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Die Olympiamedaille ist das Ziel

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Im Rodeln hat er alles erreicht, dennoch möchte Felix Loch in Pyeongchang nochmals alles auf eine Karte setzen. (Foto: Pfeiffer)

Schönau am Königssee – Der dreifache Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat ein großes Ziel: die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang – allerdings nicht auf Biegen und Brechen.


»Sollte sich die Sicherheitslage zuspitzen oder das Risiko einfach zu groß sein, werde ich nicht nach Südkorea fliegen«, sagt er im »Anzeiger«-Gespräch. Neben dem Sport ist ihm vor allem seine Familie wichtig.

Dass Felix Loch ein weiteres Mal an Olympischen Spielen teilnehmen möchte, ist nicht ungewöhnlich. Denn obwohl er sportlich gesehen schon alles erreicht hat – er war achtmal Weltmeister, hat fünfmal den Gesamtweltcup gewonnen und bei Olympischen Spielen mehrfach Gold abgeräumt –, ist Loch erst 28 Jahre alt. »Und auch dieses Mal werde ich alles geben«, verspricht der erfolgreiche Rodler.

Trotzdem beschäftigt ihn die Sicherheitslage in Südkorea. Erst kürzlich hatte er sich öffentlich geäußert, auf seinen Start verzichten zu wollen, falls ein Besuch in Pyeongchang mit Gefahren verbunden sein könnte. Sein Statement bekräftigt er nun erneut. »Sollte sich die Sicherheitslage zuspitzen oder das Risiko zu groß sein, werde ich nicht fliegen.« Das mag auch daran liegen, dass dem jungen Familienvater die Familie das Wichtigste im Leben ist. »Da geht auch der Sport nicht drüber.« Gemeinsam mit Frau und Kind verbringe er viel Zeit draußen in der Natur, »wir gehen mit unserem Hund Johnnie Gassi oder treffen uns mit Freunden«.

Der zurückliegende Weltcup ist für Loch nicht so gelaufen wie er sich das vorgestellt hatte. Er wurde zwar Weltcupzweiter, auf das Treppchen fuhr er insgesamt aber nur dreimal: »In dem Jahr ist mit der Weltmeisterschaft am Königssee, meiner Hochzeit und der Geburt unseres Sohnes Lorenz einiges passiert. Die Vorbereitung war deshalb nicht ganz so gut«, sagt er.

Loch habe ungewohnt viele Fehler beim Fahren gemacht. Er habe allerdings schon gegen Ende der vergangenen Saison ein paar Sachen ausprobiert, an der Fahrweise getüftelt und Veränderungen am Schlitten durchgeführt, die ihn wieder zurück in die Bahn brachten. In dieses Jahr startet er deutlich zuversichtlicher. »Die Vorbereitung war super, ich fühle mich topfit«, sagt der Rodelprofi.

Die vergangenen Wochen waren für Felix Loch trainingsintensiv. »Ich war viel im Kraftraum, habe an meiner Koordination gearbeitet und bin stundenlang in der Werkstatt gestanden.« Schlittenbauen benötige viel Zeit. Es sei aber nun mal notwendig, wenn man gegen die Besten der Welt mithalten möchte. Zu Trainingseinheiten kommt das individuelle Training, das Loch gemeinsam mit seinem Physiotherapeuten Marcus Hirschbiel absolviert.

»Ich freue mich sehr auf die Bahn in Pyeongchang. Es geht im ersten Schritt darum, sich die Bahn zu erarbeiten.« Loch war bislang erst zweimal dort und konnte insgesamt nur wenige Trainingsläufe absolvieren, die aber notwendig sind, um bestmöglich für die Olympischen Spiele vorbereitet zu sein. Eine weitere Medaille bei Olympia zu gewinnen, wäre für Felix Loch »ein Traum«, sagt er. »Als Sportler arbeitet man vier Jahre hart auf dieses Großereignis hin, da fährt man natürlich nicht einfach mit, damit der Bus voll wird.« Lochs Ziel sei es daher, eine Medaille zu bekommen – »und am liebsten dann noch eine zweite mit der Mannschaft«.

Zuvor wird es allerdings wieder am Königssee die Kunsteisbahn hinunter gehen. Am 6. und 7. Januar findet dort der Weltcup statt. »Das Rennen dahoam«, sagt Loch, sei natürlich »das schönste im ganzen Rennkalender. Ich genieße das richtig und freue mich immer, wenn ich daheim schlafen kann. Die vielen Fans an der Bahn zu sehen, und die Stimmung mitzuerleben, ist einfach der Wahnsinn.« Kilian Pfeiffer