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Die perfekte Musik zum Fest

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Unser Bild zeigt von links Vladislav Cojocaru, Martina Eisenreich und Giorgi Makhoshvili. (Foto: Heel)

Einen besonderen Ort hatte sich Martina Eisenreich für ihr Weihnachtskonzert in Traunstein ausgesucht: die Kirche im neu etablierten Campus St. Michael auf der Wartberghöhe.


Organisiert von der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS, trat die charismatische Geigerin dabei als Quintett auf, zu dem neben ihr selbst Christoph Müller-Bombart an der Gitarre, Vladislav Cojocaru aus Moldawien am Akkordeon, der Echo-Klassik-Preisträger Giorgi Makhoshvili aus Georgien am Kontrabass und am Schlagzeug ihr Ehemann Wolfgang Lohmeier gehören. Fünf erstklassige Künstler, die mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Jazz, Pop, Gypsy-Swing und östlicher Folklore die Besucher in der fast voll besetzten Kirche sofort für sich einnahmen, angefangen mit einer rauschhaften Version von »Misirlou«, einer »weitgereisten« Melodie griechisch-türkischer Herkunft, die in der Surf-Rock-Fassung des im Frühjahr verstorbenen Gitarristen Dick Dale weltberühmt wurde.

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Ähnlich kraftvoll, üppig und mit ansteckender Spielfreude ging es weiter, wobei eine zunächst behutsame, sich dann aber furios steigernde Lichtshow für zusätzliche Stimmung sorgte. Da mischte sich Eisenreichs virtuoses Spiel mit dem dynamischen, kontrastreichen Spiel ihrer Begleiter, von denen jeder reichlich Raum für Soli erhielt, entstanden energiegeladene Klangwelten, in denen alles möglich schien. Und auch möglich wurde, bildhaft, ausdrucksstark und ausgewogen im Rhythmus, von Filmmusik über Nana Mouskouris »Paper Moon« bis hin zum Klezmer-Klassiker »Yankele«. Andere Stücke, ebenso einfühlsam wie dynamisch dargeboten, stammten von Eisenreich selbst (»Rauhnachtslied«) oder von Kollegen wie Christoph Müller (»IF«), Vladislav Cojocaru (»Fangen spielen«) und Giorgi Makhoshvili (»Circus«).

Ein Abend voller Höhepunkte also, bei dem Eisenreich, die neben ihren Live-Auftritten auch sehr erfolgreich Filmmusiken komponiert, zudem witzig und unterhaltsam durch das Programm führte. Und schließlich sogar eine Tin Whistle aus der Tasche zog, eine einfache Schnabelflöte, die von den Britischen Inseln stammt. Mit dem Weihnachtslied »Es werd scho glei dumpa« neigte sich das Konzert dann dem Ende zu, abgerundet durch zwei Zugaben, einem besinnlichen »Leise rieselt der Schnee«, zu dem Eisenreich die Besucher zum Mitsingen einlud, und einer improvisierten Fassung des Jazz-Standards »I've Found A New Baby«. Kurz und gut, ein wunderbares Erlebnis und die perfekte Musik rund um Weihnachten.

Wolfgang Schweiger