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Die Opernstimmen der Zukunft

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Alle Mitwirkenden sangen als Zugabe im Chor »Abends will ich schlafen gehen« aus Humperdincks Oper »Hänsel und Gretel«.

Einen hochkarätigen Konzertabend mit Opernarien und Liedern gaben neun junge Nachwuchssänger aus vielen Nationen im Kammermusiksaal des Sawallisch-Hauses Hinterm Bichl.


Die sieben Damen und zwei Herren hatten eine Woche lang den Meisterkurs Gesang bei den Professoren Fenna Kügel-Sey- fried, Mezzosopranistin und Dozentin an der Hochschule für Musik und Theater München, und Reinhard Sei- fried, langjähriger Leiter der Opernabteilung Mozarteum Salzburg, in der Sawallisch-Villa verbracht. In dem Intensivkurs wurde täglich das einwandfreie technische und musikalische Können der Teilnehmer sowohl in individueller Betreuung als auch gemeinsam mit den anderen vertieft.

Der organisatorische Leiter der Akademie, Paul Bischof, der zusammen mit Robert Höpfner Vorsitzender der Sawallisch-Stiftung ist, erklärte den Besuchern des Konzerts einführend, dass die Sawallisch-Stiftung ganz im Sinne ihres Stifters, Professor Wolfgang Sawallisch die musikalische Förderung der Jugend im Fokus habe. Im folgenden Konzert bewiesen die viel versprechenden Nachwuchssänger, von denen jeder ein Gesangsstudium von mindestens vier Jahren, meist an der Universität Mozarteum in Salzburg, bereits absolviert hatten, eindrucksvoll den hohen Standard ihres Könnens.

Den Anfang machten Lieder von Johannes Brahms, Opern von Georg Friedrich Händel, Rossini oder Offenbach und das Stück »Nun beut die Flut« aus Haydns »Schöpfung«, das die junge österreichische Sopranistin Leonie Stoiber eindrucksvoll zu Gehör brachte. Besonders schön war vor der Pause eine auch schauspielerisch herrlich dargebrachte Arie des Gugliemo aus »Cosi fan tutte« durch den Bariton Gian Boghal.

War der erste Teil des Konzerts schon ein Genuss – besonders die bereits virtuos ausgebildete Stimme der Mezzosopranistin Ludovica Bella in der Rolle des Stephano aus Charles Gounods Oper »Romeo und Juliette« –, so hatten sich die jungen Künstler nach der Pause – beschwingt durch den begeisterten Applaus und die wunderbare Atmosphäre des Ortes – richtig frei gesungen, so dass die Freude am Singen und Interpretieren noch stärker als im ersten Teil zum Ausdruck kam.

In der Arie der Pamina aus Mozarts »Zauberflöte« brillierte die Belgierin Flore Van Meerssche mit »Ach ich fühl´s« und zusammen mit Konstantin Riedl, auch in dem wunderbaren Duett »Bei Männern welch Liebe fühlen«.

Ebenfalls harmonisch im Duett mit Gian Bhogal als Don Giovanni war dann Clara Magdalena Mumelter als begeisternde Zerlina in »La ci darem la mano« (Reich mir die Hand mein Leben«) zu hören. Ein Genuss war auch die besonders in zarten, lyrischen Passagen weich modulierende Stimme von Lisa Maria Kebinger, zum Beispiel mit der Arie der Dalila aus »Samson und Dalila« von Camille Saint-Saens oder im Duett mit dem vollen, schönen Sopran von Svenja Gehrke in Mozarts ernster Oper »La Clemenza di Tito« (Die Milde des Titus). Den krönenden Abschluss der Soloarien gab Vera Maria Bitter mit der innig machtvollen Arie des Orpheus »Amour, viens rendre a mon ame« aus Christoph Willibald Glucks Oper »Orpheus und Eurydike«.

Zur großen Freude des Publikums im ausverkauften Haus gab es dann noch Zugaben, von allen Sängern im Chor gesungen, so dass der Abend nach dem umfangreichen Programm mit dem Lied »Abends will ich schlafen gehen« aus Engelbert Humperdincks Oper »Hänsel und Gretel« würdig abgeschlossen wurde.

Christiane Giesen

Blattl Sonntag Traunstein