Durch die Schneemassen haben auch die Stege in der Almbachklamm gelitten. Darum sind für die Bestandserneuerungen 100 000 Euro (netto) veranschlagt. Zuvor hatte Bürgermeister Franz Halmich in der Gemeinderatssitzung bereits bekannt gegeben, dass der Auftrag für die Arbeiten in der Almbachklamm für 120 000 Euro vergeben wurde.

Schließlich kamen noch die Schulden der Gemeinde auf den Tisch. Für die »Sanierung des Trinkwasser-Hochbehälters Kraxenberg« wurde ein Förderdarlehen in Höhe von 175 000 Euro aufgenommen. Zur Zwischenfinanzierung staatlicher Zuwendungsraten der Maßnahmen »Rathaussanierung«, »Abzweigung B305 – Gastagweg – Salzburger Straße« sowie »Sanierung des Weberbichlgrabens« wurden kurzfristige Darlehen in Höhe von 650 000 Euro aufgenommen.

Die Marktgemeinde Marktschellenberg plant in diesem Jahr eine Kreditaufnahme von rund 327 000 Euro. Damit beträgt der Schuldenstand Ende des Jahres 1,7 Millionen Euro. Am 1. Januar 2019 lagen die Schulden bei 2,1 Millionen Euro. Vom Verwaltungshaushalt werden rund 282 000 Euro an den Vermögenshaushalt zugeführt. Der Haushalt wurde einstimmig beschlossen. Annabelle Voss