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»Die Poesie der Welt«

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Mit einer Doppelausstellung feiert der Kunstverein Hohenaschau sein 25-jähriges Bestehen. (Foto: Morgenroth)

Die Jubiläumsschau mit dem Titel »Die Poesie der Welt« zum 25-jährigen Bestehen des Kunstvereins Kunst und Kultur Hohenaschau präsentiert einen konzentrierten Überblick und interessanten Einblick in das Kunstschaffen der zwei Künstlerfreunde Arno Rink und Rudolph Distler.


Vor einem Vierteljahrhundert wurde der Kunstverein »Kunst und Kultur« in Aschau gegründet. Von Beginn an war der Maler Rudolph Distler künstlerischer Leiter dieser Institution und hat im Laufe der Jahrzehnte mit äußerst qualitätsvollen Ausstellungen mit sorgfältig ausgesuchten Werken von regionalen und international anerkannten Künstlerpersönlichkeiten den Verein zu seinem heutigen Ansehen verholfen. Vor allem auf den Gebieten Malerei, Zeichnung und Druckgrafik haben die von Rudolph Distler initiierten Einzel- oder Gemeinschaftsausstellungen alle derzeit üblichen Spielarbeiten vorgeführt.

Im Jubiläumsjahr werden gemeinsam insgesamt 50 Arbeiten von Rudolph Distler und Arno Rink gezeigt. Themenschwerpunkt bei Distler ist die Landschaft und Natur, bei Arno Rink die Figur und »Körperwelten«. In den Räumlichkeiten an der Festhalle 4 in Aschau entfalten sich die großformatigen Ölgemälde von Arno Rink hervorragend.

Als einer der Urväter der Neuen Leipziger Schule und als Lehrer von Kunstmarktgrößen wie Neo Rauch zählt er zu den großen Stillen im Land. Eindrucksvoll werden in der Aschauer Ausstellung im Erdgeschoss und Obergeschoss Arno Rinks Ölarbeiten auf Leinwand aus den vergangenen Jahren sowie Zeichnungen mit Kugelschreiber und Tusche auf Papier präsentiert. Rinks unerschöpfliche Ideenwelt, seine Stil-Innovationen offenbaren sich auf umfassende Art und Weise. Einmalige Werke zeugen von einer lebenslangen, intensiven Auseinandersetzung des Künstlers mit der Kunst. In der Aschauer Ausstellung ziehen die üppigen Frauenkörper und surreale Raumanordnungen den Betrachter geradezu in ihren Bann. Ganz anders sind die eher kleinformatigen Aquarelle von Rudolph Distler. Sie sind in äußerster Korrektheit ausgeführt. Dutzende von Schichten an Wasserfarben überlagern sich auf seinen Blättern in einem Spiel zwischen Leichtigkeit und Verdichtung des Farbauftrags.

Weite Weideflächen mit den Resten alter Zäune, brachliegende Felder, in der Landschaft verstreute Bauernhäuser, Waldstreifen auf den hintereinander gestaffelten Hügeln eingebettet in verschiedene Jahreszeiten und atmosphärische Stimmungen, wenn beispielsweise tiefer Schnee liegt, der Himmel mit Regenwolken behangen ist oder der Abend dämmert, sind Distlers ganz eigene Handschrift, die den Besucher immer wieder in Staunen versetzt.

Die interessante Doppelausstellung ist noch bis morgen, Sonntag, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind heute, Samstag, von 16 bis 19 Uhr und morgen, Sonntag, von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 19 Uhr. Gabriele Morgenroth