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»Die Kraft der Kurmusik heute«

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Das Salonorchester mit Kristian Aleksic und Konzertmeisterin Sophie Ferge. (Foto: Aumiller)

Mit einem Marsch von Gustav Paepke starteten die Bad Reichenhaller Philharmoniker vor vollem Haus zum Überraschungskonzert, das einen verspäteten »Neujahrsempfang der Kurmusik« darstellte, wie Kur-Geschäftsführerin Gabriella Squarra verkündete. Mit ihrem besonderen Spektrum für Jung und Alt, für Gäste aus Nah und Fern sei die Kurmusik ein hochmodernes und inspirierendes Instrument zum Auftanken.


Christian Simonis präsentierte den neuen Kurmusikprospekt für 2019, der alle Details im vielfältigen Angebot übersichtlich auflistet. Darin wird auf die »Kraft der Kurmusik«, die »Macht der Klänge«, auf »Zeit für Entdecker« oder auf das »Orchester zum Anfassen« verwiesen. »Bei 350 Kurkonzerten pro Jahr erbringen die Philharmoniker jedes Jahr innovative Programme mit persönlicher Note, davon erfüllen 225 Kurkonzerte den Kulturauftrag für Südostbayern«, erklärte der Chefdirigent. Das Bewahren des Repertoires zusammen mit dem Weiterentwickeln sei der wichtige Teil der philharmonischen Arbeit.

Um vom Spektrum der Kurmusik nicht nur das Stück-Angebot aufzuzeigen, gab ein musikalischer Querschnitt durch die vielseitigen Sparten einen lebendig-beschwingten Eindruck. Tanzlust weckte der elegante Johann-Strauss-Walzer »Rosen aus dem Süden«. Hoch seriös punktete das Orchester mit imponierender Bläserqualität beim Vorspiel zum 3. Akt »Lohengrin« von Richard Wagner. Als Beispiel für die zahlreichen philharmonischen Ensembles glänzte Franz Slabochs Tango-Gruppe, zu der auch Konzertmeisterin Sophie Ferge gewonnen werden konnte, mit einem mitreißenden Stück von Astor Piazzolla. Der philharmonische Geiger Slaboch spielte dabei die E-Gitarre und gab auch Auskunft über seine Liebe zum klassischen Tango, von dessen einmaliger Klangfarbe er schwärmte und den er vom populären Tanz-Tango deutlich unterschied.

Der Dirigent Martin Fuchsberger wurde von Simonis auf seine Arrangements für die Musical- und Filmmusik-Konzerte angesprochen. Die Original-Partituren seien meistens nicht verfügbar, also habe es sich Fuchsberger zur Aufgabe gemacht, die Stücke für das Orchester zu arrangieren. Mit diesem Programm geht Fuchsberger mit dem Orchester auch nach Salzburg für mehrere Konzerte, etwa im Mai in die große Universitätsaula. Als schwungvolles Beispiel spielten die Philharmoniker unter seiner Leitung »A Tribute to John Williams« und ein Henry-Mancini-Medley, wobei sich Fuchsberger an den Flügel setzte und »Moon River« dazu sang. Leider funktionierte das Mikrofon nicht, sodass seine Stimme im Orchester unterging.

Seit 12 Jahren leitet Kristian Aleksic das Salonorchester, das mit Bigband-Sound und Filmmusik seine Zuhörer begeistert. Über 100 Arrangements hat Aleksic dafür bereits geschrieben und empfindet es als »Glücksmomente, das hier machen zu können«. Zum flotten Konzert-Ausklang servierte das Salonorchester, das Aleksic spritzig vom Flügel aus leitete, ein jazziges Bläserstück sowie die Bigband-Nummer »Schwarze Augen« und zuletzt eine Charlie Chaplin-Zugabe.

In seiner Moderation machte Christian Simonis auch auf die Zusammenarbeit mit den Musikhochschulen und dem Festival Alpenklassik aufmerksam, ebenso auf die Familienkonzerte am Sonntag-Nachmittag und die Schülerkonzerte. Höhepunkte seien außerdem bei den Sinfoniekonzerten jeweils am Donnerstag eingeplant: so zum Beispiel im Konzert am 7. Februar mit heiteren Werken der beiden Antipoden Brahms und Bruckner, oder beim Pfingstprogramm mit einem Festkonzert zum 200. Geburtstag von Jaques Offenbach, bei dem die Cellistin Raphaela Gromes eine Rossini-Paraphrase Offenbachs spielen wird.

Außerdem konnte Isabel von Karajan für ein Szenisches Konzert des Sommernachtstraums gewonnen werden. Zum Auftritt anlässlich des 150. Geburtstags von Siegfried Wagner gab Klaus J. Frankl Auskunft, was ihn an Richard Wagners Sohn so fasziniert. 15 Opern hat dieser hinterlassen, sich musikalisch jedoch nicht am Vorbild des Vaters orientiert. Frankl wird das Konzert im Juni moderieren und die Philharmoniker im Anschluss auch ins neu renovierte Markgräfliche Opernhaus nach Bayreuth führen. Elisabeth Aumiller