weather-image
29°

Die Rennkatze Andreas Katz mit der Katzenallergie

5.0
5.0
Bildtext einblenden

Langläufer Andreas Katz hat in seinem Sportlerleben bereits alle Höhen und Tiefen durchgemacht. Aber, der 29-jährige ist immer wieder aufgestanden.


Er ist fast so zäh wie eine Katze und damit sind wir schon bei seinem Markenzeichen: „Die Rennkatze“. „Dabei habe ich eine Allergie gegen Katzenhaare“, gibt er lachend zu. In dieser Saison sind Olympia und die Tour de Ski seine großen Ziele.

Nach seiner schweren Schulterverletzung mit Operation im vergangenen Jahr ist seine Vorbereitung auf den olympischen Winter diesmal durchaus anders verlaufen. Zunächst ist die vollständige Herstellung seiner Schulter im Fokus gestanden. „Ich habe im vergangenen Winter kaum Ski-Kilometer sammeln können. Deswegen bin ich im April nach Norwegen gefahren. Dort habe ich an 16 Tagen rund 1500 Kilometer abgespult.“

Heißt, Katz hat keine wirkliche Frühjahrspause gehabt. Deswegen wird er jetzt im Herbst noch eine Pause einlegen und dann zur Vorbereitung auf den Gletscher gehen. Gesund und verletzungsfrei will er diesmal bleiben. Ein bescheidener Wunsch in Anbetracht der Tatsache, dass er schon einmal vor den Scherben seiner Karriere gestanden ist und quasi knapp aufgegeben hätte.

Doch er wäre nicht die „Renn-Katze“, hätte er sich da nicht durchgebissen. Seine Stärken sieht der Mann aus Baiersbronn mit Wohnsitz Ruhpolding in den Distanzrennen. Dennoch träumt er davon, in einem Skating-Sprint die Finalläufe zu erreichen. Das würde bedeuten, in der Gesamtabrechnung unter den Top30 zu sein.

Bildtext einblenden

Die Gesundheit wird eine wichtige Rolle spielen

Am heimischen Stützpunkt hat Andi Katz mit Lucas Bögl, Jonas Dobler und Thomas Wick starke Trainingspartner. Dazu kommen Hannes Namberger (Trailrunning) und dem Mountainbiker Andi Oberleitner.

Eine erste Duftmarke hat er zunächst bei der Deutschen Meisterschaft der Biathleten gesetzt. Dort ist unter anderem ein reines Langlaufrennen durchgeführt worden, dass er klar gewonnen hat. „Für eine Tendenz ist das noch zu früh. Ich glaube aber, dass ich prinzipiell auf einem guten Weg bin. Eine zentrale Rolle wird die Gesundheit spielen.“

Wichtig wird es für den Langläufer sein, die Norm für Olympia zu erfüllen. Im Weltcup sind dazu zweimal Plätze unter den Top15 oder einmal Top8 notwendig. „Das ist ein klares Ziel und machbar“, so Katz. Langlaufen ist eine sehr kompakte Sportart. In den Bereichen Klassik, Skating und Sprint bis zum 50 Kilometerrennen erfordert sehr viel Training. Gute Kraftausdauer, Koordination, Schnelligkeit sowie taktisches Verhalten sind gefragt.

„Für mich gehören aber auch Herzblut, Schweiß und Leidenschaft dazu.“ Deswegen heißt sein Motto „Leidenschaft siegt“, das gilt auch im privaten Bereich. „Jeder sollte das was er gerne macht, mit Leidenschaft tun.“ Eine seiner Leidenschaften sind Ausflüge auf Almen im Raum Ruhpolding. Vor allem die Brander Alm hat es ihm angetan. Dort packt er auch gerne mal an, wenn dort der Besucheransturm zu groß wird. „Dort treffe ich immer nette Leute und der Kaiserschmarrn da ist einfach Weltklasse.“

In ferner Zukunft weiter in der Loipe unterwegs, aber langsamer

Als Langläufer ist für Andi Katz die Devise immer Vorwärts. Auf die Frage „Rückwärts“ und was er früher gerne für einen Sport gemacht hätte kommt spontan die Antwort: „Eishockeyspieler – aber leider hat es bei mir daheim keinen Verein gegeben.

Auch auf die Frage nach Stärken und Schwächen kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Meine große Stärke ist, dass ich noch viele Schwächen habe“. So ist dem 29-jährigen bewusst, dass Höhen und Tiefen einfach zum Leben gehören. „Immer positiv denken hilft. Der Sport und alles was man dabei lernt, hilft ebenso in allen anderen Lebensbereichen.“

Deswegen hofft er, dass es in zehn bis 15 Jahren immer noch Schnee im Winter gibt und er seiner Leidenschaft dem Skilanglaufen nachgehen kann. „Etwas langsamer als jetzt, dafür aber mehr mit Genuss“, meint er in seiner spontanen Art. Dazu passt das Lebensmotto der „Renn-Katze“ das da heißt: „Lebe deinen Traum“.

Text: Siegi Huber
Bilder: Ernst Wukits